Das Bündel bringt Licht ins Dunkel

Als Lothar Bopp 1982 die Lobo Electronic GmbH gründete, noch vor Beginn seines Studiums der Feinwerktechnik, baute er kleinere Lichtsysteme für Diskotheken. Schon damals war viel Bewegung auf diesem Markt. Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern entdeckte er die Lasertechnik. In den Anfängen der Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung) wurden mit Hilfe von Gaslaser-Modulen einfache Abbilder projiziert, zum Beispiel Firmenlogos. Heute bietet Lobo multimediale, lasergestützte Showevents mittels Elektrolaser an. Die veralteten Gaslaser verbrauchten 40 Liter Kühlwasser in der Minute und 40000 Watt Energie. Ein Elektrolaser der heutigen Generation benötigt 99 Prozent weniger Energie, ist komplett luftgekühlt und wiegt eine gute Tonne weniger.

Lobos multimediale Lichtspiele werden nicht nur in Firmenpräsentationen eingesetzt, sondern auch auf Staatsfeiern und in großen Shows wie dem Eurovision Song Contest (ESC) 2012 in Baku. Mit 3,4 Milliarden Zuschauern vor den Fernsehgeräten war die Eröffnungsfeier der Asienspiele 2006 in Doha die bisher größte Veranstaltung mit einer Lobo-Lasershow. Außerdem installiert Lobo Laserausstattungen in großen Freizeitparks, in Schauspielhäusern und auf Kreuzfahrtschiffen. Zum Kundenkreis gehört auch der Sultan von Oman, der sich sein vierzigjähriges Thronjubiläum von Lobo gestalten ließ. Private Kunden sind aber selten. Doch auch der eine oder andere Besitzer einer Privatjacht ließ sich diese schon mit Laser- und Multimedia-Equipment von Lobo ausstatten. Die Preise einer Lasershow variieren stark. Sie kosten zwischen 30000 und mehr als einer Million Euro. Ein Projekt wie die Asienspiele bringt knapp 2 Millionen Euro Umsatz.

Lobo ist in 75 Ländern tätig, doch die Zentrale liegt in der Heimatstadt von Lothar Bopp: in Aalen im schwäbischen Ost albkreis. Bopp ist ein sportlich wirkender und elegant gekleideter Mann mit einer Schwäche für House und Lounge-Musik. Der Dachverband der Branche, die International Laser Display Association (ILDA), verleiht regelmäßig die „Oscars der Lasertechnologie“ für Produkte oder Shows. Mit 139 Oscars ist Lobo Spitzenreiter. 40 Prozent des Umsatzes im hohen einstelligen Millionenbereich erzielt Lobo mit Dienstleistungen, 60 Prozent durch den Verkauf von Produkten. Für einen Basislaser variiert der Preis zwischen 100000 und 200000 Euro. Lobo stellt nicht nur Lasereinheiten her, sondern auch dazugehörige modular aufgebaute Steuerungs-Controller und alles, was zur multimedialen Lasershow gehört.

Informationen zum Beitrag

Titel
Das Bündel bringt Licht ins Dunkel
Autor
Gerrit-René Walke
Schule
Theodor-Heuss-Gymnasium , Aalen
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2013
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance