Palästinensische Flüchtlinge im Libanon

Mit diesem Artikel möchte ich auf eine Migrationsbewegung aufmerksam machen, die bereits vor über einem halben Jahrhundert stattgefunden hat. Noch heute gibt es keine Lösung für diese Heimatvertriebenen, noch heute betreffen uns aus weltpolitischen und insbesondere humanitären Aspekten die Folgen dieses Konfliktes.

Palästinensische Flüchtlinge im Libanon


Vor ca. 60 Jahren flüchteten Palästinenser aus ihrem Heimatland wegen der Staatsgründung Israels.  Heute leben mehr als 360.000 Palästinenser im Libanon, mehr als 200.000 von ihnen in Flüchtlingslagern. Allein in Ain El Hilweh, dem größten Flüchtlingslager im Libanon, leben 50.000 Palästinenser. Kein Land will sie aufnehmen, seit ungefähr drei Generationen leben die Menschen im Lager, sie können von einem Leben ohne Gewalt, Not und ständiger Angst nur träumen. Sie leben unter sehr schlechten Bedingungen, alle 50.000 Menschen teilen sich eine Fläche von weniger als 2 Quadratkilometern! Die Kinder können außerdem nur selten zur Schule gehen, weniger als die Hälfte der Kinder schließt die mindeste Schulzeit von 9 Jahren ab, es wird nur 4 Stunden pro Tag in Klassen von meist mehr als 50 Schülern unterrichtet, 3 bis 4 Tage im Monat fällt der Unterricht komplett wegen Gewaltausbrüchen zwischen unterschiedlichen Gruppierungen aus. Ein weiteres Problem ist die alltägliche Gewalt auf Ain El Hilwehs Straßen, die das Leben sehr gefährlich macht.
Hinzu kommt, dass die medizinische Versorgung sehr schlecht ist, die Praxen der Vereinten Nationen sind so überfüllt, dass dort ein Arzt für jeden Patienten im Durchschnitt nur 2 Minuten Zeit hat.

Überall auf der Welt nehmen sich verschiedene Hilfsorganisationen der Flüchtlinge an. So möchte ich hier beispielhaft eine Hilfsorganisation aus Bergisch Gladbach vorstellen.
HPFL – Hilfe für Palästinensische Flüchtlingskinder im Libanon, wurde im Jahr 2000 in Deutschland als unabhängiger, neutraler und gemeinnütziger Hilfsverein unter dem Vorsitz von Familie Kurowski, Dr. Christoph Kurowski (Kinderarzt und Spezialist für Gesundheitspolitik an der Weltbank in Washington DC) gegründet. Durch diese Hilfsorganisation wurde ein Familienzentrum in Ain El Hilweh aufgebaut, sie betreuen dort mehr als 14.000 Mütter und Kinder. Die Menschen werden dort medizinisch behandelt, mit Medikamenten versorgt, die Grundversorgung ist kostenfrei und die Bevölkerung wird über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge informiert. Eine größere Kinderklinik wird momentan gebaut. Der Bau wurde durch Gelder von HPFL, Misereor und vielen, vielen Spenden möglich gemacht.

Jährlich werden  auf dem Altenberger Weihnachtsmarkt (Bergisch Gladbach) selbstgebastelte Sachen verkauft, jeder Cent fließt nach Ain El Hilweh. Am Dietrich Bonhoeffer Gymnasium in Bergisch Gladbach, wo der Gründer von HPFL,  Dr. Christoph Kurowski zur Schule ging,  wurde schon zwei Mal ein Sponsorenlauf veranstaltet – für die medizinische Versorgung der Kinder im Flüchtlingslager. Seit mehreren Jahren werden ebenfalls selbstgebastelte Kleinigkeiten von den Schülern des DBG`s an Elternsprechtagen und Tagen der offenen Türe verkauft. Auch dieser Erlös wird in voller Höhe an HPFL gespendet. Dafür treffen sich Kinder und Jugendliche  oft, um Schals, Ringe, Schlüsselanhänger, Ketten und vieles, vieles mehr zu basteln.
So engagieren sich Kinder unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“, die das Glück haben im friedlichen Deutschland zu leben, für Kinder, die in traurige und hoffnungslose Umstände hineingeboren werden.
                                                                                                                                                               
 Julia Laske

Informationen zum Beitrag

Titel
Palästinensische Flüchtlinge im Libanon
Autor
Julia Laske
Schule
St. Josef, Bad Honnef
Klasse
Projektkurs Schülerzeitung von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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