Vom jungen Flüchtlingsschneider zum erfolgreichen Boxtrainer

Vom jungen Flüchtlingsschneider  zum erfolgreichen Boxtrainer

1978 flüchtet Hussein Ismail aus seinem Heimatland dem Irak nach Deutschland, spricht dementsprechend kein Wort Deutsch, 2011 wird er von dem Bundespräsidenten  Christian Wulff,  der Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfallen Hannelore Kraft und Oberbürgermeister von Bonn Jürgen Nimptsch zur Delegation der deutschen Einheit unter den zwölf Leuten eingeladen, die Hamburg vertreten.                                        

Hussein muss mit 17 Jahren seine Familie, Verwandte und Freunde hinter sich lassen, in ein fremdes Land reisen, wo er die Sprache nicht beherrscht und kaum jemanden kennt, trotz dessen wagt er sich den Schritt, weil er weiß das es hier im Gegensatz zu dem Irak eine Demokratie herrscht. Da sein Vater und seine Brüder eine Partei vertreten, dir gegen dem Irakischen Regime angehen, wird Hussein festgenommen. Nach dem sie ihn freilassen wird er erneut aufgesucht, so bleibt ihm nur noch die Möglichkeit zu flüchten, um vor der Macht der irakischen Politik zu entkommen.     

Angekommen in Frankfurt findet er für die ersten zwei Monate eine  Unterkunft bei einem Freund. Für Hussein ist es wie in einer anderen Welt,, es war im Gegensatz zum Irak sehr Kalt, ich habe in einer Wohnung gelebt, die noch lange nicht so groß war wie unser Familien Haus im Irak, außerdem hatte ich nichts zu tun, viel Zeit und dementsprechend habe ich oft an mein Heimatland gedacht, hatte wenig Freunde geschweige denn Verwandte um mich also insgesamt war es eine sehr schwierige Zeit für mich“ erzählt er mir mit trauriger Stimme. Dennoch hat er schon eine Vorstellung für sein Leben hier in Deutschland ,, Ich war erst mal froh, dass ich in Sicherheit bin und keine Angst um mein Leben haben muss und ich wollte nicht nur hier arbeiten um Geld zu verdienen sondern mich auch weiterbilden und Integrieren“  Hinzu kommt noch, dass er 16 Jahre lang aufgrund der politischen Lage im Irak nur über dritte Personen Kontakt zu seiner Familie hat.          Schon sehr bald findet er einen Job in Hannover als Schneider, worin er schon bereits im Irak Berufserfahrungen gesammelt hat und macht dann in Hamburg einen Sprachkurs um sich besser verständigen zu können, die deutsche Kultur näher kennen lernt, verstehen was in Nachrichten berichtet wird und wie er so schön sagt ,,ich wollte ein Teil der deutschen Gesellschaft sein, denn schließlich lebe ich hier“. 1986 schließt Hussein eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker in Göttingen ab und trainiert parallel dazu im Boxverein. Jedoch arbeitet er in Hamburg in der Gastronomie weiter. Die Staatsangehörigkeit erwirbt er problemlos aufgrund seiner sprachlichen Kenntnisse, er  eine Ausbildung abgeschlossen hat und seinen Erwerbstätigkeiten 1987.          Mit 28 Jahren macht er sich Selbständig und eröffnet seine erste Pizzeria ,,Amigo“  in Hamburg Altona. Neben bei trainiert er in einem Luruper Sportverein ,, Boxclub Sportmann“ die Kampfsportart Boxen. 1995 gründet er mit seinem alten Trainer und acht weiteren Mitgliedern den  Boxverein ,,Hanseat“. Als sein Trainer nun aufhört übernimmt er mit 30 Jahren den Boxverein und erhielt 1998 seine Lizenz zum Boxtrainer. Dadurch, dass er im Gegensatz zu anderen Boxvereinen auch weibliche Mitglieder aufnimmt, erleben sie viele Erfolge. Sie  erhalten sechs Mal Gold für Hamburg, nehmen vier Mal an der Europameisterschaft teil und erhalten ein Mal den zweiten Platz und ein Mal den dritten Platz für Deutschland, außerdem nehmen sie 2010 an der Weltmeisterschaft teil. Natürlich gibt es männliche Mitglieder, die dies nicht akzeptieren wollen, doch das duldet Hussein kein bisschen. Er achtet sehr darauf, dass die Mitglieder keine Unterschiede zwischen weilblich, männlich, klein, groß, dunkelhäutig oder der Herkunft machen. Immerhin sind zwölf verschieden Nationalitäten im Verein vertreten, doch es wird unter einander nur Deutsch gesprochen. Somit möchte er erreichen, dass die Integration unter den Migranten unter sich beim trainieren weitergeführt wird.

