Fragen an Frau Fuchs aus dem Kindergarten St. Marien in Bühlertal

Fragen an Frau Fuchs aus dem Kindergarten St. Marien in Bühlertal

Erwartungen an den Interviewpartner:


1.    Unterschiede zwischen ausländischen und deutschen Kindern.
2.    Alle Kinder sind gleich, bei gleicher Erziehung.
3.    Die Erziehung durch die Eltern spielt eine wichtige Rolle.
4.    In Bühlertal gibt es wohl wenige ausländische Kinder.
5.    Die Eltern versuchen auch die Sprache zu lernen um die Kinder dabei zu unterstützen
6.    Die meisten deutschen Eltern haben hoffentlich kein Problem damit , dass ihre Kinder mit ausländischen Kindern zusammen spielen. Jedoch gibt es immer wieder Paare, die es für nicht so gut halten.

 

Fragen an Frau Fuchs aus dem Kindergarten St. Marien in Bühlertal

Interview:

1.    Wie lange sind Sie schon im Kindergarten?
Seit über 30 Jahren.
2.    Aus welchen Ländern hatten Sie schon Kinder?
Aus Frankreich, England, Griechenland, Schweiz, Belgien, Slowenien und Amerika.
3.    Wie klappt das Zusammenspiel mit den deutschen und ausländischen Kindern?
Das Zusammenspiel mit ausländischen Kindern klappt sehr gut. Sie werden von den deutschen Kindern in den Spielalltag integriert, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten.
4.    Wie ändert sich die Zahl der Ausländer in Ihrem Kindergarten in den letzten Jahren?
Die Zahl verändert sich nicht, da es zu wenige ausl.Kinder in unserem Kindergarten gibt.
5.    Was wird unternommen, wenn ausländische Kinder aggressiv werden?
Es wird versucht die Kinder zu beruhigen.
6.    Gibt es Unterschiede von der Herkunft, wenn ja welche?
Türkische Kinder sind aggressiver als andere ausländische Kinder. Vor allem Jungs.
7.    Wie wird kommuniziert, wenn die Eltern kein oder nur kaum Deutsch können?
Die meisten Eltern können zu mindest Englisch, weil die meisten Ausländer bei der Firma Dow Chemicals arbeiten.
8.    Inwiefern unterstützen die Eltern die Integration der Kinder?
Sie interessieren sich sehr für die Integration ihrer Kinder.
9.    Gibt es bei Ihnen im Kindergarten einen Elternabend?
Ja es gibt Elternabende.
10.    Besuchen die ausländischen Eltern auch den Elternabend?
Die meisten Eltern besuchen den Elternabend.
11.    Was wird unternommen wenn die Eltern nicht kommen?
Es wird noch mal ein Einzelgespräch mit den Eltern geführt.
12.    Was halten die deutschen Eltern von den Migranten?
Es gibt keine negativen Bemerkungen von deutschen Eltern und sie haben kein Problem damit, dass ihre Kinder mit ausländischen Kindern spielen.
13.    Was machen die Kinder, die kein Deutsch sprechen?
In der ersten Woche  schauen sie den anderen Kindern beim Spielen zu oder unterhalten sich mit gleichsprachigen Kindern. Später suchen sie Kontakt zu anderen und wissen sich zu verständigen.
14.    Wie setzen sich die ausländischen Kinder durch? Mit Gewalt?
Die meisten Kinder regeln ihre Probleme durch Reden, aber es gibt auch Kinder vor allem türkische Jungen die ihre Probleme durch Gewalt lösen wollen.
15.    Gibt es Konflikte zwischen ausländischen und deutschen Kindern?
Sie kommen meistens sehr gut miteinander aus. +

Auswertung:
Aus unserem Interview haben sich Teile unserer Erwartungen bestätigt: Es gibt Unterschiede zwischen Kindern aus Deutschland und anderen Ländern. Zum Beispiel das Sprechen von anderen Sprachen oder Verhalten. Das hängt aber meistens nur mit den Verhältnissen zusammen, wie die Kinder erzogen worden. Zudem waren mehr Kinder wie erwartet in unserem Heimatkindergarten ausländischer Herkunft. Das hat auch die Anzahl der verschiedenen Länder aus denen die Kinder herkommen bestätigt. Zudem sind viele Eltern daran interessiert, dass ihre Kinder Deutsch können und dass sie in die Gemeinschaft aufgenommen  werden damit sie es im späteren Leben leichter haben.

 

 

Interview mit der Leiterin Petra Fehrenbach der  Kindertagesstätte der Uniklinik Freiburg

Erwartungen:

- größerer Ausländeranteil als im Dorf (Bühlertal)
- Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Kindern
- Viele der ausländischen Kindern und auch Eltern sprechen kein/kaum Deutsch
- Manche der ausländischen Kinder haben eine ganz andere Kultur und Lebensart
- Zum Teil Missverständnisse zwischen Eltern und Erzieherinnen
- Verschiedene Ehrziehungsvorstellungen
- Manche Eltern haben kein Interesse an der Integration ihrer Kinder
- Die Erziehung durch die Eltern spielt eine wichtige Rolle

1.)    Wie lange sind Sie schon im Kindergarten?
Ich arbeite seit acht Jahren im Kindergarten der Uniklinik Freiburg.

2.)    Aus welchen Ländern hatten Sie schon Kinder?
Die Kinder bzw. ihre Eltern kommen aus Italien, Spanien, Kroatien, Rumänien, Türkei, Algerien, Dominikanischen Republik, China.

3.)    Wie klappt das Zusammenspiel mit deutschen und ausländischen Kindern?
Das hängt sehr davon ab, ob die Kinder die deutsche Sprache verstehen und ob sie auch schon  etwas Deutsch sprechen. Die Sprache ist sehr wichtig für die Verständigung untereinander.

4.)    Wie ändert sich die Zahl der Ausländer in den letzten Jahren?
Die Anzahl ausländischer Kinder hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht.
Momentan haben etwa ein Drittel unserer Kinder einen Migrationshintergrund, d.h. ein oder beide Elternteile stammen aus dem Ausland.

5.)    Was wird unternommen wenn ausländische Kinder aggressiv werden?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Es ist wichtig, zu beobachten in welchen Situationen sich das Kind aggressiv verhält und zu hinterfragen welche Ursachen dahinter stecken. Liegen die Gründe dafür im sprachlichen Bereich oder eher im sozialen Bereich.

6.)    Gibt es Unterschiede von der Herkunft, wenn ja welche?
Es gibt Unterschiede im Hinblick auf die Kultur und Religion. Kinder aus Ländern wie Italien oder Spanien haben eine ähnliche Kultur und Religion wie wir.
Deshalb fällt es ihnen meist leichter, sich einzuleben. Kinder aus arabischen Ländern werden hier mit einer anderen Sprache, einer anderen Kultur und in der Regel auch mit einer anderen Religion konfrontiert und deshalb ist es für diese Kinder oft schwieriger sich bei uns zurechtzufinden.

7.)    Wie wird kommuniziert, wenn die Eltern kein oder nur kaum Deutsch können?
Meist spricht eines der beiden Elternteile etwas besser Deutsch und dieses Elternteil ist dann für uns der Ansprechpartner .Manchmal sind es auch ältere Geschwister, die schon gut deutsch sprechen. Hin und wieder kommt es jedoch auch vor, dass man sich auf Englisch unterhalten muss, so z. B. mit Eltern aus asiatischen Ländern.

8.)    Wie / inwiefern unterstützen die Eltern die Integration ihrer Kinder?
Wichtige Voraussetzungen für die Integration ausländischer Kinder ist die Bereitschaft der Eltern, sich selbst zu bemühen, die deutsche Sprache zu erlernen und sich auf die Kultur hier einzulassen bzw. diese zu akzeptieren. Vor allem bei Kindern aus arabischen Ländern gibt es oft noch die typische Rollenverteilung, d.h. der Mann geht arbeiten und die Frau bleibt zu Hause und ist für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Diese Frauen sprechen dann oft kaum Deutsch- auch wenn sie schon einige Jahre in Deutschland leben. Eine Verständigung mit ihnen ist schwierig und gleichzeitig sind sie aber unser Haupt- Ansprechpartner  wenn es um ihr Kind geht.
Es ist für die Kinder auch wichtig und hilfreich, wenn sie Kontakte zu anderen Kindern außerhalb der KiTa pflegen dürfen und wenn sie die kulturellen und religiösen Bräuche und Feste hier mit erleben dürfen. Gleichzeitig ist es für die deutschen Kinder sehr bereichernd, die Kultur und Religion des ausländischen Kindes kennen zu lernen. Dadurch wird gegenseitiges Verständnis geweckt.

9.)    Gibt es hier im Kindergarten einen Elternabend, wenn ja kommen die ausländischen Eltern?
Es gibt bei uns nur ein bis zwei Elternabende im KiTa-Jahr, da alle Eltern berufstätig sind und oft auch im Schichtdienst arbeiten. Dafür gibt es bei uns viele Aktionen mit Eltern und Kindern. Diese werden von allen Familien gut angenommen.


10.) Was wird unternommen wenn sie nicht kommen?
siehe Frage 9.)
 

