Deutschland - ein Migrationsmärchen

„Als das deutsche Team um Kapitän Fritz Walter, Helmut Rahn und Max Morlock um 16:45 Uhr an diesem 4. Juli 1954 ins Wankdorf-Stadion von Bern auf den Rasen traten, hätten sie vermutlich nie daran geglaubt, nun Fussballgeschichte zu schreiben.“ (Auszug aus FIFA.com)

Und es schrieb Fußballgeschichte, wir wir alle wissen. Das Wunder Von Bern gilt als eines der bedeutendsten sportlichen Ereignisse in der Historie Deutschlands. Was war das für ein Team um Kapitän Fritz Walter, was haben sie uns für einen Fußball geboten, jedoch war von Migranten keine Spur. Damals noch unvorstellbar, dass „Ausländer“ die deutsche Mannschaft zu einem bedeutenden sportlichen Erfolg führen können. Heute wissen wir es besser. Klose, Özil, Khedira, Podolski und Co. verblüffen, faszinieren und beschenken uns mit schnellen Kombinationsfußball, eiskalten Kontern und Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor. Es macht einfach Spaß, dem Multi-Kulti-Team von Trainer Löw zuzuschauen, wenn sie selbst gegen Angstgegner und Weltklasseteams wie Argentinien, Niederlande oder England durchmarschieren wie das Messer durch die warme Butter.

Doch erheben immer mehr Kritiker ihre Stimme und kritisieren die Tatsache, dass der DFB, der Deutsche Fußballbund, nur noch von Migranten dominiert wird und dass Deutschland die Spieler anderer Nationen „klaut“. Bestes Beispiel, das Hin und Her um den Real-Star und ehemaligen Dortmunder Motor im Mittelfeld, Nuri Sahin. Spielt er nun für Deutschland, oder für die Türkei? Am Ende hieß der Gewinner Türkei, doch war der DFB damit alles andere als zufrieden, da ihnen ein unglaubliches Talent durch die Hände gerutscht ist.
Doch sind diese Kritiker nicht nur Neider, die den sportlichen Umbruch des DFB nicht akzeptieren? Akzeptieren diese nicht, dass der DFB bereits die Jugendmannschaften taktisch hervorragend schult, und verstehen sie nicht, dass Deutschland attraktiv für Migranten aus aller Welt ist, so dass es naheliegt, dass junge Menschen für deutsche Topklubs auflaufen, um ihren großen Idolen nacheifern zu können?

Der DFB macht sich stark für Integration, engagiert sich für kriminelle Migranten und gibt diesen einen Lebenssinn. Sie holen junge Menschen von der Straße und geben ihnen eine Chance für eine erfolgreiche Zukunft.  Das hat nichts mit „Taltendiebstahl“ zu tun. Es ist doch offensichtlich, dass sich viele Migranten mit dem DFB identifizieren. Özil und Khedira sind im schwarzweißen Trikot zu Weltklassespielern gereift.



Doch wie kam es zu diesen „Migranten-Ansturm“ auf das Deutsche Lager?

Es fing alles mit dem Gastarbeiteransturm auf Deutschland an. Gastarbeiter holten ihre Familien nach Deutschland und gründeten damit einigermaßen das Erfolgskonzept des Deutschen Fußballbunds, ohne es zu wissen. Das deutsch-italienische Anwerbeabkommen spielte dem DFB unbewusst in die Karten, wurde das Fundament. Natürlich gab es Anlaufschwierigkeiten. Die Jugendlichen wurden kriminell, wurden generell gesellschaftlich nicht akzeptiert. Doch der DFB gibt jeden Migranten eine Chance.

Erinnern wir uns doch an den Sensationserfolg unserer U21 oder der U17 in Mexiko.
Unsere Bubis zelebrierten Fußball, sie spiegelten den Umbruchs des DFB wieder: Jung, schnell, erfolgreich. Ein Konzept was fruchtet.
Nach den Katastrophenauftritten 2004 bei der EM musste etwas passieren. Der DFB erkannte das Potenzial der deutschen Jugendmannschaften und schlug eiskalt zu, genau wie Klose vor dem gegnerischen zuschlug. Eine interessante Parallele. Die Entwicklung, die hier vor sich geht, ist unbeschreiblich und mit Sicherheit noch lange nicht am Ende. Hier steckt noch viel Potenzial, das Ziel stets vor Augen: Weltmeister, Europameister! Nicht mehr, nicht weniger. Deutschland hat sich vom Altherrenfußball abgewandt und zeigt den Senioren von Italien oder Griechenland, wo es langgeht. Der Erfolg wird kommen.

Mit Projekten wie „Integration gelingt spielend“ sammeln sie in der ganzen Nation Sympathien, sie geben Deutschland ein Gesicht, ein engagiertes Fußballgesicht. Sie bieten der Welt alles, was Nationalmannschaften wie Brasilien oder Frankreich uns vor Jahren geboten haben, Freude am Fußball. Der DFB verbindet soziale Intelligenz mit fußballerischen Leckerbissen. Das Resultat: Fußballdeutschland in Ekstase. Deutschland hat alles, was sich das Fußballherz wünscht, freut sich über einen 3. Platz wie andere Mannschaften über einen WM-Erfolg. Man will sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn Deutschland in einem echten Finale als Sieger vom Platz gehen würde. Jungs, stellt unsere Nation auf den Kopf.

Lorian Abazi (Kopernikus Gymnasium Bargteheide, 11a)

 

Informationen zum Beitrag

Titel
Deutschland - ein Migrationsmärchen
Autor
Lorian Abazi
Schule
Kopernikus Gymnasium, Bargteheide
Klasse
11a von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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