Migration aus verschiedenen Perspektiven

Wenn heute über Migration debattiert wird, dann meist nur über eine ihrer Facetten. Dabei ist Migration ein vielschichtiges Thema. Es besteht zum einen aus den Komponenten Wirtschaft und Demografie zum anderen Gesellschaft und Kultur. Meistens wird die Wirtschaftlichkeit der Migration diskutiert. Ob Sarrazin-Buch, die Frage des Fachkräftemangels oder Migration als Heilmittel gegen die Vergreisung unserer Gesellschaft, oft  wird das Thema aus wirtschaftlicher Perspektive gesehen. Dass Migration maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Landes beitragen kann sieht man am Beispiel der USA. Die Vereinigten Staaten haben es geschafft, ein System zu etablieren das die klügsten Köpfe der Welt anzieht. Durch niedrige Steuern, hohen Löhnen und einer liberalen Gesetzgebung sind sie zu einem der attraktivsten Arbeitgeber für migrationswillige Fachkräfte geworden. Durch ihr die Einführung der Greencard wird die Zahl der unqualifizierten Einwanderer in Grenzen gehalten(von den Illegalen abgesehen). Generell ist Migration für die meisten reichen Länder ein wirtschaftlicher Vorteil. Problematisch wird es dann, wenn ein Land mit hohen Sozialkosten zu viele unqualifizierten Migranten aufnimmt. In diesem Fall entstehen höhere Sozialkosten, die Wirtschaft wächst aber nicht mit. Dies gibt es in der Realität nur selten, da die meisten Industrieländer Schutzmechanismen dagegen haben. Die meisten Probleme aus wirtschaftlicher Sicht haben aber die armen Entwicklungsländer mit der Migration. Da viele von den teuer ausgebildeten Fachkräften in reiche Industrieländer abwandern, haben es diese Länder sehr schwer eine konkurrenzfähige Wirtschaft aufzubauen. So entsteht ein Teufelskreislauf aus Armut und Abwanderung der ohne Unterstützung der reichen Länder nur schwerlich durchbrochen werden kann.
Ursachen für Migration sind aber nicht nur finanzieller Natur. Viele Menschen verlassen ihr Land aufgrund mangelnder Freiheit oder sogar Verfolgung. Doch im neuen Land ist die Lage für sie oft nicht besser. Die Migranten haben mit Ausgrenzung, Isolation und Vorurteilen zu kämpfen. Die Menschen die die Migranten aufnehmen fühlen sich weniger sicher mit Migranten in der Nachbarschaft oder haben Angst selbst zur Minderheit zu werden. Multikulti gilt für viele als ein gescheitertes Modell. Migration bringt –gesellschaftlich gesehen- zunächst keine Vorteile. Andererseits wären die einzelnen Länder kulturell viel ärmer ohne Migration. Man bedenke zum Beispiel die Religionen. Wenn niemals Leute in andere Erdteile gezogen währen, hätten sich Religionen nie so sehr verbreitet und die Menschen heutzutage hätten nicht die Möglichkeit zwischen zig Religionen und Weltanschauungen zu wählen, was sicher schade wäre. In dieser Hinsicht ist es sicher schwierig Position zu beziehen.
Schlussendlich wird Migration wohl weiterhin ein Erfolgsmodell bleiben, das sie wirtschaftlich relevant ist und die Welt kulturell durch Massenmedien immer weiter zusammenwächst. Man darf jedoch die Probleme nicht vergessen die Migration mit sich bringt und muss weiter an ihren Lösungen arbeiten.

 

Migration aus verschiedenen Perspektiven

Informationen zum Beitrag

Titel
Migration aus verschiedenen Perspektiven
Autor
Dominic Maier
Schule
Anne-Frank-Gymnasium , Rheinau
Klasse
J2 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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