Heute ist Dönerstag

Mit „Der Gerät“ dreht ein Unternehmer den Spieß um.

 

Wir schreiben das Jahr 1972. Kadir Nurman soll als Erster Fleisch in Fladen gesteckt und damit den Döner erfunden haben. Erst 37Jahre später wird das erste Unternehmen gegründet, das Roboter herstellt, die das Fleisch vom Dönerspieß schneiden. Wie es dazu kam? „Irgendwann habe ich jemanden kennengelernt, der vom Maschinenbereich war, und ich habe ihn gefragt: ‚Warum gibt es keine Maschine, die Döner schneidet?‘ Seine Antwort war: ‚Wenn du genug Geld hast, können wir sogar einen Roboter bauen, der Döner belegt.‘ So haben wir angefangen“, erzählt Duran Kabakyer, der Geschäftsführer der Alkadur Robot Systems GmbH in Aalen und Erfinder von „Der Gerät“.

Auf der Messe Döner-Gastronomie im Jahr 2011 kam es erstmalig zu der Bezeichnung „Der Gerät“. „In einem Interview habe ich ‚das Gerät‘ gesagt und in einem anderen ‚der Gerät‘. Ich wusste auch nicht, was richtig war“, sagt Kabakyer. Zum Produktnamen wurde „Der Gerät“ durch die Sendung TV Total, die auch ein an Apple angelehntes Logo entwarf, das Kabakyer später übernahm. Alkadur gründete er 2009. Nach eigenen Angaben ist man konkurrenzlos und Weltmarktführer. 2013 stellte das Unternehmen mehrere hundert Maschinen her, die in 16 Länder verkauft werden. Darunter sind Dubai, Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. 15Prozent des Umsatzes werden in Deutschland erzielt. Die Erlöse stiegen stetig, sagt Kabakyer. Dieses Jahr soll der Umsatz, der sich derzeit im einstelligen Millionenbereich befindet, doppelt so hoch sein wie im vergangenen Jahr.

Die Roboter arbeiten genauer, als es zum Dönerschneiden nötig ist. Mit Hilfe von Sensoren erkennt die Maschine den genauen Aufbau des Spießes. Der etwa 100 Kilogramm schwere Roboter besteht aus Aluminium und Edelstahl. Als großer Vorteil gilt, dass niemand mehr in der prallen Hitze stehen muss, um Fleisch abzuschneiden. Den Kunden koste der Einsatz der Maschine weniger als 10 Euro am Tag, schätzt Kabakyer.

Kunden sind zu 85 Prozent Dönerladenbetreiber. „Personen mit einer modernen Einstellung“, sagt Kabakyer. Da es in Deutschland etwa 16000 Dönerbuden gibt, ist Kabakyer zuversichtlich: „In den nächsten zehn Jahren werden etwa 20 Prozent der potentiellen Abnehmer ‚Der Gerät‘ anschaffen.“

Informationen zum Beitrag

Titel
Heute ist Dönerstag
Autor
Jessica Hägele
Schule
Rosenstein-Gymnasium , Heubach
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2014
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance