Das Leiden der Familie Tasköprü

Das Leiden der Familie Tasköprü

Am Mittwoch den 27. Juni  2001 ändert sich das Leben der Familie Tasköprü Schlagartig. Ali und sein Sohn Süleyman betreiben in Hamburg einen Obst und Gemüseladen, Sie führen ein ganz normales und glückliches Leben. Der Tag fängt wie jeder andere an. Ali und Süleyman Tasköprü sind in Ihrem Geschäft an der Schützenstraße in Hamburg- Bahrenfeld, trinken zusammen Kaffee. Danach geht Ali wie gewöhnlich ein paar Besorgnisse für den Laden erledigen. Als er zurück kommt liegt sein Sohn Süleyman Blut überströmt bereits im Sterben. Der Familienvater Süleyman wird  durch drei gezielte Schüsse in den Kopf erschossen. Er hinterlässt eine Drei jährige Tochter. Für den Vater bricht eine Welt zusammen, er musste mit ansehen wie sein Sohn in seinen Armen stirbt. Ali Tasköprü muss mit auf die Polizeiwache, dort wird er Stunden lang vernommen.
Der Tot von Süleyman ist für die Familie ein Schicksalsschlag, ein Schock,  was Schlimmeres gibt es nicht. Doch die Familie  wird eines besseren belehrt, Süleyman wird beschuldigt ein  organisierter Krimineller zu sein. Die Schlagzeilen in den Medien, verletzen sie noch mehr und bereiten der Familie viel Leid und Kummer. Der  „Spiegel“ verdächtigt „ eine mächtige Allianz zwischen rechtsnationalen Türken, dem türkischen Geheimdienst und Gangstern“, hinter den Mord zu stecken. Die „Welt“ mutmaßt über einen“ Auftrag einer aus den Bergen Anatoliens heraus operierenden Bande“. Die Schlagzeilen erniedrigen und belasten die Familie sehr.
Für die Familie beginnt eine Zerreisprobe, alte Freunde gucken die Familie Tasköprü plötzlich mit ganz anderen Augen an, denn sie glauben den Schlagzeilen in Medien und wenden sich von der Familie ab. Für die Familie Tasköprü ist es sehr Qualvoll, nicht zu wissen warum ihr Sohn sterben musste. Die Anschuldigungen  seitens der Polizei und Medien verletzen und erniedrigen die Familie.
Behcet Algan, Friseursalon- Inhaber aus Ottensen ist ein Freund der Familie, der Friseursalon ist klein und gemütlich eingerichtet, es hängen viele Bilder an der Wand, und die Flagge der Türkischen Fußballmannschaft Galatasaray, Algans Blick wandert zur Flagge und sagt lächelnd das er mit Süleyman oft über Fußball diskutiert hat, den Süleyman war ein Fan des Erzfeindes Fenerbahce. „Wir haben zusammen viel gelacht, Süleyman war ein fröhlicher und lustiger Mensch, er schaut zum Fenster hinaus, zeigt auf die Straße und sagt, ich erinnere mich noch wie er zu mir kam um sich die Haare schneiden zu lassen, er war kein Draufgänger im Gegenteil er war ein hilfsbereiter junger Mann. Der Verfassungsschutz sowie die Polizei haben versagt und uns hintergangen, sie hätten Untersuchungen anordnen sollen anstatt nur tadellos zu zugucken und die Opfer zu beschuldigen, Süleyman hatte keinerlei Vorstrafen, wie kann er eine krimineller sein“ in seinen Worten spiegeln sich Entsetzen, Sorge- und Wut über die Polizei und den Verfassungsschutz. „Ich bin sehr enttäuscht,  und glaube nicht mehr an das Gesetz. Die Polizei war nicht Objektiv, denn sie haben keine weiteren Motive in Betracht genommen, stattdessen haben sie sich nur auf  Vorurteile Türken gegenüber Fokussiert“ sagt Algan mit festen Ton.

In den Jahren der Ungewissheit sind viele Worte gefallen die viele Menschen verärgert haben und zugleich Wütend gestimmt haben, Worte wie „ Dönermorde“  „es geht hier nicht um Döner sondern um Menschen die getötet worden sind, das ist Herablassend“, sagt Herr Algan mit Ausdruck und schaut zum Fenster hinaus, es hat angefangen zu Regnen.
Ali Tasköprü der Jahre lang friedlich und glücklich in Deutschland gelebt und sein Landen betrieben hat, lebt auf einmal in Angst und Schrecken. Sogar an der Bushaltestelle hatte er Angst angegriffen zu werden, er fühlte sich ständig bedroht. Um seinen Leiden und Angst ein Ende zu setzen, fasst Ali den  Entschluss zurück  in die Türkei zukehren.
Nach Zehn Jahren Ungewissheit, Trauer und Beschuldigungen erfährt Ali am Sterbebett seiner Mutter, das Süleyman  Opfer Rechtsterroristen war. Süleyman ist unschuldig, es ist eine Erleichterung für die ganze Familie. Die Erleichterung weht nicht lange, denn seine Mutter stirbt nach dem sie erfährt, dass Ihr Enkel unschuldig und ein Opfer von Neonazis geworden ist.
Nun möchten die Eltern von Süleyman nur noch eins, für Ihre Enkelin da sein, sie ist das einzige was ihnen von ihren Sohn bleibt. Die inzwischen 13 jährige wird ihren Vater nie kennen lernen, ihr bleiben nur alte Fotos und die Erzählungen der Familienangehörigen. Die Familie Tasköprü hofft, dass die Enkelin in einer Toleranten Gesellschaft aufwächst, nicht wie  Ihr Vater der seinen Schicksal als Ausländer einem Opfer Würde.
 

Das Leiden der Familie Tasköprü

Informationen zum Beitrag

Titel
Das Leiden der Familie Tasköprü
Autor
Soukayna Imlahi
Schule
Staatliche Schule Gesundheitspflege W1, Hamburg
Klasse
FOS 11-1 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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