Integration - Gibt es ein Wir ?

(Bad Bergzabern, im Dezember.) Die Zahl der Migranten und ihrer Nachkommen in Deutschland ist weiter angestiegen. 19,3% der in Deutschland lebenden Menschen haben Migrationshintergrund, das ergab eine Studie des letzten Jahres. Von diesen rund 15 Millionen Migranten, die im Durchschnitt 19 Jahre hier leben, verbrachten das vergangene Jahr ca. 6,75 Millionen ihre Zeit ohne deutschen Pass im Land. Die Einwanderung hat sehr viele Facetten. Und sehr häufig kommt es aus den verschiedensten Gründen zu Konflikten.

Zum Einen gibt es ausländische Studenten, die ihr Studium oder einen Teil davon hier verbringen; zum Anderen aber auch Flüchtlinge und Asylbewerber.
Es gibt viele Vorurteile auf beiden Seiten, sowohl bei den Deutschen als auch bei den Ausländern und daher auch viele Probleme bei den Versuchen die ausländischen Mitbürger/Innen zu integrieren.Das größte, entscheidenste Hindernis ist die Angst vieler Deutschen. Besonders die Befürchtung vor ,,Überfremdung'' verleitet oft zu rassistischen und feindseligen Äußerungen oder Taten und manchmal eben auch zu Gewalt.
Auch das durchschnittlich jüngere Alter und die höhere Geburtenrate der ausländischen Bevölkerung lässt die Deutschen nachdenklich werden. Ein weiteres großes Problem sind die Missverständnisse zwischen Schule und Eltern. Da die türkischen Eltern mit dem deutschen Schul-und Ausbildungssystem nicht vertraut sind, geben sie zu viel Verantwortung und die Erziehung an die Lehrer ab. Schon allein die Erziehungsziele unterschieden sich enorm und die schulische Leistungsfähigkeit wird überschätzt.
Ein erschreckend hoher Anteil, ca. 40% der jungen Ausländer verzichtet auf jegliche Berufsausbildung und startet somit komplett mittellos ins Berufsleben. Nicht verwunderlich ist daher, dass die ausländischen Arbeitnehemer öfter arbeitslos sind, dazu kommt auch noch, dass die Deutschen, wegen der fehlenden Sprachkenntnisse der Ausländer, bevorzugt werden.
Die Kommunikationsschwierigkeit ist, wie auch das Kopftuchtragen der islamischen Frauen und Mädchen, nur ein Grund von vielen für mögliches ,,Mobbing''. Die unterschiedlichen, aufeinandertreffenden Kulturen und Religionen bilden schwer durchbrechbare Mauern, da jeweils die andere Seite doch noch ziemlich unbekannt ist und etwas Angst macht. Gerade das Bauen von Moscheen und das freie Praktizieren des Glaubens in der Öffentlichkeit stößt auf große Kritik und Widerstand und entfacht immer wieder hitzige Diskussionen. ,,Allein in diesem Jahr gab es schon 20 Anschläge auf Moscheen '', so der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek. Auch daran merkt man, dass es doch immer noch ein aktuelles Thema darstellt. Um das Zusammenleben dieser zwei differierenden Lebensformen zu fördern, ist es wichtig sich gegenseitig verständnisvoll zu begegnen, Toleranz, Achtung und Aufgeschlossenheit aufzubringen und Interesse an Neuem zu zeigen. Auch um die Angst zu verlieren und die Vielfalt so vieler unterschiedlicher Menschen als einzigartige Möglichkeit zu erkennen. ,,Integration ist wichtig'', meint auch Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich.
Weiterhin ist Integration sehr umstritten, jedoch aus der Wirtschaft und der Gesellschaft Deutschlands nicht mehr wegzudenken.

www.politische-bildung-rlp.de
www.spdfraktion-rlp.de
www.statistikportal.de
http://zentralrat.de

Bericht von Priscilla Walther und Lisa Weis

 

Informationen zum Beitrag

Titel
Integration - Gibt es ein Wir ?
Autor
Priscilla Walther, Lisa Weis
Schule
Gymnasium im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Bad Bergzabern
Klasse
9c von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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