Deutschland isst fern

Das Familienunternehmen Kreyenhop & Kluge GmbH & Co. KG ist nach Angaben seines Geschäftsführers Jörn Kreyenhop seit vielen Jahren marktführender Importeur von asiatischen Lebensmitteln in Deutschland. Es importiert Fruchtkonserven und Tiefkühlgemüse genauso wie Saucen und Gewürze, exotische Getränke und Snacks. Das 1933 gegründete Unternehmen erwirtschaftet mit 170 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 85 Millionen Euro. Verluste hat man noch nie geschrieben.

Jedes Jahr kommen 1500 Container, gefüllt mit den verschiedensten Spezialitäten, nach Deutschland; dominierend ist die Tiefkühlkost. Die Produkte werden am Hauptsitz des Unternehmens in Oyten (Niedersachsen) gelagert. Dort können 17000 Paletten untergebracht werden, auch im modernen Tiefkühllager, in dem bei minus 21 Grad bis zu 4000 Paletten aufbewahrt werden können. Von Oyten aus werden die Lebensmittel in ganz Deutschland und auch in Österreich verteilt. Jede Woche nehmen 14 Lastwagen den Weg zu verschiedenen Abnehmern wie Rewe, Edeka, Tengelmann, Real und Metro. Vor mehr als vierzig Jahren belieferte man nur China-Restaurants, hauptsächlich mit Glasnudeln, Sojasaucen und Bambus. Heute sind vor allem Lebensmittelketten Kunden, aber auch Kantinen und Restaurants.

Kreyenhop & Kluge versucht ständig, neue Spezialitäten aus fernen Ländern zu entdecken. Unter den insgesamt 2000 Artikeln, die zu 80 Prozent importiert werden, sind Kokosmilch und Instantnudeln die umsatzstärksten Produkte. Jährlich werden 5 Millionen Liter Kokosmilch und 10 Millionen Packungen Instantnudeln verkauft. „Ein weiterer Trend ist in jüngster Zeit die indische Küche. Auch wenn es noch nicht viele Restaurants gibt, ist sie eindeutig auf dem Vormarsch“, erzählt der Geschäftsführer.

„Unser Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel beträgt bei Asia-Spezialitäten 15 bis 20 Prozent“, sagt Kreyenhop. Von manchen Wettbewerbern unterscheide man sich dadurch, dass man im Wesentlichen die authentischen Marken aus Asien vertreibe. Oft entstehe das Interesse an den Produkten im Urlaub, und der Verbraucher wolle, wenn er zurück in Deutschland sei, den Originalgeschmack wiedererkennen, erklärt Kreyenhop.

In vielen Fast-Food-Unternehmen werden – zum Beispiel die Burger – auf die verschiedenen Länder geschmacklich abgestimmt. Genau dies will Kreyenhop & Kluge nicht. „Dafür muss man nah am Markt sein“, sagt Kreyenhop. Deshalb unterhält das Unternehmen Büros in China, Vietnam und Thailand.

Informationen zum Beitrag

Titel
Deutschland isst fern
Autor
Jonas Knippel
Schule
Oberschule Rockwinkel , Bremen
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2014, Nr. 129, S. 20
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance