Pflanzenreich macht Pflanzer reich

Pflanzen

In Friedelsheim, einem idyllischen Dorf an der Deutschen Weinstraße, beschäftigen sich die Mitarbeiter der Wagner Pflanzen-Technik GmbH seit fast vierzig Jahren mit der Pflanzung von Kultur- und Nutzpflanzen wie Weinreben. Als Pionier in der Entwicklung dieses Segments führt man den Markt an, wie Berthold Zürl sagt, der bei Wagner für Vertrieb und Entwicklung zuständig ist. Nach Schätzungen des Unternehmens werden von etwa 500 Millionen Reben, die jährlich auf der Welt gepflanzt werden, rund 150 Millionen mit Pflanztechnik von Wagner in die Erde gebracht. Das mittelständische Unternehmen ist zwar auf Pflanztechnik spezialisiert, entwickelt aber auch andere Landmaschinen wie Rebveredelungsmaschinen, Rüttel- und Rodepflüge sowie Software für die Steuerungstechnik.

Das Vorzeigeprodukt der Friedelsheimer ist die Pflanzmaschine „IPS-Drive“. Sie ist seit 2005 auf dem Markt; jedes Jahr verkauft Wagner zehn bis 15 dieser Maschinen. „Durch die GPS-Steuerung kann IPS-Drive bis auf 20 Millimeter genau pflanzen und die exakten Standorte der Pflanzen speichern“, erläutert Zürl. Diese Daten lassen sich auch im Rahmen der „Precision Viticulture“ einsetzen: Dabei sollen Landmaschinen mit Hilfe der genauen Standorte die Pflanzen autonom bearbeiten. Dieser Typus befinde sich derzeit noch in der Entwicklung, biete aber großes Potential, heißt es bei Wagner.

Doch hat IPS-Drive, wie alle Pflanzmaschinen, auch Grenzen: Die Pflanzung von Kurzzeitkulturen ist nicht möglich, da die Setzlinge nicht gegriffen werden können. Zu den Kurzzeitkulturen zählt man Pflanzen mit kurzer Vegetationsperiode wie Salat und Tabak. Der Preis einer Pflanzmaschine variiert, da die Maschine individuell für den Kunden gestaltet wird, und beginnt bei rund 140000 Euro. Die Steuerungstechnik hat sich von der Orientierung an einem einfachen Draht über die Lasersteuerung bis hin zum GPS-gesteuerten Pflanzen entwickelt.

„Der Trend in der Branche geht klar in Richtung GPS-Steuerung“, sagt Zürl. Sie sei einfacher, komfortabler und wirksamer als beispielsweise die Lasersteuerung, bei der der Traktorfahrer mit einem Laserstrahl einen Punkt am Ende des Feldes anpeilt und gerade darauf zufährt. Mittlerweile kaufen auch andere Unternehmen die GPS-Steuerung von Wagner.

Das Unternehmen beschäftigt rund dreißig Mitarbeiter. In den vergangenen zehn Jahren konnte man den jährlichen Umsatz mehr als verdoppeln – auf nun etwa 3 Millionen Euro im Jahr. Weltweit gebe es vereinzelt kleine Unternehmen, die auch Pflanzmaschinen bauten, aber ein kleineres Spektrum böten, heißt es von Wagner.

Am meisten gefragt sind neben IPS-Drive zwei Baureihen mit den Namen Champion und Universal. Der Kundenkreis der Friedelsheimer entwickelte sich von deutschen Winzern und Rebveredlern hin zu Dienstleistern rund um den Globus, die für kleinere Betriebe Pflanzungen ausführen. Aber auch große Betriebe, Reb- und Baumschulen kaufen Pflanzmaschinen, wenn dies profitabler für sie ist als das Beauftragen eines Dienstleisters. Die Pflanzmaschinen werden in die ganze Welt exportiert. Vor allem in Osteuropa stiegen Unternehmen von Handarbeit auf Maschinen um. „Je nach Umständen können bis zu vierzig Arbeiter durch eine Pflanzmaschine eingespart werden“, erklärt Zürl.

Eine kuriose Auslieferung einer Pflanzmaschine trug sich 2006 in Rumänien zu, wo in der Landwirtschaft oft noch Pferde und Ochsen im Einsatz sind. Doch ein großes Landwirtschaftsunternehmen beschloss, mit Hilfe von EU-Fördergeldern eine Pflanzmaschine von Wagner zu kaufen. Vor dem ersten Einsatz wurde für sie ein Gottesdienst abgehalten, die Maschine wurde gesegnet. Dann brachte ein Pferdewagen die Pflanzen, die die Maschine setzen sollte. „Das war schon sehr überraschend für uns“, sagt Brigitte Goutorbe-Wagner, die damals mitgereiste Frau des Firmen gründers Jürgen Wagner.

