„Ich möchte deutschen Pass“

„Ich möchte deutschen Pass“, diese Aussage bekommen die Mitarbeiter des Migrationsamtes Ortenaukreis  oft zu hören. Dies erzählten sie uns in einem Interview, welches wir mit Herrn Schwarz, dem Amtsleiter, Herrn Rothardt, dem Integrationsbeauftragten und Frau Stürz vom Integrationsbüro führten. Mit diesem Satz benennen sie das Hauptproblem, welches durch Migranten in unserer Gesellschaft hervorgerufen wird.
Viele Migranten reisen in Deutschland ein, auf der Suche nach Arbeit, einem festen Wohnsitz und einem schönen und besseren Leben. Da viele nicht Meister der deutschen Sprache sind, siedeln sie sich zusammen mit anderen Migranten, die ursprünglich aus der selben Nation oder Region kommen, was auch verständlich ist, denn ein Deutscher, welcher zum Beispiel nach Amerika auswandert, würde genauso in ein Teil der USA reisen, in dem es viele Deutsche gibt. Doch dies ist gleichzeitig ein Problem. Durch das Zusammenkommen von Personen einer Nationalität in einer anderen Nation können diese Migranten trotzdem in ihrer Muttersprache weiter sprechen, sich in dem neuen Land verständigen ohne die fremde Sprache zu beherrschen. Dadurch kommt es oft zur Bildung von Parallel-Gesellschaften, die jede für sich lebt und kaum eine Verbindung zwischen den Gesellschaften bewirkt.
In diesem Problem steckt die Hauptarbeit des Migrationsamtes, sie versuchen die Entstehungen von Parallelgesellschaften zu verhindern. Das Mittel, welches sie dagegen verwenden, nennt sich Integration.
Sie versuchen Migranten in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, das heißt, sie in die deutsche Bevölkerung einzugliedern, ohne dass es einen großen Unterschied zwischen Deutschen und Migranten gibt. Das Ziel der Integration sind hauptsächlich die jungen Migranten, ihnen werden im Ortenaukreis schon von klein auf im Kindergarten Sprachkurse oder Ähnliches angeboten. Das Migrationsamt fixiert seine Arbeit auf die junge Generation, da die älteren Migranten mit ihrer Muttersprache aufgewachsen sind und, nach 40 Jahren oder mehr, keine neue Sprache und Kultur lernen wollen.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Integration liegt in der Sprache, wenn man die fremde Sprache nicht beherrscht, hat man keine Möglichkeit sich sinnvoll zu integrieren.
Das heißt, wer die fremde Sprache nicht lernen will, wird sich nicht integrieren, wobei wir wieder bei der Bildung von Parallel-Gesellschaften und fehlgeschlagener Integration wären.
Doch wieso gibt es Migranten überhaupt?
Der Begriff Migrant kommt vom lateinischen Wort „migrare“ und bedeutet soviel wie wandern oder auswandern. Ein Migrant ist also der Wandernde. Wir haben meistens das Bild eines Ausländers im Kopf wenn wir das Wort Migrant hören, doch ein Schwabe der nach Bayern zieht ist genauso ein Migrant wie ein Türke der sein Glück in Deutschland sucht. Die Gründe für Migranten, das deutsche Land aufzusuchen, sind unterschiedlich. Der Hauptgrund ist die gute Wirtschaft Deutschlands, hier bei uns in Baden-Württemberg vor allem die Automobilindustrie. Deshalb liegt der Migrantenanteil in BW mit 8-9% etwas über dem Durchschnittswert Deutschlands( 6-7%). Im Ortenaukreis ist der Migrantenanteil verhältnismäßig gering, es gibt keine größeren industriellen Ballungszentren, die eine Großzahl an arbeitsuchenden Migranten anlocken könnten. Laut des Migrationsamtes gibt es im Ortenaukreis keine extremen Auffälligkeiten durch kriminelle Migranten, in den Ballungszentren sei dies viel stärker der Fall.
Die meisten Migranten, die jetzt nach Deutschland kommen, tun dies aus familiären Gründen. Es gibt fast keinen Einzug von ausländischen Personen mehr, nur um hier zu arbeiten, da 1973 der Anwerbestopp veranlasst wurde und es den Migranten dadurch schwieriger gemacht wurde nach Deutschland einzureisen um als Gastarbeiter tätig zu sein. Die Herrschaften vom Migrationsamt verneinten uns allerdings auch die Frage ob mehr immigrierte Menschen arbeitslos seien als Deutsche. Die Arbeitslosenrate halte sich in beiden Fällen in etwa die
Waage.
Eine andere Art zu migrieren ist über das Asylrecht. Die Asylbewerber wohnen meist mit Anderen in einer gemeinsamen Unterkunft zusammen, in Offenburg sind dies derzeit bis zu 200 Personen. Diese Migranten sind politisch verfolgte, oder behaupten dies zumindest, da sie sonst keine Möglichkeit haben in ein anderes Land zu migrieren und dadurch besser zu leben. Offiziell werden in Deutschland 1,5% der Asylbewerber angenommen und etwa weitere 10% aus moralischen Gründen geduldet. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt ein Asylbewerber vorzüglich Sachleistung und noch 40,90€ im Monat „Taschengeld“. Das Asylverfahren kann in Deutschland mehrere Jahre dauern bis die Migranten komplett selbst über ihr Leben bestimmen können und „richtige“ Deutsche sind, dies dient auch zur Abschreckung vor einer Ausnutzung dieser Gesetze.
Zum Schluss bedanken wir uns bei der sehr kompetenten Amtsleitung im Migrationsamt Offenburg, bei Herrn Schwarz, Herrn Rothardt und Frau Stürz für die Informationen zu diesem Artikel.
 

„Ich möchte deutschen Pass“

Informationen zum Beitrag

Titel
„Ich möchte deutschen Pass“
Autor
Daniel & Jan
Schule
Anne-Frank-Gymnasium , Rheinau
Klasse
J2 von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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