Unklarheit

Großer breiter Typ mit Glatze, Springerstiefeln, Bomberjacke und hochgekrempelte Jeans Hose. „Das ist ein Neo-Nazi, ein Skinhead!“ Wer hat heutzutage eine andere Vorstellung eines Neo-Faschisten? Denn kaum einer weiß, dass ein Skinhead definitiv kein Neo-Nazi ist.

„The Spirit of 69“ heißt es in vielen Songs, die von Bands aus der Skinhead Bewegung stammen. Im Jahre 1969 war die Geburtsstunde der Skinhead Bewegung.
Alles begann in den Arbeitervierteln von East London. Die ansässigen Kinder hatten viel mit Kindern aus Jamaika und anderen Teilen der Westindischen Inseln zu tun und wuchsen mit ihnen auf. Man teilte ein gemeinsames Interesse: die Musik. Man hörte Reggae, Ska und Northern Soul. Aus zwei verschiedenen Subkulturen, den Rude Boys und den Mods, wurde eine, die Skinheadbewegung. Es etablierte sich eine klare Mode unter den Skins der Arbeiterklasse: Bomberjacken, Springerstiefel, Hemd und Hosenträger, die eine Jeans welche aufgekrempelt wird, festhalten.
Die Skins sind zudem nicht an Politik interessiert, dafür galten sie als sehr gewalttätig. Sie lehnten zudem das Englische Bürger da sein ab und blieben zunehmend unter sich, was ihnen nicht gerade Prestige unter ihren Mitmenschen einbrachte und wurden mit Punks verglichen.
Die Szene erlebte ein auf und ab, immer im Schatten der aufkommenden Punk Welle in England. 1977, als der Hype abnahm, entwickelte sich die Skinheadszene weiter und erschuf den Oi!. Oi bedeutet United, bzw. Zusammenhalt und brachte eine neue Welle hervor, allen voran die Bands, die sich aus dem Schlachtruf „Oi Oi Oi“ ihren Nutzen machten.
Namen wie Cock Sparrer, Perkele, Laurel Aitken oder The Business sind die populärsten Bands dieser Bewegung.
 
Anfang der 80er Jahre wurde es dunkel über dem Himmel der mitlerweilen großen
Sub-Kultur. Immer mehr Skinheads wurden rechtsextremistisch aktiv. Dies hat widerrum andere Skins motiviert, in der linksextremistischen Szene aktiv zu werden. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die Parteien der National Front und British National Party vorangetrieben.
Dies war ein gefundenes Fressen für die Medien Englands, die die unbeliebte Skinheadszene als durch und durch rechtsextremistisch betitelte. Dies ging soweit, dass heute überall in der Welt ein Skinhead nicht von einem Neo-Nazi unterschieden werden kann. Zumal sich viele rechtsorientiere von der Mediendarstellung inspirieren ließen und den Skinhead Stil für ihren Ausdruck über Einstellung und Meinung zur rechten Szene beanspruchten.
Die Subkultur Skinhead ist eine aggressive und sehr heterogenen Bewegung, die sich im Grunde nichts aus Politik machen. Sie legen großen Wert auf die Einstellung, das Erscheinungsbild und den Charakter ihres gegenüber. Ihnen ist es egal, ob man „schwarz“, „weiß“, hetero oder homosexuell ist, solange man ein gestandener Mann oder Frau ist. Zudem sind viele Skins mit Punks befreundet, oder haben die Punkszene schon durchlaufen, bevor sie zum Skinhead gekommen sind. Somit sollte es Eindeutig sein, dass Skinheads weder faschistisch oder Migrantenfeindlich sind.
 

Unklarheit

Informationen zum Beitrag

Titel
Unklarheit
Autor
Marcel Harms
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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