Ein Hauch voll Heimat

Ein Hauch voll Heimat

„ Es war es wert die 11 000 Kilometer auf sich zunehmen und hier eine „neue“ Familie zu gründen.“
Es ist 6 Uhr früh wenn Sandamam Palanimuthu aufsteht um seine Kinder zu wecken ,  welche in Münster zur Schule gehen. Doch kurz danach beginnt auch sein Alltag . S. Palanimuthu ist Inhaber eines Asia-Shops in der Westfalen Metropole Münster. Von morgens 8 Uhr bis abends 9 Uhr verkauft er in seinem Laden mit seiner Frau „normale“ asiatische Lebensmittel und importierte Feinkost. „ Viele meiner Kunden wissen gar nicht was für Früchte oder Gemüsesorten sie gerade kaufen möchten.“ „ Deshalb kam es auch schon zu den skurrilsten Verwechslungen.“ Dennoch kann sich S. Palanimuthu zu gut an lange Gespräche mit interessierten Kunden erinnern , welche die asiatische Kochkunst entdecken wollen. „ Ich habe bestimmt mehr Zeit damit zugebracht meinen Käufern zu erklären wie sie was nutzen können und Rezeptideen vorgeschlagen als meiner Heimat nachzuweinen.“ Der 45 jährige Mann ist gebürtiger Srilankaner , er floh vor 7 Jahren mit seiner Frau, seinen drei Brüdern und drei Schwestern mit dem Flugzeug nach Deutschland . „ Meine Eltern fühlten sich zu alt für eine neue Lebensgrundlage und blieben mit dem Rest der Familie in Srilanka.“ Besuchen konnte er sie erst einmal ; da es aufgrund der verschärften Lage in seiner Heimat Probleme mit der Einreise gibt. Trotzdem kann der gelernte Verkäufer dass er in Deutschland sehr glücklich ist und sich gut integriert fühlt. Sein beschaulicher Kreis an Stammkunden schätzen seine gute deutsche Sprache und die Freundlichkeit mit der S. Palanimuthu seinen Besuchern gegenübertritt. „ Es war es wert die 11 000 Kilometer auf sich zunehmen und hier eine „neue“ Familie zu gründen.“ Das seine Frau bereits schwanger war als sie geflohen sind wusste er nicht.

Ein Hauch voll Heimat

Sein Sohn hilft im gerne im Laden auch wenn er für die meisten Dinge noch zu klein ist . Besonders aufwendig ist der Anbau in dem er frischen Fisch verkauft. „ Die Kunden schätzen dieses Angebot sehr doch ist es auch nicht ganz günstig gewesen.“ „ Ich kann froh sein das der Laden so gut läuft sonst hätte ich mir das nicht leisten können.“ Vor einem halben Jahr ist S. Palanimuthu und das gesamte Geschäft in ein größeres Ladenlokal auf der anderen Straßenseite umgezogen um mehr Platz zu haben. Der Weg zur Arbeit ist nun deutlich kürzer, da ihre Wohnung nun über dem Geschäft liegt. In seiner Umgebung wohnen sogar noch weitere Srilankaner – mit denen er eine kleine Gemeinde gegründet hat – welche auch gerne ihren Lebensmittelbedarf bei ihm decken um nicht auf ihre heimischen Speisen verzichten zu müssen. Doch auch wenn der Laden so gut läuft  und S. Palanimuthu gerne hinter seiner Kasse oder zwischen den vielseitig und exotisch bestückten  freut er sich wenn er um 21 Uhr die Türen schließen darf. „ Es macht Spaß , doch trotzdem ist jeder noch so schöne Beruf irgendwo einmal anstrengend; somit freue ich mich auch jeden Tag auf Feierabend , da das ganze Haus dann schon dann auch schon nach dem leckeren Essen meiner Frau duftet.“             

Ein Hauch voll Heimat

Informationen zum Beitrag

Titel
Ein Hauch voll Heimat
Autor
Benjamin Gottwald
Schule
Schillergymnasium, Münster
Klasse
GK Deutsch von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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