In Friedelsheim, einem idyllischen Dorf an der Deutschen Weinstraße, beschäftigen sich die Mitarbeiter der Wagner Pflanzen-Technik GmbH seit fast vierzig Jahren mit der Pflanzung von Kultur- und Nutzpflanzen wie Weinreben. Als Pionier in der Entwicklung dieses Segments führt man den Markt an, wie Berthold Zürl sagt, der bei Wagner für Vertrieb und Entwicklung zuständig ist. Nach Schätzungen des Unternehmens werden von etwa 500 Millionen Reben, die jährlich auf der Welt gepflanzt werden, rund 150 Millionen mit Pflanztechnik von Wagner in die Erde gebracht. Das mittelständische Unternehmen ist zwar auf Pflanztechnik spezialisiert, entwickelt aber auch andere Landmaschinen wie Rebveredelungsmaschinen, Rüttel- und Rodepflüge sowie Software für die Steuerungstechnik.

Das Vorzeigeprodukt der Friedelsheimer ist die Pflanzmaschine „IPS-Drive“. Sie ist seit 2005 auf dem Markt; jedes Jahr verkauft Wagner zehn bis 15 dieser Maschinen. „Durch die GPS-Steuerung kann IPS-Drive bis auf 20 Millimeter genau pflanzen und die exakten Standorte der Pflanzen speichern“, erläutert Zürl. Diese Daten lassen sich auch im Rahmen der „Precision Viticulture“ einsetzen: Dabei sollen Landmaschinen mit Hilfe der genauen Standorte die Pflanzen autonom bearbeiten. Dieser Typus befinde sich derzeit noch in der Entwicklung, biete aber großes Potential, heißt es bei Wagner.

Doch hat IPS-Drive, wie alle Pflanzmaschinen, auch Grenzen: Die Pflanzung von Kurzzeitkulturen ist nicht möglich, da die Setzlinge nicht gegriffen werden können. Zu den Kurzzeitkulturen zählt man Pflanzen mit kurzer Vegetationsperiode wie Salat und Tabak. Der Preis einer Pflanzmaschine variiert, da die Maschine individuell für den Kunden gestaltet wird, und beginnt bei rund 140000 Euro. Die Steuerungstechnik hat sich von der Orientierung an einem einfachen Draht über die Lasersteuerung bis hin zum GPS-gesteuerten Pflanzen entwickelt.

„Der Trend in der Branche geht klar in Richtung GPS-Steuerung“, sagt Zürl. Sie sei einfacher, komfortabler und wirksamer als beispielsweise die Lasersteuerung, bei der der Traktorfahrer mit einem Laserstrahl einen Punkt am Ende des Feldes anpeilt und gerade darauf zufährt. Mittlerweile kaufen auch andere Unternehmen die GPS-Steuerung von Wagner.

Das Unternehmen beschäftigt rund dreißig Mitarbeiter. In den vergangenen zehn Jahren konnte man den jährlichen Umsatz mehr als verdoppeln – auf nun etwa 3 Millionen Euro im Jahr. Weltweit gebe es vereinzelt kleine Unternehmen, die auch Pflanzmaschinen bauten, aber ein kleineres Spektrum böten, heißt es von Wagner.

Am meisten gefragt sind neben IPS-Drive zwei Baureihen mit den Namen Champion und Universal. Der Kundenkreis der Friedelsheimer entwickelte sich von deutschen Winzern und Rebveredlern hin zu Dienstleistern rund um den Globus, die für kleinere Betriebe Pflanzungen ausführen. Aber auch große Betriebe, Reb- und Baumschulen kaufen Pflanzmaschinen, wenn dies profitabler für sie ist als das Beauftragen eines Dienstleisters. Die Pflanzmaschinen werden in die ganze Welt exportiert. Vor allem in Osteuropa stiegen Unternehmen von Handarbeit auf Maschinen um. „Je nach Umständen können bis zu vierzig Arbeiter durch eine Pflanzmaschine eingespart werden“, erklärt Zürl.

Eine kuriose Auslieferung einer Pflanzmaschine trug sich 2006 in Rumänien zu, wo in der Landwirtschaft oft noch Pferde und Ochsen im Einsatz sind. Doch ein großes Landwirtschaftsunternehmen beschloss, mit Hilfe von EU-Fördergeldern eine Pflanzmaschine von Wagner zu kaufen. Vor dem ersten Einsatz wurde für sie ein Gottesdienst abgehalten, die Maschine wurde gesegnet. Dann brachte ein Pferdewagen die Pflanzen, die die Maschine setzen sollte. „Das war schon sehr überraschend für uns“, sagt Brigitte Goutorbe-Wagner, die damals mitgereiste Frau des Firmen gründers Jürgen Wagner.

Informationen zum Beitrag

Titel
Pflanzenreich macht Pflanzer reich
Autor
Philipp Bletzer
Schule
Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium , Neustadt/Weinstraße
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2013
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance