Im Ausland Schach spielen

Im Ausland Schach spielen

Seit 1988 spielt Rini Kuijf für deutsche Schachvereine, auch für den SK Münster 32. Das besondere an ihm: Er ist Niederländer und fährt für jedes Spiel nach Münster fährt. „Normalerweise wohne ich im Hause von einem Spieler aus Münster oder im Hotel“, sagt Rini Kuijf. Ähnlich geht es seinem Mannschaftskollegen Frans Cuijpers. Er spielt seit 1989 für Schachvereine in Deutschland und auch beim SK Münster 32. Doch anders als sein Mannschaftskollege Rini Kuijf muss er bei Turnieren nicht extra in Münster übernachten. „Ich wohne in Utrecht, etwa 200 km. von Münster entfernt. Ich fahre am Sonntag von Holland nach Münster und zurück.“ Der Vorsitzende vom SK Münster 32, Thomas Schlagheck, ist zufrieden: „Ohne die Holländer könnten wir uns in der  NRW-Liga spielerisch nicht halten. Somit hat der Verein ein gutes "Zugpferd". Es ist also so gesehen für uns vorteilhaft.“
Tatsächlich gibt es in den deutschen Bundesligavereinen einen Trend, Schachspieler aus dem Ausland anzuwerben. Das hat zwar den Vorteil, dass man die Stars aus der oberen Weltrangliste auch sehen kann, doch gibt es auch Vereine, die mittlerweile keine deutschen Schachspieler mehr für die ersten 8 Bretter einsetzen. Viele wünschen sich, dass sich in der Schachbundesliga Großmeister aus der ganzen Welt treffen, um gegeneinander zu spielen, aber viele möchten gerne auch deutsche Spieler in der Bundesliga sehen. Sponsoren sorgen dafür, dass ausländische Schachspieler nach Deutschland kommen, da es wenig Schachtalente in Deutschland gibt. Es gäbe die Möglichkeit, eine Regelung einzuführen, dass vier deutsche Spieler und vier ausländische Spieler spielen, doch das ist schwer, so eine Regel von einem Tag auf den anderen Tag einzuführen. Ein weiteres Problem ist es, das ein Großmeister zum Beispiel in der deutschen, französischen, belgischen und italienischen Schachbundesliga spielen darf. „Ich habe auch in Frankreich, Spanien und vor allem in Belgien gespielt. Ich war der erste Holländer, der da bezahlt wurde“, sagt Rini Kuijf. Ähnlich geht es Frans Cuijpers. „Bis vor ein paar Jahren spielte ich auch in der belgischen Bundesliga.“ Dass Rini Kuijf und Frans Cuijpers in vielen Ländern spielen können, wird ihnen durch eine Regel ermöglicht. So dürfen sie für viele Schachvereine in verschiedenen Ländern spielen. Aber ist so eine Regel problematisch? Es gibt einen Markt für Schach-Arbeitskräfte, wo mit dem Geld der Sponsoren Schachspieler eingekauft werden. Doch was sagt Rini Kuijf dazu, wenn Menschen aus dem Ausland in Deutschland spielen? „Da hab ich keine Meinung. Die Schachspieler sind frei. Sie können machen was sie wollen.“ Und Frans Cuijpers meint: “Manchmal spiel ich gegen deutsche Gegner, aber auch gegen Gegner mit anderen Nationalitäten.“ Vorsitzender Thomas Schlagheck meint zu diesem Thema: „Viele ausländische Spieler heben das Spielniveau in den Ligen. Bis in die unteren Klassen sind sie vertreten. Allerdings kann man teilweise  aber auch sagen, dass ausländischen Spieler vielleicht jüngeren talentierten Spielern den Platz wegnehmen.

Im Ausland Schach spielen

Auch beim Bundesligaspiel, das vom 14.10.2011 bis zum 16.10.2011 in Mühlheim stattfand, gab es Schachvereine, die ausländische Spieler einsetzten. Da gab es Vereine, die haben in den drei Runden an 19 Brettern deutsche Spieler von insgesamt 24 Brettern eingesetzt. Doch es gab auch drei Vereine, die keine deutschen Spieler eingesetzt haben. Am Ende bleibt noch die Frage nach der Integrationswirkung von Schach. „Ja, Schach ist international, kann ohne Worte gespielt werden. Deshalb integriert es die Spieler“, sagt Frans Cuijpers. Denn man kann ja beim Schach gegen Spieler jeder Nationalität spielen. Vorsitzender Thomas Schlagheck hält Schach ebenfalls für einen vorbildlichen integrativen Sport. „Schach kann nicht nur Menschen jeder Nationalität integrieren, sondern ist auch "der" Sport überhaupt, der körperliche Handicaps ausgleicht und in dem jeder ebenbürtig ist.“ Und was hat  Rini Kuijf für eine Meinung: „Schach kann integrieren, aber nur für Schachspieler.“

Im Ausland Schach spielen

Informationen zum Beitrag

Titel
Im Ausland Schach spielen
Autor
Stephan Baumann
Schule
Schillergymnasium, Münster
Klasse
GK Deutsch von 2011/2012
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180