Becher fühlen sich gehörnt

Der Anblick ist jedem Besucher einer Eisdiele vertraut: die aufeinandergestapelten Waffeln. Oft werden die Eiswaffeln in der niedersächsischen Waffelfabrik Meyer zu Venne GmbH & Co. KG hergestellt. Mit einer Tageskapazität von 5 Millionen Eiswaffelhörnchen ist das Unternehmen der größte Hersteller in Europa. Der Marktanteil beträgt nach Angaben von Geschäftsführer Christian Meyer zu Venne rund 40 Prozent. In Europa gebe es nur vier große Mitwettbewerber.

Im Jahr 1949 begann der Bäcker Wilhelm Meyer, Waffeln für seine Frau zu backen, die Eis für Grundschüler herstellte. Von 1968 an ermöglichten vollautomatische Backanlagen die Fertigung der Hörnchen für Hersteller von Eiscreme. Mit der Gründung der Sprematec GmbH machte man sich 2001 unabhängig vom technischen Wissen von Fremdfirmen und baut seitdem selbst Backmaschinen.

Diese Maschinen ermöglichen eine Produktion von etwa 20 000 Waffeln in der Stunde. Die Backzeit beträgt rund 60 Sekunden. "Jährlich werden im Schnitt zwei Backmaschinen von Sprematec gekauft. Der Preis einer Maschine beträgt 800 000 Euro", sagt Meyer zu Venne.

Die Waffelfabrik Meyer stellt gerollte Zuckerwaffeln genauso her wie Flach- und Presswaffeln. Die Waffeln sind in verschiedenen Rezeptvarianten erhältlich, auch mit Kakao gebacken und in unterschiedlichen Farben. Hauptbestandteil ist Mehl, hinzu kommen unter anderem Wasser, Zucker, Sirup und Geschmacksstoffe. Der Preis hängt von der Menge und der Sorte ab. So beträgt der Preis von 1000 Eiswaffeln 90 Euro.

Das Unternehmen liefert seine Produkte bis Neuseeland. Kunden sind Eisfabriken auf der ganzen Welt. "Das am meisten nachgefragte Produkt sind Industrieprodukte wie das Waffelhörnchen", sagt Geschäftsführer Wilhelm Meyer zu Venne. Der Umsatz hat sich nach seinen Angaben in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Zurzeit liegt er bei ungefähr 30 Millionen Euro. Grund für den Anstieg sei eine eigene Maschinentechnik, die es ermögliche, besonders maßgenaue Produkte herzustellen. Für das Familienunternehmen arbeiten rund 350 Mitarbeiter, auch in Polen. Man besitzt eine der größten Backeisen-Sammlungen der Welt, die im hauseigenen Museum zu besichtigen ist.

Informationen zum Beitrag

Titel
Becher fühlen sich gehörnt
Autor
Assia El Majjaoui
Schule
Tannenbusch-Gymnasium , Bonn
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2014
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance