Der Mensch ohne die Biene hat keine Zukunft

Albert Einstein soll einst gesagt haben, wenn die Biene sterbe, würde auch der Mensch vier Jahre später nicht weiter überleben können. Nach Rind und Schwein ist die Biene unser drittwichtigstes Nutztier und sollte genau aus diesem Grund einen besonderen Schutz erhalten.  Als wichtigster Bestäuber sorgt die Biene zum Beispiel dafür, dass unsere Pflanzen Früchte tragen, unsere Blumen im Garten blühen und wir morgens Honig auf dem Brötchen essen können. Würde die Biene aussterben, wäre vermutlich ein Drittel der weltlichen Landwirtschaft betroffen. Einheimisches Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen würden nicht mehr im Supermarkt zu finden sein.

Außerdem sorgen Bienen dafür, dass unsere Erde so farbenfroh und bunt ist, wie die Menschen sie kennen. Nicht nur im Garten würden keine Blumen mehr blühen, auch unsere Umwelt würde nur noch in einem eintönigen Grün zu sehen sein.  

Eine weitere Einschränkung des Bienensterbens wäre der Rückgang der Artenvielfalt. Insgesamt bestäuben die Bienen 170.000 von 380.000  Pflanzenarten. Wenn diese 170.000  Arten nicht bestäubt werden könnten, würde das Nahrungsangebot für Vögel, Käfer und Insekten deutlich zurückgehen, weil sie sich von den Samen der Pflanzen ernähren.

Was ist also der Grund für das rätselhafte Bienensterben, dass uns Menschen weltweit Probleme bereitet und gibt es Möglichkeiten diesem entgegenzuwirken, damit wir auch in Zukunft weiterhin das Summen in der Luft hören können? Und, wie verhält sich Deutschland im Gegensatz zum Rest der Welt? Bei meinen Recherchen bin ich, auf die oben bereits genannten Probleme gestoßen, aber auch auf einige gute Ansätze, um der Biene zu helfen und sie zu schützen.

Bienensterben, nicht nur ein lokales Problem

Dass Bienen weltweit in größerem Ausmaß sterben ist normalerweise nichts Ungewöhnliches. Wenn einem Imker aber überdurchschnittlich viele Bienen über den Winter wegsterben, sollte es dem Betroffenen dann aber durchaus Sorgen bereiten. Und genau diese Sorgen haben Imker weltweit, sei es in Nord- oder Südamerika, Asien, dem Nahen Osten, und natürlich auch in Europa. 10-20% der Bienen eines Volkes können in einem Winter sterben, ein Bericht von Greenpeace allerdings legt alarmierende Zahlen offen. Aus Nordamerika berichten Imker, dass sie 30-90% ihrer Bienen über einen Winter verloren hätten. Nicht minder schlechte Nachrichten gibt es aus dem Nahen Osten, wo sich der Bienenrückgang eines einzelnen Volkes auf 85% betragen soll. Besser dagegen stehe es um Deutschland, stellvertretend für Europa, weil sich hier das Wegsterben der Bienen auf 30% beläuft. Als einziger Kontinent, ist Australien noch unberührt vom Bienensterben.

Woran liegt also das Zurückgehen der Bienenvölker und warum sind manche Länder, oder fast schon Kontinente stärker bzw. schwächer betroffen?

Die Hauptursache für das Bienensterben sehen Wissenschaftler in der Varroamilbe. Die gerade einmal 1,1-1,6mm große Milbe beißt sich an Bienenpuppen fest und saugt ihnen dann das Blut wie eine Zecke aus. Dadurch kann sich die Biene nicht vollständig weiterentwickeln und ist deshalb meist um ein Zehntel kleiner als ihre Artgenossen. Außerdem können sie weniger lernen und haben oft auch ein kürzeres Leben. Hinzu kommt, dass die Varroamilbe auch ein sehr guter Krankheitsüberträger ist, und sich die Viren so in einem Bienenstock ungehindert verbreiten können. Wenn ein Imker nicht bemerkt, dass sein Volk von der Milbe befallen ist, kann ein Volk schnell verenden.

Imker weltweit sehen dagegen noch weitere ganz gravierende Probleme die ihre Völker belasten. Die von der Pharmaindustrie hergestellten Pflanzenschutzmittel wirken laut den Imkern wie eine Art Nervengift auf die Bienen. Sie würden den Orientierungssinn der Bienen stören und ihr Kommunikationsvermögen einschränken. Trotzdem besprühen Landwirte ihre Felder mit den Pestiziden, um sie vor anderen Schädlingen oder Krankheiten zu schützen. Für zwei Jahre verbietet die Europäische Kommission deswegen jetzt einige Schutzmittel, damit überprüft werden kann, in wie weit sie den Bienen schaden.

