Flucht und Vertreibung

MASSENFLUCHT 1944/1945
In den Wintermonaten von 1944 und 1945 verließen viele Menschen die Gebiete Ostpreußen, Schlesien und Pommern. Die Gründe lagen zum einem in dem Vormarsch der Roten Armee und zum anderen an den mittlerweile bekannt gewordenen Grausamkeiten der russischen Soldaten an Zivilisten. Es bildeten sich gewaltige Flüchtlingsstrecken ab Oktober 1944. Die Menschen liefen unter extremen Bedingungen. Vor allem erschwerten extreme Kälte und tiefer Schnee den Marsch Richtung des Westens von Deutschland. Viele Menschen starben wegen Hunger, Erfrierung oder durch gezielte Angriffe alliierter Tiefflieger. Da die deutsche Politik zum damaligen Zeitpunkt nicht zugeben wollte, dass eine Niederlage bevorsteht wurde das Vorrücken der Roten Armee so gut es ging verborgen. Deshalb wurden auch viele Menschen viel zu spät evakuiert und von der Politik mit Absicht daran gehindert ihre Heimatorte zu verlassen. Wer von der Roten Armee eingeholt wurde musste mit Misshandlung, Vergewaltigung und Ermordung rechnen.  Zu deren Unterstützung wurden dann zu späterer Zeit Kriegs- und Handelsschiffe zu Evakuierung abgestellt. Das war auch nötig, da die Winteroffensive eingekesselt war und der Landweg nach Westen versperrt war. Deshalb wurden viele Menschen über die Ostsee verschifft. Über diese Wege konnten circa 1,5 Millionen Zivilisten und 500.000 Wehrmachtssoldaten evakuiert werden. Die Personen, die zu Hause geblieben sind, waren der Rache vor allem von Polen und Tschechen ausgeliefert.  Viele wurden ermordet. Zwischen 1944 und 1947 kamen auf diese Art und Weise circa 600.000 Menschen ums Leben.

DAS PASSAGIERSCHIFF WILHELM GUSTLOFF
Die Gustloff war eigentlich ein Passagierschiff und war für Kreuzfahrten ausgelegt. Es besaß sogar ein Sonnendeck mit Sportplatz und Turnhalle. Das Schiff wurde letztendlich von den Nazis beschlagnahmt und zum Transport von Flüchtlingen über die Ostsee genutzt. Ihre letzte Fahrt startete die Gustloff am 30. Januar 1945 in Gotenhafen. Zu diesem Zeitpunkt waren circa 10.000 Flüchtlinge auf dem Schiff. Die Kapitäne kannten die Gefahr durch russische U-Boote. Ein Kapitän schlug vor, durch seichtes Gewässer zu fahren, damit die U-Boote keine Chance hatten. Ein weiterer Kapitän konnte sich aber mit der Idee durchsetzen, durch tieferes Gewässer zu fahren, da die Gustloff total überladen war und somit einen starken Tiefgang hatte. Außerdem wurde sie durch eventuell entgegen kommende Schiffe indirekt gezwungen, Positionslichter zu setzen. Um circa 21 Uhr wurde das Schiff dann von einem russischen U-Boot gesichtet, das in der Danziger Bucht auf Lauerstellung lag. Um circa viertel nach neun wurde die Gustloff von 3 Torpedos, die von dem russischen U-Boot abgefeuert wurden, getroffen. Circa eine Stunde später sank die Gustloff. Nach den Treffern kamen sofort andere Schiffe um Menschen zu retten. Es wurden aber lediglich 1252 Menschen gerettet. Insgesamt kamen bei diesem Unglück über 9000 Menschen um. Diese Katastrophe ist bis heute (2011) das größte Seeunglück in der Geschichte der Menschheit, bezogen auf ein einzelnes Schiff. Wie sieht die „Rechtslage“ aus? In Kriegsfällen gilt das Kriegsvölkerrecht. Durch das Verhalten der Gustloff viel sie mit mehreren Punkten unter dieses Gesetzt. Sie hatte eine graue Tarnbemalung (Standard der Wehrmacht), fuhr abgeblendet durch Kriegsgebiet und wurde von einem weiteren Kriegsschiff begleitet. Außerdem war sie mit Flugabwehrkörpern bewaffnet und hatte kampffähige Soldaten an Bord. Deshalb war ihr Abschuss aus damaliger Sicht völlig legitim. Der Kommandant des U-Bootes versank außer der Gustloff noch weitere Schiffe mit jeweils auch mehreren tausend toten. Nach Ende dies Krieges wurde er unehrenhaft aus der russischen Armee entlassen. Trotzdem bekam er 1990 postum den Orden „Held der Sowjetunion“ verliehen.                


MIGRATION DER FLÜCHTLINGE
Natürlich waren die Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat nicht willkommen. Man war skeptisch ihnen gegenüber und man hatte Angst um seine eigenen Ressourcen. Deshalb wurden viele Leute unfreundlich empfangen und nur mit großem Misstrauen aufgenommen. Man muss dazu sagen, dass die Leute in den westlichen Gebieten auch nicht mehr viel hatten und auch mit den nötigsten klarkommen mussten. Fast alles war zerbombt und es mangelte an Grundbedürfnissen wie Wasser, Kleidung, Lebensmittel, Medikamente, Wohnraum, Heizmaterial und Arbeit. Viele von den Flüchtlingen waren gezwungen, in Auffanglagern oder Baracken zu leben. Die Menschen mussten mit leeren Händen einen Neuanfang versuchen. Sie hatten alles verloren, was sie hatten und Entschädigungen gab es zunächst nicht.
Später, circa in den 1950 Jahren bekamen solche Menschen dann „Lastenausgleichszahlungen“ Was letztendlich nichts anderes war, wie eine Umverteilung die durch den Staat vorgenommen wurde. Die Menschen, die ihren Besitz noch größtenteils hatte, mussten Zahlungen an das Finanzamt machen. Dieses Geld wurde dann an die Menschen verteilt, die alles verloren hatten. Ehemalige Flüchtlinge bekamen auch günstige Kredite zum Häuserbau. Mit all diesen Mitteln hat man die Menschen dann in die westlichen Gebiete integriert. Mit dem Wirtschaftsaufschwung bekamen die Menschen auch wieder Arbeit und dadurch wurde vieles wieder leichter.


QUELLEN

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/massenflucht/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Gustloff_%28Schiff%29


http://www.google.de/#hl=de&site=&q=flucht+und+vertreibung&oq=flucht+und+vetrei&aq=0s&aqi=g-s1&aql=&gs_sm=e&gs_upl=155l2234l0l3632l17l8l0l0l0l0l338l1432l0.5.2.1l8l0&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.,cf.osb&fp=61e58b1c8f2796f4&biw=1024&bih=605
http://www.hdg.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/DasEndeAlsAnfang/fluchtUndVertreibung.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Gustloff_%28Schiff%29
http://www.youtube.com/watch?v=TrRLaux00RU&feature=related



 

Flucht und Vertreibung

Informationen zum Beitrag

Titel
Flucht und Vertreibung
Autor
Marcel Stöppel
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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