Aufgrund nationaler und internationaler Teilnahme an den Meisterschaften und seiner Erfolge erhielt er 2010 den Hamburger Bürgerpreis für Integration, wobei man bedenken muss, dass er hier her kam ohne ein Wort deutsch sprechen zu können und auf sich selbst gestellt war. Daraufhin erfolgt dann die Einladung vom Bundespräsidenten Christian Wulf, der  Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und dem Oberbürgermeister von Bonn zur Delegation der deutschen Einheit vertretend für Hamburg.     Er wird mit den anderen zwölf einladenden in Bonn am Bundestag empfangen, wo die Bundeskanzlerinn die traditionelle Rede zur deutschen Einheit hält und zum Schluss mit unter den Politikern ins Gespräch kommt. Für  Hussein bedeutet das sehr viel ,, Ich hätte natürlich niemals gedacht dass ich so eine Einladung bekommen würde, doch das zeigt das meine Arbeit nicht übersehen wurde sondern zur kenntniss genommen wurde, außerdem ist es eine weitere Motivation für mich meine weiteren Ziele erreichen zu können“                 
1991 gehört Nordirak zum Schutzgebiet der Alliierten und somit konnte Hussein hinreisen um seine Familie nach Jahren wieder zu sehen. 2003 kann Hussein endlich wieder nach Bagdad, doch er sieht nicht das was er erwartet hat ,, Ich konnte in den Gesichter der Menschen sehen wie erschöpft sie von den ganzen Kriegen und der politischen Lage waren, sie hatten keine Freude mehr am Leben, Bagdad sah aus wie ein Kriegsgebiet, da Saddam gestürzt ist und die amerikanischen Soldaten bereits schon im Irak überall waren , vieles war kaputt, die Enttäuschung sehr groß, dennoch war es schön mal wieder nach so einer langen Zeit dort zu sein“ erzählt er mir mit einem Lächeln im Gesicht.
Hussein hat immer noch Ziele, die er erreichen möchte ,, Ich möchte durch mein Boxtraining insbesondere jugendlichen helfen nicht auf die schiefe Bahn zu geraten um sozusagen von der Straße wegzukommen, außerdem bringe ich ihnen sehr viel Disziplin bei, die sie nicht nur beim Training sondern auch für die Schule und ihre Zukunft nutzen sollen und auch für meine Tochter versuche ich alles zu geben bei der Erziehung damit sie in erste Linie sich auf ihre Bildung kümmert, selbständig im Leben stehen kann und lernt wie man Erfolgreich wird“.

Zahra Ismail FOS 1
 

Vom jungen Flüchtlingsschneider  zum erfolgreichen Boxtrainer

Informationen zum Beitrag

Titel
Vom jungen Flüchtlingsschneider zum erfolgreichen Boxtrainer
Autor
Zahra Ismail
Schule
Staatliche Schule Gesundheitspflege W1, Hamburg
Klasse
FOS 11-1 von 2011/2012
Quelle
Frankurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Die Welt in Bewegung - Migration
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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