Genauso wie Stress dem Menschen schaden kann, tut er auch der Biene nicht gut. In Amerika bemängeln zum Beispiel Imker, dass durch die vielen Monokulturen ihre Bienen keine abwechslungsreiche Nahrung vorfinden können. Die Bienen werden per LKW zu einer bestimmten Plantage gebracht, damit sie dort die Pflanzen bestäuben, um dann ein paar Tage später zur nächsten Monokultur gebracht zu werden. Das Problem dabei ist aber: Ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot ist auch für die Biene ein Grundbaustein der Gesundheit. Falls sie dieses nicht bekommen, werden sie zusammen mit dem Stress anfällig für Krankheiten.  

Deutschlands Umgang mit dem Bienensterben                              

Wie auch im Rest der Welt, leiden Deutschlands Bienen unter dem Einsatz von Pestiziden und der Varroamilbe, die durch Bienenimport aus Asien nach Europa gebracht wurde. Den ersten Nachweis der Milbe fand man 1967 in Bulgarien, von wo aus sich der Parasit rasch über ganz Europa ausbreitete.

Für Deutschland gelten aber nicht nur diese beiden Gründe für den Rückgang der Biene. Hat es vor dem Zweiten Weltkrieg noch circa 2,5 Millionen Bienenvölker gegeben, so waren es vor zwei Jahren nur 750.000 Tausend Völker. Auch wenn diese Zahlen nicht wirklich Mut machen, der deutsche Imkerbund wächst momentan jährlich um 3-4% und auch der Altersdurchschnitt der Imker sank von 65 auf 57 Jahre.

 Vor allem wir Deutsche als Wirtschaftsnation versuchen der Biene den Rücken zu stärken, indem wir andere Länder darauf aufmerksam machen, welche wirtschaftliche Macht von der Biene ausgeht. 200(!) Milliarden Euro spült die Biene weltweit in die Kassen der Staaten.  egal,  ob durch die Bestäubung oder der Ernte die die Menschen von ihr haben. Außerdem sucht Deutschland national als auch international die Gespräche mit Landwirten und Agrarbauern, um diese zu überzeugen weniger auf Monokulturen zu setzen. In Deutschland ließen sich beispielsweise Landwirte davon überzeugen am Rand ihrer Felder sogenannte Mischblumenstreifen anzulegen. Dort wachsen verschiedene Arten von Blumen, um den Bienen ein kleines erweitertes Nahrungsangebot zu bieten.

Durch den Zuwachs des Imkerbundes wirkt es so, als würde das Imkern immer moderner werden, und so ist es auch. In vielen Großstädten kommt es mittlerweile in Mode, sich Bienenvölker auf dem Dach zu halten. In Berlin, Hamburg, Gelsenkirchen, Stuttgart, Hamburg und in Frankfurt stehen Bienenstöcke auf Dächern. Der „Urban Imkering“ Trend ist für die Biene auch nur gut, denn in den Städten finden sie über längere Zeit ein größeres Nahrungsangebot. In Parks, Balkonen oder Gärten ist die Pflanzenvielfalt höher und der Honig den die Tierchen produzieren ist ebenfalls unschädlich, obwohl die Bienen mit mehr Abgasen in Kontakt kommen, können sie diese herausfiltern.

Ein sehr gutes Beispiel ist Frankfurt am Main. Hier leben knapp 700.000 Tausend Menschen, und fast dreimal so viele Bienen. In der Stadt gibt es keine Monokulturen und Pestizide findet man hier auch weniger. Tatsächlich fördert die Biene auch das soziale Miteinander der Menschen. Auf dem Alten Flugplatz von Bonames haben zwei Künstler ein Bienenmuseum eröffnet, dass sowohl von Bankiers bis hin zum Arbeitslosen besucht wird. Dort kann man nicht nur Honig kaufen sondern auch Tipps für seinen eigenen Bienenstock bekommen und anderen helfen ihre Bienenvölker wachsen zu lassen. Das Schöne daran ist, dass sich die Bienen durch ihr ständiges Kommen und Gehen an den Flugplatz und den produzierten Honig praktisch  selbst finanzieren!

Was können wir als Bevölkerung machen?

Damit wir den Bienen an sich helfen können, müssen wir dafür sorgen, dass sie eine größere Palette an Nahrung erhalten, das heißt dass wir mehr Blumen, Sträucher oder Bäume anpflanzen, die Blüten tragen. Außerdem könnten wir Nistplätze für Bienen und Insekten bauen, und diese dann in unseren Garten stellen. Falls dem Ein- oder Anderem das zu aufwendig ist und trotzdem etwas für die Bienen tun möchte, hilft es in jedem Fall seinen Honig bei einem Imker vor Ort zu kaufen. Damit unterstützt man nicht nur die Imker finanziell in jeglicher Hinsicht, sondern hat danach auch ein gutes Gewissen!

Informationen zum Beitrag

Titel
Der Mensch ohne die Biene hat keine Zukunft
Autor
Jonas, Markmann
Schule
Ricarda-Huch-Schule , Dreieich
Klasse
Kurs E3
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2014 - Die Relevanz der Biene
Kategorie
Print

Beruf und Chance