Zwei Tore tun dem Spiel gut

Bild

Die Schäper Sportgerätebau GmbH aus Münster führt in ihrer Produktpalette auch Fußballtore. Die sind heute alle aus Aluminium. Firmengründer Klemens Schäper war zu Beginn der siebziger Jahre einer der ersten in Deutschland, der sich für Aluminium statt Holz als Ausgangsmaterial entschieden hat. Dies hatte ein Vorspiel: Im Match zwischen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach war es am 3. April 1971 zu einem Zusammenprall zwischen dem Gladbacher Stürmer Herbert Laumen und dem Tor gekommen, wobei das Tor unter der Last des Spielers zusammenbrach. Später entwickelte Schäper als erstes Unternehmen ein Tor, bei dem der Rahmen direkt mit dem Netz verbunden ist. Um diese Konstruktion zu ermöglichen, investierte man in eine spezielle, acht Meter lange CNC-Maschine, die millimetergenau einen Spalt in den Torrahmen fräst, in dem später das Netz befestigt wird. Dadurch gibt es keine abstehenden Netzverankerungen, sodass das Tor stabiler und sicherer für den Spielbetrieb ist. „Wir können unseren Kunden eine Garantie von sieben Jahren auf die Tore geben“, sagt Ulrich Schäper, der das Unternehmen nun in zweiter Generation leitet. Zu den Kunden zählen Borussia Dortmund, Schalke 04 und andere Bundesligamannschaften.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Schäper einen Umsatz von etwa 4 Millionen Euro, davon entfallen 60 Prozent auf die Fußballtore, die weltweit exportiert werden. „Seit der WM 2010 herrscht vor allem auf dem afrikanischen Kontinent eine enorme Nachfrage nach Fußballtoren und anderen Sportgeräten“, berichtet Schäper. Jedoch zog die Weltwirtschaftskrise auch an der Sportgerätebranche nicht spurlos vorbei. „Die Gewinneinbrüche im Inland lagen bei circa zehn Prozent, die jedoch durch Exporte kompensiert werden konnten“, sagt Schäper. Fußball wird schließlich immer gespielt, egal ob Krise ist oder nicht.

Ein Paar Schäper-Fußballtore kostet etwa 2500 Euro, je nach Größe. Denn es werden nicht nur Großfeldtore produziert, wie man sie aus den Fußballstadien kennt, sondern auch kleinere Jugendtore. Im Jahr 2011 hat Schäper mit seinen 30 Mitarbeitern 4000 Fußballtore verkauft. Parallel zur Lieferung eines Fußballtors weist Schäper immer auch auf die Notwendigkeit zur Kippsicherung hin. Marktführer auf dem Gebiet Fußballtore ist die Sportgeräte 2000 GmbH in Hildesheim mit jährlich rund 10 000 Toren (F.A.Z. Jugend und Wirtschaft vom 5. März 2009). Ist das Fußballtor erst einmal gekauft, montiert und kippsicher aufgestellt, steht dem Spiel nichts mehr im Weg, und es gilt nur noch, das Runde ins Eckige zu bringen.

Informationen zum Beitrag

Titel
Zwei Tore tun dem Spiel gut
Autor
Ivan Bogdanovic
Schule
Musterschule , Frankfurt am Main
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2012
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance