Ein neues Land

Ein neues Land

Wie wäre es einmal ganz weit weg zu ziehen, um etwas Aufregendes zu erleben, um die Fremde zu erkunden und etwas Neues anzufangen? Viele Menschen haben diese Erfahrungen schon gemacht.
Aber wieso emigrieren jährlich etwa 190 Millionen Erdenbewohner?
Es leben rund 15 Millionen Einwanderer bzw. deren Kinder hier in Deutschland, das entspricht ca. 20% der Bevölkerung. Sie kommen aus allen Ecken der Welt und erhoffen sich, durch die Migration, bessere Lebenschancen wahrnehmen zu können.
Dimitrij, ein russischer Einwanderer, bemerkte, dass es in Deutschland viel Wert auf Ordentlichkeit, Respekt und Pünktlichkeit gelegt, und achtet immer darauf, gepflegt vor Beginn seiner Arbeitszeit in die Werkstatt zu kommen und seinen ,,Brüdern" bei der Arbeit stets höflich und mit Anstand entgegen zu treten.
Für viele Menschen gehört es zum Alltag, sich in einer kurzen Zeit an einen neuen Lebensraum anzupassen, dies jedoch meistens nur innerhalb ihrer Sprachzonen, außerhalb dieser, wagen sie sich in vielen Fällen nicht einmal hin.
Dimitrij kam 2004 mit seiner Familie nach Chemnitz (DEU), welches eine Art "Auffanglager" für russische Aussiedler ist. Dimitrij meint, dass er es nicht schwer hatte, Freunde zu finden, da man nahezu überall russisch gesprochen hat, in den Läden, auf den Straßen und manchmal sogar in der Schule und  nahezu alle Jugendlichen seines Alters teilten gemeinsam die eine große Leidenschaft: Fußball.
Immigranten versuchen sich meist ein Beispiel an Verwandte bzw. Freunde zu nehmen, die einst erfolgreich emigriert sind und wollen es ihnen gleich tun, um auch von dieser großen Umstellung profitieren zu können.
,,Meine Eltern entschieden sich damals dafür, von Krasnodar nach Deutschland zu ziehen, weil sich viele unserer Verwandten dort in einigen Jahren ein gutes, ein besseres Leben aufbauen konnten", sagt Dimitrij.
Menschen die freiwillig in die Ferne ziehen, weisen also Mut auf, den andere nicht besitzen, und das obwohl sie sich meistens alles neu erarbeiten bzw. beantragen müssen. "Das schwierigste dabei, war die Sprache an sich. Ich brauchte nicht lange, um sie grob zu erlernen, aber mache selbst heute immer noch viele Schreib- und Grammatikfehler, aber das ist wohl verständlich, wenn man in ein neues Land kommt."
Der Grundbaustein um sich erfolgreich zu integrieren, ist also die Sprache. Jede immigrierte Person besucht, meist mehrere Jahre lang, eine Sprachschule, in der man ihnen auch beibringt, sich im Alltag zurecht zu finden. Natürlich reicht dies meist nicht allein aus und man sucht sich anderweitig weitere Hilfen, wie z.B. bei Behörden oder Verwandten bzw. Freunden.
Bei der Migration spielen die Kontakte auch eine bedeutende Rolle, z.B. die Familie „ Die Familie ist da, wenn man sie braucht, aber auch dann, wenn man sie nicht braucht. Die Familie ist stark. Die Familie gibt einem Rückhalt“. Die Migration kann nicht alleine bewältigt werden, man muss sich Hilfen besorgen, man hat zwar einen besseren Draht zur Familie, aber es ist im Grunde genommen ganz egal wer einem hilft, Hauptsache es wird geholfen. "Anfangs haben unsere Verwandten alles für uns geregelt, da sie sich in vielen wichtigen Dingen auskannten z.B. in juristische Angelegenheiten, bei der Wohnungs- und Schulsuche, sie waren uns stets eine große Hilfe und wir sind ihnen noch heute dankbar dafür."
Von den "Auffanglagern" aus , werden die Aussiedler über das ganze Land verteilt, meistens kommen sie in Wunschstädte oder in die Nähe ihrer Verwandten und so führte es Dimitrijs Familie nach Münster, wo sich noch einmal vieles änderte. Doch diesmal gingen sie es mit noch mehr Mut und durch die erworbenen Sprachkenntnisse ein gestärktes Selbstvertrauen an.
"Auch dieses Mal boten uns unsere Verwandten Hilfen an, doch wir versuchten es nun selbst, erfolgreich! Münster tat mir sehr gut. ich habe in kurzer Zeit viele Freunde gefunden, mich sehr gut eingelebt und habe sogar einen Platz in der Hauptschule Coerde gefunden und dort erfolgreich einen guten Realschulabschluss geschafft."
Bildung ist etwas unverzichtbares, denn jeder weiß, dass Wissen Macht bedeutet. Ohne eine bestimmte schulische Ausbildung kann man einige hochgesteckte Ziele wie z.B. das Studium nicht erreichen, doch es gibt viel zu viele Länder, indem der Allgemeinheit das Recht auf Bildung nicht gewährt wird. Wir in Deutschland haben jedoch das Glück, dass uns unsere Bildung kostenfrei gewährleistet wird, was nicht jede Person wahrnimmt.
Die Migration, am Beispiel von Dimitrij, sagt aus, dass viele Hürden überwältigt werden müssen, um sich erfolgreich in ein neues Land zu integrieren und die ursprünglichen Ziele seiner Eltern, für sich und ihre Kinder eine bessere Zukunft gestalten zu können, in Erfüllung gehen zu lassen.
Die Migration sorgt also auch dafür, dass sich Kulturen vermischen und sich die Länder dieser Erde immer näher kommen, Migration kann deshalb für eine bessere Zukunft sorgen.
 

Ein neues Land

Informationen zum Beitrag

Titel
Ein neues Land
Autor
keine Angabe
Schule
Schillergymnasium, Münster
Klasse
GK Deutsch von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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