Migration in Deutschland 1950 – 2005

Migration war und ist eines der großen Themen in Deutschland. Täglich werden wir damit             konfrontiert. In der Politik tauchen ständig neue Probleme auf, die beseitigt werden müssen.
So hat sich die Migrationspolitik Deutschlands Jahr für Jahr weiterentwickelt. Deutschland zuerst mehr Auswanderungsland, dann eines der wichtigsten europäischen Zielländer von Migranten.
Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich in der Migrationspolitik viel getan. Allein zwischen 1945 und 1949 kamen ca. 12 Mio. Vertriebene und Flüchtlinge in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik. 1986 lebten etwa 1 Mio. erwerbstätige Ausländer in der Bundesrepublik und 1973 lag der bis heute höchste Wert bei 2,6 Mio. erwerbstätigen Ausländern. Durch ein sogenanntes „Rotationsmodell“ sollte einen Daueraufenthalt der Gastarbeiter verhindert werden, vielmehr sollten die Gastarbeiter nach einem begrenzten Aufenthalt wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Doch das Ganze stieß bald auf Widerstand, so dass 1971 die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung erleichtert wurde, was zu folgen hatte, dass die „Gastarbeiter“ ihre Familien nachholten.
In den 1960er Jahren warb die DDR Vertragsarbeiter an, wodurch die Aus-und Weiterbildung der Arbeitskräfte im Mittelpunkt stand.
 Eine weitere bedeutende Quelle der Zuwanderung in Deutschland waren die (Spät-)Aussiedler : Zwischen 1950 und 1987 kamen etwa 1,4 Mio. Aussiedler nach Deutschland, 1990 dann der Höhepunkt mit 397.000 Aussiedlern. Später wurden es immer weniger, was auf verschiedene gesetzliche Maßnahmen zurückzuführen ist, wie zum Beispiel, dass Deutschkenntnisse vorhanden sind.
Ein wichtiger Unterschied sollte deutlich werden: Statt von Ausländern spricht man heute eher von „Personen mit Migrationshintergrund“, da es zu verdeutlichen gilt, dass Staatsangehörigkeit nicht das Merkmal ist, mit dem man die Einwanderungsbevölkerung angemessen beschreiben könnte. Personen mit Migrationshintergrund sind Ausländer oder Deutsche, entweder zugewandert oder zu einer zweiten oder dritten Generation angehörend. Doch auch wenn sie nicht das Hauptmerkmal ist, ist die Staatsangehörigkeit ein wichtiger Punkt der Migration. Bis 1993 gab es für Ausländer keinen Anspruch auf Einbürgerung, erst dann wurde die Staatsangehörigkeit reformiert und als Einbürgerungsanspruch eingeführt, mit der Voraussetzung des 15 jährigen rechtmäßigen und dauerhaften Aufenthalts in der Bundesrepublik. Im Staatsangehörigkeitsgesetz von 2000 galten dann jene Voraussetzungen: Nachweis deutscher Sprachkenntnis, Straflosigkeit, Verfassungstreue und die selbstständige Finanzierung des Lebensunterhalts. Zudem bekommen in Deutschland geborene Kinder die Staatsangehörigkeit, wenn sich ein Elternteil mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland aufhält. Doch schließt das Staatsangehörigkeitsgesetz von 2000 eine doppelte Staatsangehörigkeit prinzipiell aus.
Nach diesen Migrationsformen gilt auch für das Flucht-und Asylrecht eine Veränderung. Stieg die Zahl der Asylbewerber in den 1980er Jahren noch stark an und erreichte 1992 den Höhepunkt, wurde 2005 der niedrigste Stand seit 1984 vernommen, da verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Zum Beispiel, wenn der Asylbewerber aus einem „sicheren Herkunftsland“ stammt, wird der Asylantrag in der Regel abgelehnt. Zwei der Hauptherkunftsländer der Antragsteller im Zeitraum 2000-2005, sind der Irak (13%) und die Türkei (12%). Im europäischen Vergleich sieht man, dass in den 1990er Jahren Deutschland Hauptaufnahmeland von Asylbewerbern war. Großbritannien konnte die höchsten Zahlen 2000 verzeichnen, seit 2003 trifft dies auch auf Frankreich zu. Ein noch nicht gelöstes Problem stellt auch in Deutschland die Irreguläre Migration dar. Genaue Zahlen über die Migranten liegen nicht vor, es gibt nur inoffizielle Schätzungen, welche von 500.000 bis 1 Mio. illegal anwesende Migranten reden. Die Gruppe der illegalen Einwandere sollte sehr vielfältig sein, unter ihnen dürften sich abgelehnte Asylbewerber, Flüchtlinge aber auch Arbeitssuchende befinden. Die Lebensumstände der illegalen Migranten spielen in der Politik eine eher untergeordnete Rolle.
Die aktuelleren Entwicklungen ziehen sich auch über verschiedene Bereiche. Viel kann man in der Zuwanderungspolitik vermerken. Die Reform der Staatsangehörigkeit hat eine generelle Debatte über Zuwanderung und Integration ausgelöst. Das Zuwanderungsgesetz, welches am 1. Januar 2005 in Kraft trat, enthält Bestimmungen zur Zuwanderung  ausländischer Arbeitnehmer, Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern und Integration von Zuwanderern. Darüber hinaus wurden auch sicherheitsrelevante Aspekte im Rahmen der Terrorbekämpfung integriert, wie etwa die Abschiebung so genannter „Hassprediger“. Mit dem ersten Zuwanderungsgesetz der Bundesrepublik verbindet sich aber nicht zuletzt der Anspruch, die Integration der Einwanderungsbevölkerung zu fördern und die Zahl der zuwandernden Hochqualifizierten und Selbstständigen trotz des Wegfalls des Punktesystems zu erhöhen. In der Integrationspolitik sind mittlerweile deutsche Sprachkenntnisse Pflicht. Seit 2005 müssen Neu-Einwanderer aus nicht EU-Staaten Integrationskurse besuchen. Neben den Sprachkenntnissen nimmt das Bildungssystem eine große Rolle ein. Eine PISA-Studie ergab, dass Kinder von Einwanderern weniger erfolgreich in der
Schule sind und u.a. wegen mangelnder Sprachkenntnisse auf die Hauptschule geschickt werden.
In der Migrationspolitik nimmt die Europäischer Union (EU) eine bedeutende Rolle ein. Bisher bezogen sich die Kompetenzen der EU auf den Bereich der Asylpolitik. Nach den Ansichten der Bundesregierung sind zentrale Herausforderungen die Bekämpfung der irregulären Migration, der Ausbau der Zusammenarbeit bei Rückführung von Drittstaatsangehörigkeit und der Schutz der EU-Außengrenzen. Weitere Herausforderungen werden auch künftig bleiben wie zum Beispiel die Verbesserung der Bildung und Bildungschancen der Einwanderbevölkerung und deren Nachkommen. Die Förderung und Nutzung des Potenzials der Einwanderungsbevölkerung ist auch wichtig, um die wirtschaftlichen Folgen einer alternden Bevölkerung meistern zu können. So sollte man die Hürden für die Einwanderung Hochqualifizierter senken.
In einem Bericht der „BAMF“ wurde das Wanderungsgeschehen 2010 folgend festgehalten:
Es gibt mehr Hochschulabsolventen  und ein positives Wanderungssalo  seit 2000. Die häufigsten Herkunftsländer der Zuwanderer sind Polen, Rumänien, Bulgarien, Türkei und Ungarn. Es gibt ein konstantes Niveau beim Ehegatten und Familiennachzug. Erstmals seit 2003 hat Deutschland einen Wanderungsüberschuss von über 100.000 Personen.
Abschließend ist zu sagen, dass die Migrationspolitik Deutschlands gewachsen ist und sich verbessert hat und bereit ist, sich neuen Problemen etgegenzustellen.
 
Lara Abele

Quellen:     http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2011/20111214-migrationsbericht-2010.html

     http://www.migration-info.de/mub_laenderprofile.php

    http://www.focus-migration.de/Deutschland_Update.1509.0.html
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Migration in Deutschland 1950 – 2005
Autor
Lara Abele
Schule
Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Bad Bergzabern
Klasse
9a von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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