Der perfekte Einbürgerungswillige mit Zusatzqualifikation Einbürgerungstest

Wer bereit ist seine Nationalität zugunsten der deutschen Staatsangehörigkeit aufzugeben, bekennt sich offen zu Deutschland. Doch kann man sich wirklich sicher sein, dass Deutschland diese Geste anerkennt? Offensichtlich ist Deutschland nicht bereit jeden in seiner Gemeinschaft zu begrüßen, wie der Einbürgerungstest zeigt.
Der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft ist für alle sichtbar. Der Weg ist lang, mit vielen Windungen und führt an verschiedenen Behörden vorbei, weiter zum Einbürgerungstest, hinter dem sich schließlich das Ziel verbirgt. Doch der Weg ist äußerst steinig und bringt einen Einbürgerungswilligen nach dem anderen zu Fall. Die größten Schwierigkeiten bereitet der Anfang des Einbürgerungsweges. Dort ist der Weg für viele Einbürgerungswillige bereits zu Ende, denn die Voraussetzungen, um sich dem Einbürgerungstest überhaupt nähern zu dürfen, sind nicht bei jedem gegeben. Das Nähertreten ist nur denjenigen erlaubt, welche mit Hilfe eines international anerkannten Sprachzertifikats nachweisen können, dass sie der deutschen Sprache sowohl mündlich als auch schriftlich mächtig sind. Was soll Deutschland mit Bürgern, die sich in ihrem eigenen Land nicht verständigen können? Sprachkenntnisse sollten jedoch selbstverständlicherweise vorhanden sein, wenn man bedenkt, dass der Einbürgerungstest an die Voraussetzung eines rechtmäßigen Aufenthalts von mindestens acht Jahren gekoppelt ist. Während dieses Aufenthalts sollte der Einbürgerungswillige jedoch nicht straffällig geworden sein, zudem sollte er fähig sein, seinen Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld zu bestreiten. Nur wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist es für den Einbürgerungswilligen möglich, den Fuß zu heben und sich einen weiteren Schritt nach vorne zu begeben. Nun ist er an der Stelle angekommen, an der er als der perfekte Einbürgerungswillige angesehen wird. Er hat sich für Deutschland entschieden, wurde von Deutschland geprüft und ausgewählt, um sich mit Hilfe des Einbürgerungstests als Deutscher zu qualifizieren. Um diese Prüfung erfolgreich meistern zu können, muss der Einbürgerungswillige sich mit der deutschen Politik, Geschichte, Geographie und Kultur auseinander setzen und seine Kenntnisse in diesen Themengebieten beweisen. Dabei lernt er hauptsächlich die Rechte und Pflichten eines deutschen Bürgers kennen. Das Ziel der deutschen Staatsangehörigkeit ist nun fast erreicht. Sobald der Einbürgerungstest erfolgreich beendet wurde, steht einer Einbürgerung nichts mehr im Wege. Jedoch sollte der Einbürgerungstest nicht unterschätzt werden, auch wenn er einem Deutschen mit durchschnittlicher Allgemeinbildung nicht sonderlich schwer erscheint, so gibt es doch die eine oder andere Frage, die er selbst nicht richtig zu beantworten vermag. Wie schwer muss der Test also erst den Menschen erscheinen, die ihn bearbeiten müssen?
Der Einbürgerungstest und der Weg dorthin zeigen, dass Deutschland nicht bereit ist, jeden als Deutschen anzuerkennen und zu akzeptieren. Es sucht sich seine neuen Bürger nach seinen Vorstellungen aus und sorgt damit für eine positive Beeinflussung der Bürgerschaft nach dessen Wünschen.

Der perfekte Einbürgerungswillige mit Zusatzqualifikation Einbürgerungstest

Informationen zum Beitrag

Titel
Der perfekte Einbürgerungswillige mit Zusatzqualifikation Einbürgerungstest
Autor
Svenja Spitznagel
Schule
Anne-Frank-Gymnasium , Rheinau
Klasse
J2 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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