Vom ersten Gastarbeiter zum freizügigen Europa

Im Jahre 1955 unterzeichneten Deutschland und Italien ein Abkommen zur Anwerbung ausländischer Arbeitskräf-te. Weitere Verträge folgten unter anderem mit Portugal, Spanien, Griechenland und der Türkei.
    Somit begann die politisch geregelte Arbeitsmigration, die heutzutage neben dem Familiennachzug und der Fluchtmig-ration eine der wichtigsten Einwande-rungsformen darstellt. Die Anwerbung wurde jedoch 1973 vorerst gestoppt.
    Heute im Jahre 2011 wird die ar-beitsmarktbezogene Zuwanderung durch die Grundfreiheit der Arbeitnehmerfreizü-gigkeit vom Vertrag über die Arbeitsweise der europäischen Union geschützt. Dem-nach ergeben sich für europäische Bürger Rechte auf Gleichbehandlung mit den Ein-heimischen im Rahmen der Bewerbung und Entlohnung sowie begleitende Rechte auf Einreise und Aufenthalt. Es sind so-wohl ungelernte saisonale als auch hoch-qualifizierte Arbeitnehmer, die in unter-schiedlichsten Wirtschaftszweigen be-schäftigt werden.
Am 1. Mai 2011 wurden für acht osteuropäische Mitgliedstaaten, unter an-derem Polen und Tschechien, jegliche bis-her bestehende Einschränkungen der Ar-beitnehmerfreizügigkeit aufgehoben, was zum drastischen Migrationsanstieg führte.    

Vom ersten Gastarbeiter zum freizügigen Europa

       Zum einen gewährleisten bei-spielsweise die Saisonarbeiter die Konkur-renzfähigkeit der landwirtschaftlichen Un-ternehmen, welchen für die „schmutzige“ Arbeit und den „Hungerlohn“ keine ver-gleichbaren deutschen Aushelfer    zur Verfügung stehen. Zum anderen verlassen aber auch mehr hochqualifizierte Fachkräf-te die Bundesrepublik als durch Zuwande-rung kompensiert wird, sodass neben dem ohnehin bestehenden Fachkräftemangel ein Nettoverlust entsteht.

Vom ersten Gastarbeiter zum freizügigen Europa

    Es sind also Vorteile wie eine rei-chere Auswahl an Arbeitsstellen und euro-päische Einheit, die neben den Nachteilen des Schwarzarbeitsrisikos und des Verlus-tes der eigenen Spezialisten konkurrieren. Letztendlich entscheiden die aktuelle deut-sche Wirtschafts- und Soziallage sowie die Unterschiede zu unseren europäischen Nachbarn.

Vom ersten Gastarbeiter zum freizügigen Europa

Informationen zum Beitrag

Titel
Vom ersten Gastarbeiter zum freizügigen Europa
Autor
Jan Fruehling
Schule
BBS 1 Aurich, Aurich
Klasse
Kollegkurs von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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