Einbürgerung – Ein langer Weg

Rund 10,6 Millionen Menschen sind bisher nach Deutschland eingewandert. Somit  ist jeder achte Einwohner Deutschlands ein Migrant. Am 18.12.2011 begehen ca. 15,7 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln den Internationalen Tag der Migranten.

Ausländische Bürger benötigen neben der Aufenthaltsgenehmigung auch eine Niederlassungserlaubnis, die auf den Aufenthaltszweck bezogen ist. Beide Genehmigungen haben eine Ablauffrist. EU-Mitglieder sind nicht auf eine Niederlassungserlaubnis angewiesen, was aus dem sogenannten „Freizügigkeits-gesetz“ hervorgeht. Für die Bewohner bestimmter Länder, zu denen unter anderen auch die Türkei zählt, gilt eine Visumspflicht, um nach Deutschland einreisen zu können. 

Für einbürgerungswilliger ausländischer Mitbürger, gib es seit dem 01. September 2008 in der Bundesrepublik Deutschland einen bundeseinheitlichen Einbürgerungs-test. Zur Durchführung des Testes werden die Einzelheiten in der Einbürgerungs-verordnung geregelt. Aus einem Katalog von 310 Fragen, von denen sich 10 auf das Bundesland beziehen, in dem der Einbürgerungstest stattfindet, werden 33 Fragen (3 auf das Bundesland bezogen) zur Beantwortung aufgegeben, von denen 17 richtig beantwortet sein müssen. In dem so genannten „Single-Choice-Verfahren“ ist von den 4 vorgegebenen Antwortmöglichkeiten jeweils eine korrekt. Die Dauer des Testes beträgt eine Stunde. Entwickelt wurde der Test im Institut zur Qualitäts-entwicklung an der Humboldt-Universität Berlin. Für den Test wird eine Gebühr von 25 Euro fällig, er kann beliebig oft wiederholt werden. Die Durchführung obliegt den staatlichen Einrichtungen, die für Einbürgerung zuständig sind und darüber zu entscheiden haben. In fast jeder Stadt und den Landkreisen gibt es eine Ausländer-behörde.

Mit der Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit erfolgt eine automatische Zugehörigkeit als Bürger der Europäischen Union.

Ausländer können ab Vollendung des 16. Lebensjahres einen Antrag auf Einbürgerung stellen.Voraussetzungen hierfür sind ein mindestens acht Jahre regelmäßiger und ununterbrochener Aufenthalt in Deutschland, eine gültige Aufenthaltserlaubnis, keine verfassungsfeindlichen Betätigungen, Straffreiheit, die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit, sowie die Sicherung des Lebensunterhaltes ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem 2. oder 12. Buch Sozialgesetzbuch (SGB). Außerdem muss jeder Einbürgerungswillige über ausreichende Deutschkenntnisse und den bestandenen Einbürgerungstest verfügen. Bei schweren Gesetzesbrüchen kann eine bereits erfolgte Einbürgerung zurückgenommen und der Migrant ausgewiesen werden. Nach einer Einbürgerung hat jeder Zuwanderer die gleichen Rechte wie jeder Deutsche. Das heißt, er kann sich auch für alle politischen Mandate bewerben.

Kindern von Migranten wird automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt, wenn mindestens ein Elternteil die Aufenthaltsgenehmigung und die Niederlassungs-erlaubnis bekommen hat. Wenn ein Kind volljährig wird, muss es eine neue Genehmigung erwerben. Minderjährige Kinder haben immer das Recht bei ihren Eltern zu sein, deshalb gibt es bei ihnen extra Regelungen, ein Visum benötigen aber auch sie, wenn sie nicht aus der EU kommen. Auch für diese Kinder gilt in Deutsch-land die Schulpflicht. Mangelnde Sprachkenntnisse können hier die Integration erschweren.

Bei Asylbewerbern bzw. anerkannten Flüchtlingen gibt es besondere Regelungen neben den formalen Gesetzten, die den Juristen ein so genanntes Ermessen bei der Entscheidungsfindung einräumen. Die Bedingungen für die Einbürgerung werden im Vergleich zu anderen Ausländern erleichtert. Beispielsweise werden die Aufenthalts-zeit in Deutschland auf sechs Jahre verkürzt und weniger hohe Anforderungen an den Sprachtest gestellt. Ebenso ist, bei fortbestehender Verfolgung im Heimatland, die doppelte Staatsbürgerschaft möglich.

 

Quellen: Interview mit dem Leiter der Ausländerbehörde der Stadt Hildesheim,  Internetseite Bundesministerium des Inneren, Internetseite Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Internetseite Einbürgerungstest BIZ, HAZ vom 14.12.2011.

Einbürgerung – Ein langer Weg

Informationen zum Beitrag

Titel
Einbürgerung – Ein langer Weg
Autor
Marisa Hohmann, Neele Lange
Schule
Andreanum , Hildesheim
Klasse
10
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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