50 Jahre Migration – immer noch das Problem „Integration“

Dieses Jahr wurde das 50. Jubiläum der Migration gefeiert, doch bietet das Thema „Migration“ immer noch einen großen Raum für Diskussionen.
Es ist bedauerlich, dass die vierte Generation der ehemaligen „Gastarbeiter“ immer noch mit dem Problem der Integration zu kämpfen hat. Ist „gelungene Integration“ immer mit Assimilation gleichzusetzen?

Das Wort „Integration“ ist von dem lateinischen Wort „Integratio“ abgeleitet, das übersetzt die Wiederherstellung eines Ganzen beziehungsweise einer Einheit bedeutet. In der Politik ist „Integration“ eine soziologische „Bezeichnung für die gesellschaftliche und politische Eingliederung von Personen“1.
Schlussfolgernd spielt für eine erfolgreiche Integration nicht nur die Einstellung der Migranten eine wichtige Rolle, sondern auch die der „Einheimischen“.
Für eine gelungene Integration müssen für Migranten als auch für Einheimische gewisse Kernforderungen gelten.
 
Der wichtigste Grundbaustein für die Eingliederung in eine neue Gesellschaft ist die Kommunikation. Der Erwerb von Sprachkenntnissen ist  die Grundvoraussetzung für einen Kulturaustausch, der für eine gelungene Integration entscheiden ist.
Beide Gruppen müssen der „fremden“ Kultur Respekt und Interesse gegenüber zeigen, da eine durch Vorurteile geprägte Grundeinstellung dem „Fremden“ gegenüber die Integration scheitern lässt.

Dementsprechend ist es wichtig in einer Gesellschaft, die durch Einwanderung gezeichnet ist, die Diskussion über „Integration“ zu führen.
Im Laufe der Zeit hat sich diese Diskussion jedoch zu einem sehr emotionalen und empfindlichen Thema entwickelt.
Der ehemalige Migrationsberater Ali Gürcan resümiert „früher waren wir Ausländer, dann wurden wir ausländische Mitbürger, heute werden wir Migrant oder Zuwanderer genannt und unsere Kinder bezeichnet man als Personen mit Migrationshintergrund“. Gürcan bringt das Problem auf den Punkt. Die Problematik des Themas Integration hat sich verändert.
Die ausländischen Gastarbeiter kamen nach Deutschland, weil man sie brauchte und angefordert hatte. Heute werden die
Gebliebenen und deren Familien als Problem aufgefasst.

Sie sind jedoch ein Teil unserer Geschichte und wir müssen endlich lernen multikulturell zu denken, um dies als Bereicherung zu begreifen.  Die nationale Zugehörigkeit ist heute nicht mehr entscheidend. So zahlen wir zum Beispiel im Raum Europa mit dem Euro. Wir müssen begreifen, dass das Leben in der Gesellschaft mit unterschiedlichen kulturellen Facetten eine Herausforderung ist, die zukunftsweisend ist.  Gesellschaft, Wirtschaft und Politik profitieren von dieser kulturellen Verschiedenheit.

Integration zu sagen und Assimilation zu meinen, ist die banalste Form, um die vierte Generation der „Gebliebenen“ in unsere Gesellschaft aufzunehmen.  Damit ein offenes Miteinander der Kulturen entstehen kann und keine Gruppe ihre Wurzeln verliert, sind Respekt und Interesse auf beiden Seiten gefordert. Der Staat hat die Aufgabe, sich um ein besseres Verständnis für die andere Gruppe zu bemühen und sollte dabei in den Schulen anfangen. Der Integrationsprozess sollte nicht der unvollendeten Sinfonie Beethovens ähneln.

Rike Klutzny, Damla Örs

1 Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006.
 

Rike Klutzny (Jahrgangsstufe 13) – Damla Örs (Jahrgangsstufe 13) Projekt „Migration“

Thema: Integration

 

Schule : Ricarda Huch-Gymnasium Gelsenkirchen
Klasse : 13
Fach : Sozialwissenschaften
Autoren : Damla Örs, Rike Klutzny
 

50 Jahre Migration – immer noch das Problem „Integration“

Informationen zum Beitrag

Titel
50 Jahre Migration – immer noch das Problem „Integration“
Autor
Rike Klutzny, Damla Örs
Schule
Ricarda-Huch-Gymnasium, Gelsenkirchen
Klasse
Zusatzkurs Sozialwissenschaften von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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