Migration und ihre Vorurteile

Mit Migration werden viele Vorurteile verbunden.
Ein Beispiel wäre die Aussage: „Ausländer sind kriminell“, aber stimmt das wirklich?
„Das Gefühl vieler Deutschen, sie lebten heute gefährlicher als früher ist objektiv unbegründet. Auch die Behauptung, Ausländer tendieren mehr zu Gewalttaten als Deutsche halte einer Analyse nicht stand“, meint der Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer in einem Interview mit dem Handelsblatt.

Ein weiteres Beispiel für eine Aussage wäre auch: „Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“
Ausländer nehmen Deutschen keine Arbeitsplätze weg - sie schaffen teilweise selbst Stellen: Gerade die Türken - mit 2,1 Millionen die größte Gruppe der 7,4 Millionen Ausländer in Deutschland - sind zunehmend erfolgreiche Unternehmer, die über 160 000 Arbeitnehmer beschäftigen, darunter auch Deutsche, sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 18 Milliarden €.

Natürlich gibt es noch viele andere Vorurteile. Durch diese Vorurteile kommt es zur Diskriminierung der Migranten. In vielen Ländern Europas sind Vorurteile gegenüber Migranten weit verbreitet. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung hervor. Neben Migranten sind zudem Vorurteile gegenüber Muslimen, Juden, Frauen und Homosexuellen vorhanden. Dies geht aus der „Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa“ hervor.

Am stärksten verbreitet sei Menschenfeindlichkeit in den osteuropäischen Ländern. Am niedrigsten sei es hingegen in den Niederlanden. Deutschland liegt nach den Ergebnissen in allen Kategorien im Mittelfeld.
„Mangel an Bildung ist die entscheidende Ursache für derartige Einstellungen. Für den Abbau von Vorurteilen sei daher der „positive Kontakt“ mit anderen Gruppen sehr wichtig“, sagte Forschungsleiter Andreas Zick. Denn die Studie belegt, dass in sechs von acht Ländern der persönliche Kontakt von Menschen beispielsweise zu Migranten, Juden oder Homosexuellen zu einem Abbau von Vorurteilen geführt hat.
Für Menschen mit Migrationshintergrund ist der soziale Aufstieg schwieriger, als für Einheimische. Leider sind Migrantinnen und Migranten bei der Jobsuche immer noch klar benachteiligt. Aufgrund von Vorurteilen und direkter Diskriminierung werden oft einheimische Bewerberinnen und Bewerber bevorzugt.
Manche Vorstellungen, wie etwa dass Frauen für die Kindeserziehung und den Haushalt zuständig sind, erinnern an die Orientierung konservativer Einheimischer, die bis heute noch hier und da anzutreffen sind. Mit einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung können wir vieles verändern. Dazu müssen die Migranten die von Einheimischen ausgestreckte Hand annehmen, die Einheimischen müssen ihre Hand durch den Abbau der strukturellen Diskriminierung und der gesellschaftlichen Vorurteile tatsächlich ausstrecken.

Migration und ihre Vorurteile

Informationen zum Beitrag

Titel
Migration und ihre Vorurteile
Autor
Divine
Schule
Gymnasium Spaichingen, Spaichingen
Klasse
9c von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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