Heimatlos

Migration ist ein immer noch weit verbreitetes Thema unserer  Gesellschaft. Meist wird im Zusammenhang mit Immigranten immer ein Problem verbunden, eine ewige Diskussion die auch nach Jahrzehnten der Einwanderung nach Deutschland immer noch besteht und bis heute unzählige Versuche, ausländische Mitbürger zu „echten“ deutschen Staatsbürgern zu machen mit sich zog.
Doch wie ergeht es einer Migranten-Familie heute, nach vielen verbrachten Jahren hier in Deutschland? Meist wird nur über die gescheiterten Versuche berichtet, Menschen aus anderen Ländern zu immigrieren, die durch Bücher wie „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin nur noch mehr in ihrer Aussage bestärkt werden. Doch die Heimatlosigkeit, die viele Migranten auch heute noch verspüren, bleibt oft unerkannt und auf der Strecke wenn es um das Thema Migration geht.
Bei Gesprächen mit eingewanderten Familien aus den verschiedensten Ländern kam immer wieder zum Vorschein, wie sehr die Zugehörigkeit vermisst wird. In Deutschland werde man als Ausländer bezeichnet, und schräg angeschaut wenn man durch die Straßen geht, doch auch in der eigentlichen Heimat, gelte man als fremd. Man gehört nirgendwo richtig dazu.
Das dieses Problem oftmals eine große Belastung für Einwanderer und deren Familien darstellt, wird in den Medien und der Politik meist völlig übergangen. Es wird immerzu nur über Pläne und Ansätze diskutiert, Menschen aus anderen Teilen der Welt erfolgreich in unser Land zu integrieren. Über gescheiterte Projekte und der sturen Ablehnung so vieler Migranten, die sich unserer Bunderepublik so gar nicht anpassen wollen. Doch es gehört weit mehr dazu als nur unsere Sprache zu lernen und sich an unsere Gesetze und Vorschriften halten. Menschen wollen ein Zuhause, und es ist das Anliegen eines Jeden, sich in seiner Wahlheimat wohl zu fühlen. Man will akzeptiert werden, ganz gleich welche Nationalität man angehört, oder welche Hautfarbe man besitzt. Die vielen Debatten und oft negativen Ergebnisse und Studien, die besagen dass es das alleinige Verschulden andersstämmiger Migranten sei, sich hier in Deutschland nicht nur Freunde zu machen, spaltet die Nation. Viele deutsche Bundesbürger sind derselben Meinung wie Politik und Medien, und sehen unzählige negative Aspekte wenn es um Migration und vor Allem Integration geht. Doch möglicherweise müssen auch wir einen Schritt auf Einwanderer verschiedenster Kulturen zugehen und ihnen zeigen, wie weltoffen und sozial  wir gegenüber  Menschen sind, die sich unserer Kultur anzupassen versuchen. Integration geschieht immer zwischen zwei  Kulturen, und somit sollten auch wir uns davon angesprochen fühlen.
So sollte es doch neben der kulturellen Integration,  auch die Aufgabe Deutschlands sein, Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen, die interessiert und gewillt daran sind sich in unserem Land niederzulassen, mit offenen Armen zu empfangen und ihnen und ihren Familien eine zukunftsvolle Heimat zu bieten, damit wir jedem Menschen unserer Republik die Möglichkeit geben, sich eine Heimat zu schaffen, in der Zugehörigkeit von niemandem vermisst wird. Denn ein Jeder sucht ein Zuhause, und es ist wohl das größte Bestreben eines Menschen, dieses Zuhause auch zu finden, ganz gleich auf welchem Kontinent.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Heimatlos
Autor
keine Angabe
Schule
Wilhelm-Schickard-Schule, Tübingen
Klasse
12 von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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