Migranten in Deutschland

Immer mehr Migranten verlassen aus verschieden Gründen ihr Land, entweder sind sie  auf der Flucht, hoffen auf bessere Arbeit, oder folgen ihrer Familie.
Wir von der FAZ haben einen Migranten aus Aurich dazu interviewt, weshalb er sein Land verlassen hat und wie er in Deutschland zurecht kommt.

FAZ: Warum seid ihr nach Deutschland gekommen?
Migrant: In unserem Land war Krieg, deshalb flüchteten wir nach Deutschland., mit der Hoffnung hier ein besseres Leben zu führen.
FAZ: In welchem Land habt ihr vorher gelebt?
Migrant: Wir lebten vorher in Russland.
FAZ: Seit wann lebt ihr hier?
Migrant: Meine Eltern sind schon vor 10 Jahren nach Deutschland geflüchtet, doch vorerst ohne uns Kinder. Als sie vier Jahre hier lebten bekamen sie meinen kleinen Bruder, der jetzt 6 Jahre alt ist. Ich und mein jüngerer Bruder sind bei meiner Oma in Russland geblieben.
Ich lebe erst seit vier Jahren in Deutschland und mein Bruder kam ein Jahr später rüber.
FAZ: Wie alt warst du als du nach Deutschland rüber gekommen bist?
Migrant: Ich war 15 Jahre und mein Bruder war 13 Jahre alt, als wir endlich unsere Eltern wieder sehen konnten.
FAZ: Hatten du und dein Bruder Kontakt zu deinen Eltern?
Migrant: Wir haben nur ab und zu telefoniert, aber gesehen haben wir uns nicht.
FAZ: Wie hast du dich gefühlt als du nach Deutschland rüber gekommen bist?
Migrant: Ich war natürlich froh meine Familie wieder zusehen und meinen kleinen Bruder kennen zu lernen. Aber auf der anderen Seite viel es mir sehr schwer meine Oma, mein Bruder und meine Freunde zurück zulassen. Ich musste alles Aufgeben, was mir lieb war.
FAZ: Konntest du dich hier schnell integrieren?
Migrant: Ja, ich bin ein zugänglicher Mensch und habe mich schnell in Deutschland eingelebt. Ich habe die Deutsche Sprache gelernt, somit konnte ich viele neue Kontakte knüpfen.
FAZ: Hast du viel Kontakt zu deiner Oma?
Migrant: Wir telefonieren ab und zu, aber gesehen habe ich sie seit dem noch nicht wieder.
FAZ: Welche Sprachen sprichst du?
Migrant: Meine Muttersprache: Armenisch und Russisch, Deutsch, zudem lerne ich in der Schule Englisch und Spanisch.
FAZ: Welche Schule besuchst du hier in Deutschland?
Migrant: Ich bin in die 8. Hauptschulklasse gekommen und habe dann in der 10 Klasse meinen Realschulabschluss nachgeholt. Ich hatte einen Schnitt von 1,7. Anschließend besuchte ich für ein Jahr die Elektroklasse mit dem Schwerpunkt Informatik und nun bin ich in der 11. Klasse des beruflichen Gymnasiums und möchte mein Abitur nachholen.
FAZ: Wurdest du in deiner neuen Heimat gut aufgenommen?
Migrant: Ich fühlte mich von meiner Familie und von denen, die ich neu kennen gelernt habe sehr gut aufgenommen, jedoch fühlte ich mich vom Landkreis ein wenig unterdrückt. Ich fühlte mich nicht willkommen.
FAZ: Haben du und deine Familie sich hier gut eingelebt?
Migrant: Ja, wir sind wieder alle beisammen und sind froh das wir dem Krieg entkommen konnten, um hier ein besseres Leben zu führen.
FAZ: Haben deine Eltern eine Arbeit gefunden?
Migrant: Nein, Wir haben alle keine deutsche Staatsbürgerschaft bekommen, da wir keine Papiere haben und dürfen somit nicht arbeiten.

FAZ: Wovon lebt ihr?
Migranten: Wir werden vom Staat unterstützt und meine Eltern dürfen für einen Euro die Stunde jobben, jedoch nur vier Stunden am Tag.
FAZ: Wie wird dein weiterer Lebensweg aussehen?
Migrant: Vorerst werde ich versuchen mein Abitur erfolgreich abzuschließen und dann muss ich weiter sehen, denn arbeiten werde ich erstmal nicht dürfen.
Ich setzte meine Hoffnung in mein Hobbie, denn ich bin erfolgreicher Boxer. Ich boxe in der 2. Bundesliga für Braunschweig und boxe in dem Verein von Norden.  
Ich kann an der internationalen Meisterschaft teilnehmen, bis ich 22 Jahre alt bin und hoffe dann in die Profiliga aufzusteigen.
Ich möchte für Deutschland boxen. Und wer weiß vielleicht bekomme ich dadurch evtl. doch noch die deutsche Staatsbürgerschaft.
FAZ: Das hoffen wir für dich, viel Erfolg uns alles Gute für deinen weiteren Lebensweg. Ich bedanke mich für das interview.
Migrant: Danke, gerne.
 

Migranten in Deutschland

Informationen zum Beitrag

Titel
Migranten in Deutschland
Autor
Rena Tammen
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

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