Migration – Ein Problem einer offenen Gesellschaft?

Ob  Politik, Kultur, Wirtschaft oder  Wissenschaft: Diese wichtigen gesellschaftlichen Bereiche sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Ein „Dauerbrenner“ ist das Thema Migration. Dieses Thema beherrscht seit Jahren die Schlagzeilen. Immer wieder wird dieses Problem aufgegriffen, entweder von den Bürgern des Gastgeberlandes oder von den Migranten selbst. Normale, alltägliche zwischenmenschliche Reibungspunkte werden zu explosiven Reizthemen, wenn an der problematischen Situation Menschen mit Migrationshintergrund beteiligt sind. Die Bilder gestrandeter afrikanischer Schiffbrüchiger, die entweder tot oder halbtot an den Küsten von Lampedusa oder an den andalusischen Stränden ankommen und um Asyl an den europäischen Grenzen betteln, machen immer wieder auf das Migrationsproblem aufmerksam. Es kann nicht nur politisch, sondern es muss auch moralisch gelöst werden.
Die Frage ist: Was verstehen wir unter Migration? Einzig die Einwanderung Fremdstämmiger in unser Land? Und wenn ja, wo ist hier die Problematik? – Genau das ist das Problem! Ohne eine ausführliche Aufklärung, stehen wir vor einem großen Fragezeichen. Was viele nicht wissen: Der Begriff Migration beinhaltet viele Unterkategorien wie die Integration.
Migration gibt es, seit Menschen auf der Erde leben. Auf der Suche nach Wasser und Nahrung, zogen die Menschen schon in der Vergangenheit in Kolonien von Ort zu Ort.
Gegenwärtig redet man vom „Kampf der Kulturen“ und über „Völkerkriege“. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de), haben im Jahr 2004 alleine in Deutschland über 780.000 Menschen eine neue Heimat gefunden. Zahlen, die im ersten Moment beeindrucken. Und das mit gutem Recht: Im Jahr 2004 kehrten über 150.000 Menschen Deutschland den Rücken, so das Statistische Bundesamt. Das Verhältnis weist also auf einen Anstieg der Migration. Zu bedenken ist, dass die Möglichkeiten der Einwanderung immer größer werden: Grenzen werden eingerissen und moderne Fortbewegungsysteme (Flugzeug, Auto, Bahn) vereinfachen die Einwanderung. Brauchten die Kolonien in der Vergangenheit also noch mehrere Tage, um einen Ort zu erreichen, setzt sich der moderne Mensch bequem ins Flugzeug und reist innerhalb von 24 Stunden durch die halbe Welt. Der Mensch ist flexibel geworden, ihm gehört die Welt.
Doch was ist so schlecht an dieser Migration? In einem Artikel der Zeit Online Ausgabe (www.zeit.de) heißt es, dass „Zuwanderer die Zukunft sind“ und Migranten nicht nach Kultur und Religion unterschieden werden sollten, sondern nach ihren Zielen. Entgegen allen kontra-wissenschaftlichen Untersuchungen gab das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Evaluation zum Verhalten von Migranten in Auftrag. Die Studie „Die Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland“ des Sinus-Instituts widerlegt viele Vorurteile und zeigt auf, dass sich Migranten integrieren wollen.

Heutzutage gibt es viele Gründe für die Migration. Menschen müssen aus Ihren Ländern flüchten, weil dort Krieg herrscht. Sie suchen Asyl in anderen Ländern, um Verfolgung, Folter und Tod zu entgehen. Andere Migranten kommen in ein Land, weil deren Familie bereits hierher gezogen ist und eine Existenz aufgebaut hat. Nicht zu vergessen, die Arbeitsmigration: Viele Einwanderer finden in Gastländern eine besser bezahlte und sichere Arbeitsstelle und ziehen aus diesem Grund um. An letzter Position gibt es noch die „Irreguläre Form der Einwanderung“. Sie kann statistisch nicht erfasst werden, laut der Bundeszentrale für politische Bildung wird jedoch geschätzt, dass „ sich derzeit zwischen einem Achtel und einem Viertel der weltweiten Migranten und Flüchtlinge in irregulären Wanderungssituationen befinden“. Unter dieser Form der  „unregelmäßigen“ Migration werden alle die Aus-, Ein- und Umherwanderungen zusammengefasst, deren Motivkraft nicht den oben genannten Gründen entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel Söldner, die sich aus Abenteuerlust in die große weite Welt aufmachen oder junge Menschen, die aus Neugierde die Welt erobern wollen.

Migration am Beispiel Deutschland
Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union. Jährlich kommen neue Einwanderer ins Land und versuchen, sich hier eine Existenz aufzubauen. Ende 2010 lebten 6,75 Millionen Ausländer in Deutschland, so das Statistische Bundesamt. Das ergibt ein Plus von 60.000 Migranten zum Vorjahr.  Die meisten Zuwanderer kommen aus Rumänien (21.600), Polen (20.900) und Bulgarien (12.000). Trotz Abnahme der türkisch-stämmigen Migranten, stellen Sie unverändert den Höchstwert mit 24 % dar.
Die Zahlen sprechen für sich: Deutschland ist ein beliebtes Ziel der Fremdstämmigen. Doch aus welchem Grund ist dies der Fall? Deutschland bietet als funktionierender Rechts- und Sozialstaat viele Vorteile: Bessere Arbeitsbedingungen, Sozialhilfe bei Nicht-Beschäftigten sowie ein Gesundheitssystem. Dinge, die es in anderen Ländern kaum oder nicht in diesem Umfang gibt. Deutschland hat beispielsweise mit der Türkei am 30. Oktober 1961 ein Anwerbeabkommen zur „wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik“ durch türkische Mitarbeiter getroffen. Türkische Einwanderer bekamen eine Arbeitsstelle, um Deutschland wirtschaftlich voranzubringen.
Gründe für die Abneigung gegen Immigranten gibt es jedoch auch. Oftmals ist die Rede von einem Abwehrverhalten der Bevölkerung gegen fremde Kulturen. Die Europäer sind durch ihre am christlichen Wertekodex orientierte Denkweise der Aufklärung verpflichtet. Das Gegenteil ist bei den Muslimen zu beobachten, deren mittelalterliche Rechtsordnung (Scharia) und deren Frauenverständnis (Unterdrückung, Schleier, Ehrenmorde etc.) Verständnisprobleme bereiten und Konflikte auslösen.
Ohne Integration, keine Migration!
Das „Miteinander“ ist ein wichtiger Stichpunkt bei der Migration. Denn ohne Integration wird es nie eine erfolgreiche Einwanderungsgesellschaft geben. Doch was ist Integration? Dazu gehört Verständnis, Toleranz  und Anpassungswillen beider Seiten an die unterschiedlichen Kulturen, der Einwanderer und der aufnehmenden Gesellschaft. Gelungene Integration ist aber weit mehr, als ein paar türkischstämmige Fußballer in der Nationalmannschaft.
 

Migration – Ein Problem einer offenen Gesellschaft?

Informationen zum Beitrag

Titel
Migration – Ein Problem einer offenen Gesellschaft?
Autor
Dirk Weber
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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