Ausländische Abschlüsse und ihre Anerkennung

Ab dem 1.März 2012 soll das neue Gesetz für ausländische Abschlüsse in Kraft treten

In den letzten Jahren waren die Chancen für Ausbildungsplätze in Deutschland gering. Oft war die Sprache von einer sogenannten „Ausbildungskrise“. Speziell für Migranten hat sich seit 2010 die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wieder entspannt.                                                                                       
Schüler und Studenten mit Migrationshintergund hatten es bislang besonders schwer, eine Ausbildungsstelle zu finden. Genau nach diesem Klientel jedoch suchen mittlerweile viele Firmen. Zahlreiche Arbeitgeber haben auf der Messe „JOBAKTIV“  der Bundesagentur für Arbeit in Ludwigshafen um neue Nachwuchskräfte geworben
 
Durch spezielle Angebote für Migranten lockte die Messe viele Besucher mit Migrationshintergrund an.  Ein ausgearbeitetes Konzept, dass von kostenlosem Check der Bewerbungsmappen über Unterstützungsangebote für Migranten bis hin zur Business- Knigge reicht, wurde erfolgreich präsentiert.                                                                                                                                             
Als besonderer Gast dieser Messe wurde am zweiten Tag  die Schirmherrin Frau Prof. Dr. Maria Böhmer empfangen. Sie ist die Staatsministerin der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Sie begrüßte die Besucher und stellte ihre Hoffnung auf eine positive Entwicklung der Integration in Deutschland dar.  

Etwas mehr als 40 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen wie zum Beispiel Gastgewerbe, Pflege und Handel haben ihre Berufe den rund 7500 Besuchern präsentiert.                                              
Das Ziel der Austeller war,  den Blick auf die Menschen mit ihren vielfältigen Besonderheiten und Stärken für den regionalen Arbeitsmarkt zu lenken.

Neben den Austellern von diversen Betrieben konnte man sich auch bei Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen hinzusetzen, zuhören und Fragen stellen.

Ein großer Zulauf brachte die Diskussionsrunde „Anerkennung ausländischer Abschlüsse“, bei denen Vertreter von der Handwerkskammer der Pfalz, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, Industrie- und Handelskammer für die Pfalz und ein Vertreter von der ISM Mainz/ IQ-Netzwerk anwesend waren.

Dieses Thema ist sehr aktuell und somit kamen viele Fragen auf.                                                                            
Ein Beispiel war eine Frau, die in Tschechien Jura studiert hatte und dort auch ihren Abschluss erfolgreich absolviert hat. Danach zog sie aus familiären Gründen nach Deutschland und hat bis heute noch keinen Arbeitsplatz gefunden. Das liegt daran, dass ihr Abschluss hier in Deutschland nicht anerkannt wird.                                                                                                                                                                      

Dies ist schon seit Jahren ein Problem, doch jetzt wurde ein Fortschritt gemacht.                                
Nach Schätzungen des „Institut[s] für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ leben zurzeit ca. 2,8 Millionen Migranten mit einem ausländischen Abschluss in Deutschland. Einige von ihnen müssen Arbeiten verrichten die weit unter ihrer Qualifikation liegen, oder sind arbeitslos, und das aufgrund der Nichtanerkennung ihres Abschlusses.    

Aus diesem Grund soll ab dem 1.März 2012 ein neues Gesetz in Kraft treten. Das Gesetz wurde am 29. September 2011 vom Deutschen Bundestag beschlossen und wurde am 4. November 2011 vom Bundesrat bewilligt.                                                                                   
Dieses Gesetz besagt, dass Personen mit einem ausländischen Abschluss zu ihrer  jeweiligen Kammer gehen müssen, und dort muss er innerhalb von drei Monaten überprüft werden. Wenn dann die Qualifikation jedoch nicht mit den Anforderungen Deutschlands übereinstimmt, müssen die Kenntnisse, die im Ausland erworben wurden, bescheinigt werden.

Ab dem 1.März 2012 sollen nun auch Menschen, die aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten kommen, aber trotzdem an einer deutschen Universität studiert haben, in ihrem Beruf in Deutschland zugelassen werden.                                                                                                                           
Auch soll sich etwas bei Ausbildungsvertrieben ändern. Wenn nun eine Person mit einer abgeschlossenen Ausbildung aus einem anderen Land nach Deutschland kommt und die jeweilige Qualifikation nicht den deutschen Standards entspricht, hat sie aufgrund der neuen Regelung das Recht auf eine Bewertung innerhalb von drei Monaten.

Die SPD hatte auch schon seit längerer Zeit auf ein Anerkennungsgesetz gedrungen, jedoch haben sie aus ihrer Sicht ein Problem. Das Gesetz besagt, dass Personen mit einer ausländischen Qualifikation, denen Teile für den vollständigen Berufsabschluss fehlen, eine Nachqualifizierung erwerben müssen. Das Problem besteht darin, dass nicht geregelt ist, ob der Staat die Personen unterstützt, die eine Nachqualifizierung benötigen.

Aus öffentlichen Umfragen und Leserkommentaren im Internet von der Homepage „www.focus.de“ kann man die Reaktion der deutschen Bürger sehen, sie sind sich fast alle einer Meinung. Sie glauben nicht, dass es eine sinnvolle Entscheidung war, ausländische Abschlüsse anzuerkennen, und dies begründen sie auch sehr verständlich. Denn was ist dann mit den qualifizierten Menschen hier in Deutschland? Wie wird daraufhin mit ihnen umgegangen, haben sie dann immer noch eine Chance auf eine gute Arbeitsstelle oder werden folglich eher die ausländischen Bürger den „Einheimischen“ bevorzugt?

Diese Fragen kann zurzeit keiner klären, man muss das Ergebnis abwarten. Doch schon jetzt gibt es einige Bürger, die sich beschweren. Sie stellen Frau Prof. Dr. Schavan und die Politiker derselben Meinung als unfähig dar.                                                                                                
Frau Prof. Dr. Schavan, Bildungsministerin und Mitglied der CDU,  und ihre Anhänger sind optimistisch, sie wollen damit ein langfristiges Problem beheben.                                                       
Sie haben das Anliegen, die Integration in Deutschland mithilfe dieses neu beschlossenen Gesetzes zu verbessern.

In circa einem Jahr kann man möglicherweise schon feststellen, ob die neue Regelung etwas bewirkt hat, oder eher nicht.                                                                                                                            
Ein Großteil der Politiker hat eine  positive Einstellung zum neuen Anerkennungs- und Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz.                                                                                                               Sie hoffen, dass das Gesetz von allen gut aufgenommen wird und ausländische Abschlüsse von nun an problemlos anerkannt werden.                              
 

Ausländische Abschlüsse und ihre Anerkennung

Informationen zum Beitrag

Titel
Ausländische Abschlüsse und ihre Anerkennung
Autor
Maren93
Schule
Albert-Einstein-Gymnasium, Frankenthal
Klasse
12 SK1 von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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