Neue Herausforderungen am Arbeitsmarkt - Womit Migranten immer noch zu kämpfen haben

Schaut man sich heute in einem Betrieb um, so werden einem viele Namen ins Gesicht springen. Müller, Meier, Schmidt, aber auch Yalcin, Wischnevski oder Dyruschka. Namen, die fremd klingen. Namen, die einen Migrationshintergrund vermuten lassen.
In der Nachkriegszeit war der Bedarf an Arbeitskräften groß, schließlich brauchte man viele Hände um ein zerstörtes Deutschland wieder aufzubauen. Der Wirtschaftsboom Anfang der 50er Jahre führte zudem zu einer riesigen Migrationswelle. Es gab zu viel Arbeit, um sie alleine bewältigen zu können.
Viele der damaligen Gastarbeiter sind geblieben.
Heutzutage leben mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Und trotzdem ist die komplette Integration nicht so ganz gelungen. Infolge des demografischen Wandels sind weiterhin ausländische Arbeitkräfte gefragt. Allerdings ist es für Migranten wesentlich schwerer sozial aufzusteigen und ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern.
Studien haben gezeigt, dass die Beschäftigungsquote ausländischer Arbeitnehmer stärker von der aktuellen wirtschaftlichen Situation abhängt als die von den deutschen Beschäftigten. Die Arbeitslosigkeit steige rapide im Verlauf einer Rezession, während bei einer Konjunktur die Beschäftigungsrate wieder zunehme. Doch warum sind Migranten so sehr von Konjunkturschwankungen betroffen?
Ein Grund dafür könnte das teilweise niedrigere Bildungsniveau sein, da Immigranten oftmals ungelernt nach Deutschland kommen und dort Arbeiten verrichten, für die sie keine höheren Qualifikationen benötigen. Dazu kommt, dass nicht alle Abschlüsse außerhalb der EU in Deutschland anerkannt werden. So kann es passieren, dass ein ausländischer Ingenieur in Deutschland als Taxifahrer arbeiten muss.
Auch sprachliche Barrieren können das Leben in Deutschland sehr kompliziert machen.
Und obwohl es nie offen zugegeben werden würde, ganz frei von Diskriminierungen ist Deutschland auch nicht.
Selbst für Migranten der zweiten Generation mit den deutschen Abschlüssen gestaltet sich die Jobsuche oftmals schwieriger als für Bewerber ohne Migrationshintergrund.
Was man dagegen tun kann? Eine migrationsfreundliche Sozialpolitik wäre ein Anfang. Zumindest ist es mittlerweile einfacher, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Die deutsche Sprache zu erlernen, spielt zudem eine wichtige Rolle. Hierbei sollte man auch auf die rechtzeitige Einbindung der Kinder achten, da das frühe Deutschlernen sich stark auf den späteren Schulerfolg auswirkt.
Und was die Diskriminierung betrifft, sollte sich jeder an die eigene Nase fassen.
So sagte Bundespräsident Wulff Oktober letzten Jahres: „Die Zukunft gehört den Nationen, die offen sind für kulturelle Vielfalt, für neue Ideen und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem.“
Wir brauchen die Migranten. Mit ihrer Hilfe können wir den Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland zumindest ein bisschen entgegen wirken.
Und schlussendlich ist Herr Wischnevski genauso freundlich wie Herr Müller.




Nicole Zeh

Informationen zum Beitrag

Titel
Neue Herausforderungen am Arbeitsmarkt - Womit Migranten immer noch zu kämpfen haben
Autor
Nicole Zeh
Schule
Georg-Büchner-Gymnasium, Rheinfelden
Klasse
G KII von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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