Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren

Es liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Jedoch lässt das Thema Fußball sie schnell verfliegen. Catalin Popa, ehemaliger rumä-nischer U-21/U-23 Nationalspieler, ent-deckte im frühen Kindesalter seine Be-geisterung für den Fußballsport. In Rumänien besuchte er die Sportschule, machte sein Abitur, absolvierte ein Studium als Lizenzsportlehrer und diplo-mierter Trainer. Gleichzeitig stand er  bei renommierten Vereinen unter Vertrag.  Erste Erfolge und sein Bekanntwerden in Rumänien machten ihn stolz. Seinen Kindheitstraum verfolgte er stets weiter – einmal nach Deutschland zu kommen. „Deutschland heißt auf Rumänisch ‚Germania’. Germania war immer ein Traum von mir. Es war für uns Rumänen ein Land der Wunder, ein Land, wo es alles gibt.”
Als  26-jähriger kam er mit seiner jetzigen Frau nach Deutschland. Mit nur vier Wörtern Deutsch im Wortschatz. Er konzentrierte sich auf den Fußball bei Borussia Fulda. Doch um Erfolg zu haben, war es unbedingt notwendig, die Deutsche Sprache zu erlernen. „Ich konnte fast gar nichts sagen und es war natürlich schwer. Ich nahm meine Bücher, meine Zettel und lernte die deutsche Sprache. Nach ein paar Monaten konnte ich schon ein paar Wörter, Wendungen und konnte auch schon kommunizieren.”
Catalin Popa arbeitete hart um Erfolg zu haben, fügte er stolz hinzu.  Nach zwei Jahren wechselte Popa zum VFC Plauen. Beim VFC Plauen zwangen ihn aufeinander folgende Verletzungen, seinen Traum vom Fußballspielen aufzugeben. Euphorisch berichtet er von seiner Laufbahn, doch als er auf seine Verletzungen zu sprechen kommt, wird er nachdenklich und wehmütig. „Meine Verletzung finde ich - meine Verletzung war das Schlimmste. Ich wusste selbst, dass es vorbei ist, es war auch schwer zu akzeptieren“, sagte er getrübt. Nach Operationen,  Rehabilitationsmaßnahmen und eignen Ehrgeiz stellte sich Popa seiner neuen Situation. Er kam in seinem Leben  an einem Punkt an, an dem er sich neu orientieren musste. „Ich bin ein Kämpfer, war Sportler und werde immer     ein Sportler sein. Unbedingt will  ich meine Erfahrungen weitergeben.“
Fußballspielen war aus gesundheitlichen Gründen nun nicht mehr möglich. Er wechselte die Seiten und stellte sein Können als Trainer beim 1. FC Wacker Plauen unter Beweis. Sein Ziel war es, den Verein vor dem Abstieg zu bewahren und an die Spitze zu führen.
Beim Fußball begegnen sich Persönlichkeiten unterschiedlicher  Nationalität und Herkunft, die ein Ziel verbindet, gemeinsam Erfolg zu haben, etwas leisten und erreichen zu wollen. Dies kann man nur erreichen durch Einhalten von Regeln, Anerkennung, gegenseitige Achtung, gegenseitigen Respekt und gegenseitigen Vertrauen. Das Gefühl in der Gemeinschaft angekommen zu sein, Vorurteile abgebaut zu haben, schafft Motivation.
Durch Ausdauer und  Ehrgeiz führte Popa die Mannschaft auf einen der vorderen Tabellenplätze.
Ein  für Ihn wichtiges Projekt stellt das „Catalin Popa Fußballcamp“ dar. Begeistert und überzeugt erklärt er sein Vorhaben. Popa trainiert in den Ferien fußballbegeisterte Kinder. Er gibt mit anderen Trainern Erfahrungen an die Kinder weiter. „Mein nächstes Ziel ist, dass es auch mal in die Nachbarbundesländer übergreift. Es sollen die Kinder kommen, die Fußballer werden wollen und die auch etwas erreichen wollen.“ Immerhin wurden 19 erfolgreiche Fußballcamps durchgeführt und weitere Camps sind in Planung. Das spiegelt Popa´s Erfolg wieder und macht ihn glücklich.
In Plauen ist Catalin Popa heimisch geworden. Er lebt mit seiner  Familie in der Nähe des Stadtzentrums und fühlt sich als Plauener. „Ich habe auch seit 2008 die deutsche Staatsangehörigkeit noch dazu bekommen. Ja, also ich kann schon sagen, dass ich Plauener bin.“ Sicherlich wird er die eine oder andere Erfahrung hier gemacht haben, welche ihn in seinem Tun und Handeln bestärkte. Seine Kontakte zu Freunden aus Deutschland pflegt er genauso wie die aus Rumänien.
Catalin Popa hat das Abenteuer, nach Deutschland auszuwandern, als Herausforderung angenommen. Durch Fleiß, Ehrgeiz und Ausdauer hat er es geschafft, sich in Deutschland eine Existenz aufzubauen. Nach persönlichen Rückschlagen brachte er die Kraft wieder auf sich zu motivieren und neue Wege zu gehen. Getreu  seiner Lebensphilosophie:
„Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren“.

 

Informationen zum Beitrag

Titel
Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren
Autor
Lukas Schönherr
Schule
Lessinggymnasium Plauen, Plauen
Klasse
9b von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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