11.) Was halten die deutschen Eltern von den Migranten?
Wir haben sehr viele Eltern mit Migrationshintergrund. Deshalb sind die Eltern sehr offen  und hilfsbereit gegenüber ausländischen Familien.

12.) Was machen Kinder, die noch kein deutsch sprechen?
Für diese Kinder ist es in der Anfangszeit schon oft schwierig. Meist übersetzen Eltern wichtige Dinge wie z. B. Regeln die es gibt. Oft lassen wir uns auch die Bezeichnungen für Toilette, Essen, Trinken in der jeweiligen Sprache geben.
Kinder lernen aber im täglichen Umgang mit den anderen Kindern sehr schnell die deutsche Sprache.

13.) Versuchen sich die ausländischen Kinder zu integrieren?
Die Kinder wollen sich integrieren, sie wollen dazugehören. Wenn die Eltern dies unterstützen, gelingt es ihnen natürlich leichter und schneller.

14.) Wie setzen sich die ausländischen Kinder durch? Mit Gewalt?
Solange Kinder der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind, habe ich eher erlebt, dass diese Kinder noch sehr zurückhaltend sind und sich eher zurückziehen. Wenn sich ein Kind sprachlich nicht mitteilen kann, ist es darauf angewiesen, zu zeigen, was es möchte. Dies kann dann natürlich auch mal dazu führen, dass sich ein Kind von einem anderen Kind einfach etwas nimmt was es gerade haben möchte.
Oder es wehrt sich in Konfliktsituationen körperlich wenn es verbal dazu noch nicht in der Lage ist.

15.) Gibt es Konflikte zwischen ausländischen und deutschen Kindern?  
Es kann aufgrund fehlender Verständigungsmöglichkeiten zu Konflikten zwischen deutschen und ausländischen Kindern kommen. Hier ist es dann die Aufgabe der Erzieherin sich für die Verständigung der Kinder untereinander einzusetzen und zu vermitteln. Wenn ein Kind große sprachliche Probleme hat, ist es auch wichtig, rechtzeitig zusätzliche Unterstützung einzufordern, sei es durch spezielle Sprachförderprogramme oder durch Logopädie.
Das Erlernen der deutschen Sprache ist wichtige Voraussetzung für die Integration und für den späteren Schulerfolg.

Auswertung:

In Freiburg gibt es definitiv einen größeren Ausländeranteil als in Bühlertal. Mehr als ein Drittel der Kinder sind im Kindergarten der Uniklinik Freiburg Ausländer.
Die Erziehung der Eltern spielt  oft eine wichtige Rolle. Unterschiede von deutschen und ausländischen Kindern gibt es nur in Hinsicht auf die Kultur der einzelnen Kinder.
Die Kultur und Lebensart der Kinder spielt eine wichtige Rolle bei der Integration der Kinder. Kinder die eine komplett andere Kultur als wir haben,, fällt es schwerer sich zu integrieren als Kindern die eine ähnlich Kultur wie wir haben. Deshalb wird im Kindergarten auch auf die religiöse Ernährungskultur geachtet.


Vergleich der beiden Interviews


In der Uniklinik Freiburg gibt es viel mehr ausländische Kinder als in Bühlertal. Außerdem kommen die Kinder aus sehr unterschiedlichen Ländern. In Bühlertal gibt es hauptsächlich Kinder aus der Türkei und England. Dadurch wissen die Erzieherinnen in Freiburg besser damit umzugehen, weil es mehr ausländische Kinder dort gibt. In der Uniklinik gibt es zudem mehr ausländische Kinder aus sozialschwächeren Familien. Durch die große Anzahl an Migranten wird in Freiburg mehr für sie angeboten. Sie können sich dadurch besser integrieren und die Sprache schneller und besser lernen. Somit knüpfen sich auch schneller Kontakte zwischen deutschen Eltern und ausländischen Eltern.


Fazit:

Es war interessant und aufschlussreich zu erfahren wie sich die Migranten integrieren, in Deutschland einleben und neue Kontakte und Freundschaften mit deutschen Kindern und Eltern schließen. Die meisten unserer Erwartungen haben sich mit den Antworten der Interviewpartner gedeckt  und dadurch bestätigt.


 

Fragen an Frau Fuchs aus dem Kindergarten St. Marien in Bühlertal

Informationen zum Beitrag

Titel
Fragen an Frau Fuchs aus dem Kindergarten St. Marien in Bühlertal
Autor
Sarah Droll, Marius Fritz, Franziska Schäuble, Lukas Zimmermann
Schule
Heimschule Lender Sasbach, Sasbach
Klasse
9f von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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