Eine Kamera ist zum Festhalten da

Die Kappa optronics GmbH in Gleichen entwickelt und fertigt applikations- und kundenspezifische Kameras für die unterschiedlichsten Branchen. Konzipiert werden sie für den industriellen Einsatz. Nach Angaben des Geschäftsführers Hubertus Dornieden stecken ein bis zwei Jahre Entwicklungsarbeit in einer Kamera, denn jede werde an die Bedürfnisse der Kunden angepasst. „Unsere Fähigkeiten liegen in der Integrationsfähigkeit in übergeordnete Systeme“, sagt Marketingmitarbeiterin Katrin Vogel.

Kappa ist nach eigenen Angaben weltweit führend auf dem Markt dieser Kamerasysteme. Es beschäftigt rund 110 Mitarbeiter. Die Kameras werden unter anderem in der Mikroskopie, der Luft- und Raumfahrt, der Messtechnik, der Verkehrsüberwachung und der Medizin eingesetzt – überall dort, wo normale Kameras für die rauhe Umgebung nicht taugen, weil sie zu schlechte Bilder liefern würde.

Seit fast dreißig Jahren entwickelt Kappa Kameras für die Luft- und Raumfahrt. Der Schwerpunkt liegt auf den „rugged“ Kameras, die extrem widerstandfähig sind und Temperaturunterschieden, Feuchtigkeit, Vibration und Enteisung ausgesetzt werden können. Kappa bietet auch Industriekameras für Mess- und Inspektionsaufgaben in Maschinen an. Mit der Kamera Tauri ist Kappa in der Broadcastbranche vertreten. Sie ist extrem vibrationsfest und hat schon Livebilder aus dem Cockpit von Rennwagen in Le Mans und der World Rally Championship übertragen. Sie sei so im Auto verbaut worden, dass sie den Fahrerblick übertragen habe, erzählt Projektleiter Thilo Kröning. Dabei sei praktisch, dass sie so klein sei. Doch sei ein Rennwagen ein schwieriger Einsatzort. „Es rüttelt und schüttelt ohne Ende.“ Außerdem komme die Tauri mit unterschiedlichen Temperaturen klar. „Zum Beispiel ist es in Mexiko heiß und in Schweden kalt.“

Die Tauri kostet rund 4000 Euro. Bisher wurden erst zwischen 50 und 100 Stück verkauft. Die Preise der Kameras von Kappa liegen zwischen 300 und 10000 Euro. Von manchen wurden bisher weniger als zehn produziert, von anderen mehrere tausend. Besonders gefragt sind die Full-HD-Kameras, allerdings haben sie weder Auslöser noch Vorschaumonitor. Kappa ist auf der ganzen Welt vertreten, der Umsatz im Ausland macht gut die Hälfte aus. Zu den Kunden gehören Airbus und Siemens. Der Jahresumsatz beträgt nach eigenen Angaben rund 18 Millionen Euro.

Informationen zum Beitrag

Titel
Eine Kamera ist zum Festhalten da
Autor
Theresa Otto
Schule
Eichsfeld-Gymnasium , Duderstadt
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2014
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance