Warum ist Deutschland so beliebt als Einwanderungsland?

Um diese Frage zu beantworten möchte ich erst einmal darauf eingehen, aus welcher sozialen Schicht und aus welchen Ländern die Migranten kommen. Anschließend dann auf die Beweggründen der Asylanten.
 

Warum ist Deutschland so beliebt als Einwanderungsland?

Wie man anhand dieser Grafik aus 2005 sehen kann, kommen auf 81 Millionen Einwohner rund neun Prozent Ausländer und rund zehn Prozent Migranten mit deutschem Pass. Ein Wert, der nicht nur hoch klingt, sondern auch ist: Der europäische Durchschnitt liegt bei 6,4 % (2010). Deutschland liegt mit seinen 8,8 % also fast 40 % über dem Durchschnitt – ein hoher Wert. Luxemburg hat, relativ betrachtet, mit 43,5 % den höchsten Ausländeranteil.
Die Frage steht im Raum: Wie kommt es zu diesem hohen Wert? Nun, ein beliebtes Vorurteil ist und bleibt: „Die Ausländer bekommen hier in Deutschland unser Arbeitslosen Geld oder nehmen uns die gut bezahlten Arbeitsplätze weg!“ Natürlich ist das an der Realität vorbei gedacht. Ich möchte versuchen mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen.
Asylbewerber bekommen das Geld nachgeschmissen!
Asylbewerber bekommen eine Art Taschengeld von ca. 40 Euro monatlich für den Haushalt einer Person und weitere 20 Euro für jedes Familienmitglied. Die Lebensmittel und Kleidung wird mit Essenspaketen und Kleidungsgutscheinen zugeteilt. Nach aktuellen Gesetzesänderungen liegt zudem die Sozialhilfe für Asylbewerber deutlich unter der für Deutsche.

Asylbewerber leben auf unsere Kosten und arbeiten nicht!
1997 wurde ein Gesetz erlassen, dass besagt: Asylbewerber, welche nach dem 15. Mai 1997 eingereist sind, dürfen gar nicht arbeiten - selbst wenn sie gern wollen und einen Arbeitsplatz finden würden.
Unsere aktuelle Staatsführung lockerte das von der Kohl-Regierung erlassene Gesetz. Seitdem dürfen Asylbewerber nach einem Aufenthalt von über einem Jahr in Deutschland arbeiten. Sein nehmen allerdings trotzdem keinem einen Arbeitsplatz weg, denn es werden ihnen lediglich Arbeitsstellen vermittelt, für die kein deutscher Staatsbürger zu finden ist.

Alles Wirtschaftsflüchtlinge, deren Asylantrag gar nicht anerkannt wird!
Nur einer kleiner, nicht nennenswerter, Teil aller Asylbewerber wird als politisch verfolgt anerkannt. Man kann aber deshalb die Asylbewerber nicht abschieben, weil es beispielsweise Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien sind. Daran binden uns die durch die UN-Flüchtlingskonvention und andere zwischenstaatliche Abkommen Vereinbarung.

Wir haben zu viele Ausländer! Deutschland ist doch kein Einwanderungsland!
Jene Ausländer, die aus wirtschaftlichen Gründen Anfang der 60er Jahre ins Land gebeten wurden, haben erheblich durch ihr Zutun zu unserem "Wirtschaftswunder" beigetragen. Trotz des Anwerbestopps der Strom nach Deutschland zur Arbeitsfindung nicht, aber auch aus Gründen des Familiennachzugs und dann durch das Verlassen der Länder im europäischen Osten. Meist leben diese Familien bereits in dritter Generation in Deutschland und kennen ihr "Herkunftsland" höchstens wie deutsche Touristen lediglich aus dem Urlaub. Sie leben und arbeiten hier also seit Generationen und haben sich ihren Lebensmittelpunkt hier aufgebaut. Trotzdem werden diese Menschen in der Statistik der deutschen Bevölkerung als "Asylbewerber" geführt, obwohl dies schon lange nicht mehr der Fall ist, da sie hier geboren und aufgewachsen, höchstens also noch "ausländische" Abstammung haben. Dies enthält ihnen wesentliche Rechte vor, wie das Wahlrecht, obwohl sie den gleichen Pflichten unterliegen wie Deutsche.

Ausländer leben auf unsere Kosten und schaffen das Geld in ihr Heimatland
Alle erwerbstätigen „Ausländer“ in Deutschland erarbeiteten ein Bruttosozialprodukt im Jahr 2000 von ca. 128 Milliarden €. Was das BSP um mehr als sechs Prozent angehoben hat.
Im Jahr 1991 zahlten die „Ausländer“ 6,5 Milliarden € in die Rentenversicherung ein, haben aber nur 1,9 Milliarden an Renten ausgezahlt bekommen und tragen somit noch heute wesentlich zur Stabilisierung unseres sozialen Sicherungssystems bei und entlasten die Rentenkassen.

Ausländer sind kriminell
Erstmal natürlich eine rein objektive Einschätzung vieler ausländerfeindlicher Deutscher, der keine Zahlen zugrunde liegen können. Denn auch die Annahme, dass Ausländer mehr zu Gewalttaten tendieren würden als Deutsche halte auf keinen Fall einer Analyse stand, sagt der Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer deutlich im Interview mit dem Handelsblatt.

Die Sache mit der Integrationsverweigerung
Viele Politiker propagieren von einer Millionen Ausländern, welche die Integration in Deutschland verweigern, jedoch gab es dafür nie Beweise. Die meisten  Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen in Landesteilen mit überdurchschnittlichem Zuwandereranteil beziffern die Anzahl der Integrationsunwilligen im Tausendstelbereich oder höchstes auf einen Prozent. Studien des Bundesinnenministeriums ergaben 2009 ein Ergebnis, dass mehr als ein Zehntel der muslimischen Schülerinnen an Klassenfahrten gar nicht teilnehmen, da die Eltern dies strikt ablehnen. Ein Punkt der als Anzeichen gegen den Integrationswillen gewertet wird. Aber auch fünf Prozent aller andersgläubigen Schülerinnen verzichteten auf Klassen- und Tagesfahrten: Macht das auch, zum Beispiel, Katholiken zu Integrationsunwilligen?

Was gilt es abschließend zu sagen?
Nahezu alle Vorurteile der Bevölkerung die negativ auf das Verhalten oder die Position von Ausländern in unserem Land anspielen sind an den Haaren herbeigezogen und entsprechen nicht einmal ansatzweise der Realität. Das Problem liegt in meinen Augen klar in der zu schlechten Aufklärung und auch in der Streuung von Unwahrheiten durch Mundpropanda. Gerade hier in einer Kleinstadt kann man die Ablehnung gegen Ausländer leicht feststellen. Das muss sich ändern!
 

Warum ist Deutschland so beliebt als Einwanderungsland?

Informationen zum Beitrag

Titel
Warum ist Deutschland so beliebt als Einwanderungsland?
Autor
Sascha Weber
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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