Der Döner als deutsches Nationalgericht

Der Döner als deutsches Nationalgericht

„Es war nicht leicht für meinen Vater.“ , so fing das Gespräch mit dem  47- Jährigem Dönerbudenbesitzer Akim an. Er ist einer von über 16.000 Besitzern einer Dönerbude hier in Deutschland. Die meisten von ihnen sind türkischstämmig und kamen in den 50-er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. „So auch mein Vater, der zuerst bei einer deutschen Gemüsefabrik für einen Hungerlohn arbeitete. Dort lernte er meine Mutter kennen und heiratete sie. Als diese mit mir schwanger wurde, entschloss mein Vater sich selbständig zu machen. Die Idee eine Imbissbude für türkische Spezialitäten zu eröffnen, hatte er zusammen mit einem Freund, der ebenfalls in der Fabrik arbeitete.“ Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, mussten sie zuerst die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen. Da Anfang der 70er Jahre viele Gastarbeiter die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten wollten, um sich ein geregeltes Leben und Einkommen in Deutschland zu ermöglichen, dauerte es um die zwei Jahre, bis der Familie die deutsche Staatsbürgerschaft bewilligt wurde. Als diese Hürde genommen war, fing es mit den finanziellen Turbulenzen an. „Viele Banken wollten meinem Vater keinen Kredit gewähren, weil sie keinen Glauben an seinem Vorhaben hatten. Mit der finanziellen Unterstützung der Verwandten, die sie von ihren Plänen überzeugen konnten, konnte mein Vater sich den Kredit für eine Dönerbude leisten und erfüllte sich somit einen Traum.“ Die Eröffnung folgte dann 1 Jahr später. Die Dönerbude, die die erste in Münster war, wurde sowohl von Deutschen, aber auch von Angehörigen anderer Nationen sofort begeistern aufgenommen. Da die Lage sehr zentral in der Münster Innenstadt liegt, wurden viele Passanten auf die neue Imbissbude aufmerksam. „Mein Vater konnte zusammen mit seinem Freund den Kredit Ende der 80er Jahre zurückzahlen und wir konnten gut von dem Einkommen der Imbissbude leben. Mit 16 schloss ich die Schule ab und stieg in den Betrieb meines Vaters ein, da sein Freund mit seiner Frau zurück in die Türkei gekehrt war. Als mein Vater 60 wurde, übernahm ich den größten Teil der Arbeit, bis er 2003 den Laden schließlich an mich übergab.“                                                                                                                                    

Heute ist der Döner aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. Er gilt fast als deutsches Nationalgericht. Täglich werden etwa 200 bis 300 Tonnen produziert; der Umsatz betrug 1998 etwa 1,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 sind es schon 3,5 Milliarden.                                             
Es ist jedoch umstritten wo der erste Döner hergestellt wurde und aus welcher Nation er wirklich kommt. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass die erste Dönerbude in Berlin am Kottbusser Damm  Anfang der 70-er von türkischen Gastarbeitern eröffnet wurde. Daher auch der Zusammenhang von Döner und der Türkei.                                                                                       
Als wir Akim fragten, wie es im Moment liefe, antwortet er uns: „Es läuft super, sogar noch besser als früher! Meine Kunden reichen von alt bis jung. Eigentlich schmeckt der Döner jedem, aber am meisten natürlich den Kindern und Jugendlichen. Manchmal kommen um halb 3 Uhr nachts noch Leute in den Laden, weil sie auf den Döner schon gar nicht mehr verzichten können.“                                                        

Der Döner als deutsches Nationalgericht

Informationen zum Beitrag

Titel
Der Döner als deutsches Nationalgericht
Autor
Carolin, Lisa
Schule
Schillergymnasium, Münster
Klasse
GK Deutsch von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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