Er hat immer das letzte Wort

Der Teleprompter hilft nicht nur Nachrichtensprechern

Der Nachrichtensprecher scheint seinen Text frei vorzutragen – doch in Wirklichkeit liest er ab. Das ermöglicht der Teleprompter, der vor allem im Fernsehen, aber auch bei Vorträgen verwendet wird. „Die Verwendung des Teleprompters begann in den frühen fünfziger Jahren, als Jess Oppenheimer für die TV-Sendung ,I Love Lucy‘ ein erstes einfaches Telepromptersystem entwickelte, um den Schauspielern zu helfen, die dauernd ihren Text vergaßen“, erklärt Oliver Gerlach, einer der Geschäftsführer des auf Teleprompter spezialisierten Unternehmens Progl+Gerlach GbR in München. Oppenheimer lizenzierte seine Idee 1955 dem britischen Unternehmen Autocue. Dieses ist heute das weltweit führende Unternehmen im Bereich Teleprompter- und Newsroom-Systeme, von denen auf der Welt rund 20000 im Einsatz sind.

„Bei Vorträgen und Reden verwendet man Konferenz-Teleprompter“, erklärt Gerlach. Zwei halbdurchlässige Spiegel werden links und rechts des Redners auf Ständern montiert, während die Monitore oder Projektoren auf dem Fußboden stehen. So kann der Redner durch den Wechsel der Blickrichtung vom linken zum rechten Spiegel das gesamte Publikum ansprechen.

Progl+Gerlach ist im deutschsprachigen Raum seit langem Distributionspartner von Autocue. Der Umsatz in diesem Geschäftsfeld belaufe sich auf etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes und tendiere in den siebenstelligen Bereich. Der Gewinn spiegele ein seit 20 Jahren konstantes Wachstum in kleinen Schritten wider. Auf dem globalen Telepromptermarkt habe Autocue einen Marktanteil von etwa 40 Prozent, sagt Gerlach. „In Deutschland dürfte er sich zwischen 25 und 35 Prozent bewegen.“

Für das Mieten eines Autocue-Systems zahlt der Kunde durchschnittlich rund 750 Euro am Tag. Die Kaufpreise für Einstiegsprodukte beginnen bei 800 Euro; für große Newsroom-Systeme können sie sechsstellig sein. 18 bis 25 Komplettsysteme verkaufe man im Jahr. Rund 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen aber mit der Vermietung.

Die Teleprompter werden weiterentwickelt. So sind in großen Fernsehshows und bei Liveauftritten Systeme gewünscht, die von niemandem gesehen werden. Dabei kann es sich um einen im Bühnenbild gut versteckten Flachbildschirm handeln oder um Monitore, die als Bühnenlautsprecher getarnt sind.

Informationen zum Beitrag

Titel
Er hat immer das letzte Wort
Autor
Linda Peifer
Schule
Martin-von-Cochem-Gymnasium , Cochem
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2013
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance