Emigration - Konflikte in der neuen Heimat

In einem multikulturellen Land wie Deutschland ist es nicht immer die Regel, dass alles reibungslos abläuft. Kommen sich die verschiedenen Kulturen und Mentalitäten in die Quere oder ist ein friedliches, respektvolles Zusammenleben möglich?

Viele Immigranten haben im Land ihrer Destination mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Im Heimatland, wenn sie kurz vor der Abreise stehen, haben sie noch ihre Ziele und Wünsche im Fokus ihrer Aufmerksamkeit, aber sobald sie im jeweiligen Land angekommen sind, werden sie mit der Realität konfrontiert. Ab dem Zeitpunkt an erleben sie eine Reihe ernüchternder Kultur-Schocks. Tatsächlich gibt es Probleme mit der Mentalität, die Sprache erweist sich als große Hürde und das allgemeine neue Umfeld stößt eventuell auf Ablehnung.
Vor allem scheint die Diskrepanz der Religion, die die Kultur weitgehend bedingt, ein äußert kritischer Brennpunkt zu sein, der die zwischenmenschlichen Verhältnisse beeinträchtigen kann.
"Politisch ist Deutschland fortschrittlich. Sehr gelegen kommt mir die Vergangenheit Deutschlands, aus der eine Sensibilisierung für das Thema "Intoleranz bezüglich Religion, Rasse etc." entstand. Daher kann ich meine Kultur so ausleben, dass ich mich gar nicht um die Integration muss. ", äußerte mein ausländischer Nachbar.

Eine Muslima mit Kopftuch besucht eine Berufsschule. In der Klasse wird diskutiert, ob ein Kreuz in das Klassenzimmer gehängt werden soll, wobei das Mädchen mit dem Kopftuch strikt gegen diese Auslebung der christlichen Religion war - in einem christlichen Land, wohlgemerkt. ''Mein Kopftuch ist eine ganz andere Sache, das ist mit dem Kreuz nicht zu vergleichen!'', meinte sie.

Es kommt auch in vielen alltäglichen Situationen zu Konflikten, in denen die Ausländer das Gefühl haben, nicht respektiert zu werden. Nicht selten verteidigen sie ihre Position daraufhin äußerst aggressiv.
Das Beispiel: Ein ausländischer Junge übernachtet bei einem Freund der Familie, welcher verheiratet ist mit einer deutschen Frau. Der Junge war sehr verstört als er Schweinefleisch am Tisch erblickte und fühlte sich sehr angegriffen, dass in seiner Gegenwart solches aufgetischt wird, woraufhin er seinem Freund vorwarf, kein richtiger Türke zu sein.
Auf deutscher Seite fühlen sich ebenfalls viele missverstanden, weil sie sich in ihrem Land  ebenfalls nicht respektiert fühlen. Es hat den Anschein, als verhielten sich einige Ausländer der deutschen Kultur gegenüber sogar spöttisch. Eine Verschärfung kommt hinzu, da sich die Ausländer abzugrenzen scheinen. Viele Jugendliche wachsen in einer Umgebung auf, in der sie häufig nur mit ihren eigenen Landsleuten in Kontakt treten. Dann fällt es ihnen schwer, in der deutschen Gesellschaft Anschluss zu finden.

Es ist nicht selten der Fall, dass sich beide Seiten missverstanden fühlen.
Warum ist der Wille zur Integration nicht vorhanden?

Abschließend lässt sich sagen, dass ein Miteinander, bei dem alle zusammen an einem Strang ziehen, momentan aussichtslos erscheint. Viele gute Ansätze lassen sich in vielen Bereichen finden, doch die Realität zeigt, dass es eines starken Willens bedarf, diese auch weiterzudenken und in die Tat umzusetzen. Das ist das Problem, an dem vieles scheitert. Es wird immer Menschen geben, die nicht bereit sind, sich für eine Sache einzusetzen, die sie nur bedingt als ihre eigene Angelegenheit betrachten. Oftmals ist nichts weiter als ein kompletter Unwille die Ursache dessen, dass die Integration scheitert und solange es Menschen gibt, die solche Ansichten vertreten, wird es in Deutschland oder anderen Ländern, niemals zu einer Art von Gemeinschaft kommen, die Multikulturismus als Errungenschaft und nicht als Makel, in welcher Form auch immer, vorzeigen kann.


Schule: Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück
Klasse: Literaturkurs Q1 / 12
Autoren: Caterina Caricato, Gözde Öner und Nezide Öner
 

Emigration - Konflikte in der neuen Heimat

Informationen zum Beitrag

Titel
Emigration - Konflikte in der neuen Heimat
Autor
Caterina Caricato, Gözde Öner und Nezide Öner
Schule
Einstein-Gymnasium, Rheda-Wiedenbrück
Klasse
Literaturkurs 12 von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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