Eine Zukunft für die Migranten von damals?

Nach dem Krieg wurde die deutsche Wirtschaft mit Hilfe von Gastarbeitern wieder aufgebaut. Die Gastarbeiter kamen aus verschiedensten Ländern, wie Spanien und Italien. Mit der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens vor rund 50 Jahren begann auch die Einwanderung von Gastarbeitern aus der Türkei. Nun sind die Migranten im Rentenalter und nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie sie nun ihren Lebensabend verbringen.
Ursprünglich sollten die Gastarbeiter laut Abwerbeabkommen nach zwei Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren und durch neue Gastarbeiter ersetzt werden. Diese Klausel des Vertrages wurde allerdings aus wirtschaftlichen Gründen erweitert. Für die Unternehmen war es nicht sinnvoll alle zwei Jahre neue Arbeitnehmer einzulernen. Deshalb durften die Gastarbeiter für die Dauer ihrer Beschäftigung in Deutschland bleiben. Trotzdem wurde kein allzu langer Aufenthalt eingeplant, weshalb von der deutschen Regierung keine Maßnahmen für die kulturelle Eingliederung der Gastarbeiter ergriffen wurden. So kamen die Gastarbeiter nicht richtig in Verbindung mit der deutschen Kultur, konnten ihre Eigene aber aufgrund fehlender Begegnungsstätten auch nicht ausüben und gerieten so zwischen die beiden Kulturen ohne zu einer richtig zu gehören.
Das Abwerbeabkommen erlaubte es den Gastarbeitern nur alleine einzureisen. Das heißt, sie mussten ihre Familie, Freunde und Bekannte zurücklassen. Später wurde auch diese Klausel gelockert und einige Gastarbeiter zogen ihre Familie nach. Doch die Gastarbeiter verloren den persönlichen Kontakt zu ihren Freunden und Verwandten immer mehr.
Aufgrund dieser Gegebenheiten schaffen oder wollen nur wenige Migranten die Rückkehr in ihr Heimatland.
Erst in jüngster Zeit versucht nun die deutsche Regierung, durch den Bau von Moscheen und anderen kulturellen Begegnungsstätten, den Migranten die Chance zu geben ihre Kultur auszuleben und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Außerdem wird durch Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse versucht, die Migranten in die deutsche Gesellschaft einzugliedern. Die Zusammenarbeit der deutschen und türkischen Regierung soll nun den Migranten die Rückkehr in ihre Heimat erleichtern.
Neben den Migranten, die wieder zurück in ihr Heimatland wollen, gibt es auch viele, die in Deutschland bleiben wollen. Sie haben sich integriert und fühlen sich wohl, sie wollen das Land, in dem sie so lange gelebt und gearbeitet haben nicht verlassen. Migranten haben aber genauso wie deutsche Familien immer häufiger das Problem, dass die Familienstrukturen auseinanderfallen und im Alter eine Pflege im Familienkreis nicht mehr die Normalität wiederspiegelt. Als Konsequenz ist die Unterbringung in einem Seniorenheim immer häufiger die Regel.

Für Migranten ist dieser Schritt jedoch nicht so einfach. Viele kennen sich im Sozialsystem Deutschlands zu wenig aus und wissen gar nicht welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Aufgrund sprachlicher Probleme haben sie auch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Dokumenten und beim Abschluss der erforderlichen Verträge.
Deshalb arbeitet die Regierung an einem Programm, um die Migranten zu informieren und zu unterstützen. Weiterhin sollen die Seniorenheime auf die größer werdende Anzahl an Bewohnern mit Migrationshintergrund vorbereiten werden. Der Essensplan soll so umgestellt werden, dass er den Bedürfnissen und Gewohnheiten verschiedenster Kulturen entspricht. So soll es zu jeder Mahlzeiten ein Essen ohne Schweinefleisch geben. Zudem sollen Fachkräfte in der Muttersprache der Bewohner eingestellt werden. Das hilft zum einen den Migranten sich wohl zu fühlen und zum andern dient das der Kommunikation, denn Demenzkranke erinnern sich häufig nur noch an ihre Kindheit und somit an ihre Muttersprache.
Die Bundesregierung ist somit auf einem guten Weg den Migranten die Chance zu geben ihren Lebensabend so zu gestalten wie sie ihn sich vorgestellt haben. Sie bietet ihnen die Möglichkeit sich frei zu entscheiden.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Eine Zukunft für die Migranten von damals?
Autor
Stefan Niefenthaler
Schule
Georg-Büchner-Gymnasium, Rheinfelden
Klasse
G KII von 2011/2012
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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