Wenn die Steinzeitmenschen es konnten…

(Kommentar)
 
Die Welt befindet sich in einem ständigen Wandel. Aber wo führt dieser Wandel hin? Erreicht die Welt den Status der „vollkommenen Globalisierung“? Ist das überhaupt ein anzustreben wertes Ziel...
Die Liste der Fragen zum Thema Globalisierung scheint kein Ende zu finden. Einer der größten Fragen auf dieser Liste ist, inwiefern die Globalisierung die eigene Kultur und somit auch die eigene Identität beeinflusst bzw. gefährdet. Um eine Antwort auf diese Frage finden zu können muss man zunächst wissen was Globalisierung eigentlich bedeutet.
Heutzutage gibt es aber verschiedene Deutungen des Begriffs. So antwortet ein Politikwissenschaftler auf die Frage, was Globalisierung sei, ganz anders, als ein Wirtschaftsjournalist oder ein Lehrer. Doch in einem Punkt stimmen alle Deutungen größtenteils überein: Globalisierung ist die anwachsende Verflechtung vieler Bereiche über die ganze Erdkugel.
Einer dieser Bereiche ist die Kultur. Diesbezüglich wird häufig befürchtet, dass durch z.B. höhere Migrationszahlen, welche die Globalisierung mit sich bringt, die eigene Kultur verloren gehen könnte. Die Angst vor Überfremdung im eigenen Land und dem Verlust der eigenen Identität ist groß. Doch aus diesem Blickwinkel darf man die Globalisierung nicht betrachten. Man muss sie nicht als Bedrohung sondern als eine Chance ansehen. Eine Chance, die eigene Kultur und den eigenen Horizont zu erweitern.

Kulturen beeinflussen sich gegenseitig. Das haben sie schon immer getan. Nur so kann eine Kultur existieren. Schon in der Steinzeit lebten die Menschen in sogenannten „kleinen Sippen“ nach einem eigenen Lebensstil, aber dieser entwickelte sich mit der Zeit durch abgucken von anderen Sippen immer weiter. Nur so konnten sich die primitiven Lebensstile aus der Steinzeit zu den heutigen Kulturen erweitern. Schließlich steht im Ursprung jeder Kultur der Neuzeit, die Erstkulturen bzw. Lebensstile der Steinzeitmenschen.
Also sieht man, dass die Entwicklung der Kulturen durch Einfluss von anderen Kulturen nichts Neues und auch nicht Schlechtes darstellt. Im Gegenteil stellt die Globalisierung eine Chance dar, die eigene Kultur zu erweitern, so wie es bereits in der Steinzeit der Fall gewesen ist. Diese Erweiterung der Kultur kann dabei ohne Verlust der eigenen Wurzeln stattfinden. Somit kann nicht davon die Rede sein, dass die Globalisierung zwangsläufig zu einem Verlust der Identität führt. Die Globalisierung ist ohnehin ein laufender Prozess der nicht aufgehalten werden kann. Man kann es lediglich gestalten.
Und wenn diese Gestaltung mit Toleranz, Integrationsbereitschaft und kooperatives Zusammenleben stattfindet, kann aus der Globalisierung großer Gewinn erzielt werden. Sowohl in Bereichen wie Wirtschaft und Politik als auch im sozialen Bereich oder vielen weiteren Bereichen.
Die Globalisierung ist das einzige Werkzeug mit dem wir alle Puzzleteile der Erdkugel, die momentan größtenteils voneinander getrennt sind, zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Und nur mit Toleranz und Integrationsbereitschaft kann diese, mithilfe der Globalisierung zusammengebaute Erdkugel, festgeklebt werden, damit sie erfolgreich hält und nicht ineinander zusammenbricht.
 
      

Ersin Sancar, Ömer Arikan 16.12.2011

Wenn die Steinzeitmenschen es konnten…

Informationen zum Beitrag

Titel
Wenn die Steinzeitmenschen es konnten…
Autor
Ersin Sancar, Ömer Arikan
Schule
Ricarda-Huch-Gymnasium, Gelsenkirchen
Klasse
Zusatzkurs Sozialwissenschaften von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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