Migrationsproblem?

Die öffentliche Meinung über Migranten in Deutschland ist oftmals sehr negativ geprägt: sie werden als Kriminelle, Arbeitsplatzräuber und Parasiten des deutschen Sozialsystems angesehen, zudem empfindet man sie als Gefahr für die deutsche Kultur und schwer integrierbar und anpassungsfähig. Auch die Medien implizieren dieses negative Bild: so sind beispielsweise in vielen Fernsehserien die Täter oftmals Personen mit ausländischem Hintergrund. Diese Darstellung missachtet, dass - wenn überhaupt- nur ein sehr geringer Teil der Migranten diesen Klischees entspricht.

Doch woher kommt diese eher negative Stimmung innerhalb der Bevölkerung?

Denn als in den 60-er Jahren ein Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und einigen südlichen Ländern geschlossen wurde, welches den deutschen Unternehmen zur Zeit des wirtschaftliche Aufschwungs weitere Arbeitskräfte bescheren sollte, wurden die Gastarbeiter noch mit offenen Armen willkommen geheißen. Erst als einige der Gastarbeiter ihren Wohnsitz dauerhaft nach Deutschland verlegten und somit zu Migranten wurden, schlug die Stimmung um: diverse Krisen hatten dem deutschen wirtschaftlichen Aufschwung ein jähes Ende bereitet und ließen die Deutschen um ihre eigenen Arbeitsplätze fürchten. Ein Negativaspekt, der bis heute geblieben ist. Dabei bringen die Migranten Deutschland doch auch viele Vorteile:

Der interkulturelle Austausch wird insbesondere im Zeitalter der Globalisierung immer bedeutsamer. Ein großer Teil des Erfolgs multinationaler Unternehmen beruht nämlich gerade auf der kulturellen Diversität ihrer Mitarbeiter. Mit entsprechender Unterstützung durch einen festen Arbeitsplatz, Integrationsprogramme und Sprachkurs kann dieses Potential gewinnversprechend ausgeschöpft werden. Auch der Fachkräftemangel könnte sich durch gezielte Zuwanderungspolitik kompensieren lassen: Damit die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich mithalten kann, müssen die Hürden für die Zuwanderung von Hochqualifizierten unbedingt weiter gesenkt werden.

Hinzu kommt, dass Deutschland ohne den Zuzug von Migranten drastisch „veraltern“ würde. Wie sollten denn sonst die ganzen Rentenaufkommen von den jüngeren Generationen getragen werden, wenn die Geburtenrate aktuell nur noch bei 1,35 Kindern pro Frau liegt, dafür aber der Anteil der über 60-jährigen etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmacht ? Dieses demografische Problem wird sich in den kommenden Jahren aufgrund der immer stärker steigenden Lebens-erwartung dramatisieren.

Jedoch ist Deutschland insbesondere für junge Migranten sehr attraktiv, was auf einen Verjüngung des Altersdurchschnitts hoffen lässt.

Deshalb ist es verwunderlich, dass viele Menschen Kollektiv-Vorurteile gegen Migranten hegen, die Beispiele gelungener Integration jedoch gar nicht sehen: Cem Özdemir, Bilkay Öney, Lukas Podolski, Roberto Blanco,... – sie alle haben es geschafft, sich die Anerkennung der deutschen Gesellschaft zu sichern. Wieso sollte dies nicht auch Anderen ermöglicht werden – zu einer Zeit, in der sich die Welt ohnehin im Wandel befindet?

Informationen zum Beitrag

Titel
Migrationsproblem?
Autor
Jasmin Horschig, Jenny Kluge
Schule
Georg-Büchner-Gymnasium, Rheinfelden
Klasse
G KII von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Audio

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