Schellack kennt keine lausigen Zeiten

Wenn Schokolade nicht schon in der Hand, sondern erst im Mund schmilzt, trägt Schellack einen Teil dazu bei. Einige kennen den Begriff im Zusammenhang mit der Schellackplatte, die Vorläuferin der Vinylschallplatte. Heute wird die harzige Substanz in vielen Bereichen verwendet. Die Stroever GmbH & Co. KG stellt seit 1908 in Bremen Schellack her. Das 1893 als Handelsunternehmen gegründete Unternehmen ist heute der einzige Hersteller von Schellack in Europa. „Schellack ist ein Naturharz mit bestimmten Eigenschaften“, erklärt Burkhard Volbert, Geschäftsführer von Stroever. Es sei zum Beispiel magensaftresistent. Deshalb wird es auch in der Pharmaindustrie verwendet: Mit Schellack überzogene Ta bletten lösen sich erst nach dem Magen. Schellack bildet eine glatte, glänzende Oberfläche und lässt sich in Wasser und Ethanol lösen; es ist auch in Möbelpolituren enthalten.

Der Rohstoff für Schellack kommt von der Lackschildlaus Kerria Lacca, die in Asien beheimatet ist. Sie baut eine Behausung um die Äste von Bäumen. Dort wächst dann der Nachwuchs heran. Wenn er ausgewachsen ist, bleibt eine Kruste um den Ast zurück. Dieser Stocklack wird zu Körnerlack und dann Schellack verarbeitet. Die Farbe ist von der Art der Laus und des Baumes, der Region und dem Klima abhängig. Sie kann von einem hellen Gelb, aber auch dunkelbraun, fast schwarz sein.

Der Körnerlack wird zunächst in Ethanol gelöst und danach gereinigt und entfärbt. Dann wird der Lack filtriert und in den meisten Fällen ausgewalzt. Je nachdem, wofür das Produkt benötigt wird, gibt es wachshaltige oder entwachste Schellacke. Bei der entwachsten Sorte wurde der Wachsgehalt des Rohschellacks, der 3 bis 5 Prozent beträgt, herausgefiltert. Sie ist härter, dichter und glänzender. Schellack wird aber nicht nur in Form gewalzter Blättchen, sondern auch als Pulver oder Granulat angeboten. Vom Blätterschellack stellt Stroever mit zwanzig Mitarbeitern jährlich zwischen 300 und 500 Tonnen her.

Die meisten Konkurrenten kommen aus Indien. Von dort stammen auch 90 Prozent des Rohstoffes. Der Anteil des Unternehmens auf dem Weltmarkt für entwachste Blätterschellacke liegt nach eigenen Angaben bei 10 Prozent. Der Jahresumsatz beträgt 5 Millionen Euro.

Ein großer Abnehmer von Schellack ist die Lebensmittelindustrie. Als Zusatzstoff mit der Kennung E 904 wird Schellack zum Beispiel als Glanzgeber für Schokoladendragees benutzt. Oder zur Oberflächenversiegelung von Früchten, um sie vor Luftfeuchtigkeit zu schützen. Diese sind dann als gewachst gekennzeichnet. Im Kosmetikbereich ist Schellack ein Bindemittel für Mascara und Bodylotion. Außerdem macht es Haarspray und Nagellack glänzend. Bei Tabletten sorgt Schellack nicht nur für eine kontrollierte Freisetzung, sondern überdeckt auch einen bitteren Geschmack. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Schellack einzusetzen – bis hin zur Härtung von Filzhüten.

Wenn Schokolade nicht schon in der Hand, sondern erst im Mund schmilzt, trägt Schellack einen Teil dazu bei. Einige kennen den Begriff im Zusammenhang mit der Schellackplatte, die Vorläuferin der Vinylschallplatte. Heute wird die harzige Substanz in vielen Bereichen verwendet. Die Stroever GmbH & Co. KG stellt seit 1908 in Bremen Schellack her. Das 1893 als Handelsunternehmen gegründete Unternehmen ist heute der einzige Hersteller von Schellack in Europa. „Schellack ist ein Naturharz mit bestimmten Eigenschaften“, erklärt Burkhard Volbert, Geschäftsführer von Stroever. Es sei zum Beispiel magensaftresistent. Deshalb wird es auch in der Pharmaindustrie verwendet: Mit Schellack überzogene Ta bletten lösen sich erst nach dem Magen. Schellack bildet eine glatte, glänzende Oberfläche und lässt sich in Wasser und Ethanol lösen; es ist auch in Möbelpolituren enthalten.

Der Rohstoff für Schellack kommt von der Lackschildlaus Kerria Lacca, die in Asien beheimatet ist. Sie baut eine Behausung um die Äste von Bäumen. Dort wächst dann der Nachwuchs heran. Wenn er ausgewachsen ist, bleibt eine Kruste um den Ast zurück. Dieser Stocklack wird zu Körnerlack und dann Schellack verarbeitet. Die Farbe ist von der Art der Laus und des Baumes, der Region und dem Klima abhängig. Sie kann von einem hellen Gelb, aber auch dunkelbraun, fast schwarz sein.

Der Körnerlack wird zunächst in Ethanol gelöst und danach gereinigt und entfärbt. Dann wird der Lack filtriert und in den meisten Fällen ausgewalzt. Je nachdem, wofür das Produkt benötigt wird, gibt es wachshaltige oder entwachste Schellacke. Bei der entwachsten Sorte wurde der Wachsgehalt des Rohschellacks, der 3 bis 5 Prozent beträgt, herausgefiltert. Sie ist härter, dichter und glänzender. Schellack wird aber nicht nur in Form gewalzter Blättchen, sondern auch als Pulver oder Granulat angeboten. Vom Blätterschellack stellt Stroever mit zwanzig Mitarbeitern jährlich zwischen 300 und 500 Tonnen her.

Die meisten Konkurrenten kommen aus Indien. Von dort stammen auch 90 Prozent des Rohstoffes. Der Anteil des Unternehmens auf dem Weltmarkt für entwachste Blätterschellacke liegt nach eigenen Angaben bei 10 Prozent. Der Jahresumsatz beträgt 5 Millionen Euro.

Ein großer Abnehmer von Schellack ist die Lebensmittelindustrie. Als Zusatzstoff mit der Kennung E 904 wird Schellack zum Beispiel als Glanzgeber für Schokoladendragees benutzt. Oder zur Oberflächenversiegelung von Früchten, um sie vor Luftfeuchtigkeit zu schützen. Diese sind dann als gewachst gekennzeichnet. Im Kosmetikbereich ist Schellack ein Bindemittel für Mascara und Bodylotion. Außerdem macht es Haarspray und Nagellack glänzend. Bei Tabletten sorgt Schellack nicht nur für eine kontrollierte Freisetzung, sondern überdeckt auch einen bitteren Geschmack. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Schellack einzusetzen – bis hin zur Härtung von Filzhüten.

Informationen zum Beitrag

Titel
Schellack kennt keine lausigen Zeiten
Autor
Katja Volk
Schule
Albert-Schweitzer-Gymnasium , Kaiserslautern
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2013
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance