Gäste wursteln sich durch

Hier gehe ich mindestens ein Mal in der Woche mit meinen Arbeitskollegen essen“, erzählt Stefan Plank, der gerade bei Best Worscht in Town in seiner Mittagspause eine Currywurst verspeist hat. „Jambalaya Style wird am meisten gegessen“, erklärt Lars Obendorfer, der Geschäftsinhaber des Unternehmens, „dazu noch eine Pommes rotweiß und eine kalte Spezi.“ Das kostet zusammen etwa 6,50 Euro. Die Kundschaft sei vielfältig: Geschäftsführer, Banker, Promis, Schüler, Rentner. Die Currywurst, die es schon seit mehr als fünfzig Jahren gibt, schmeckt vielen.

Obendorfer übernahm 1994 den von seinen Großeltern gegründeten „Snack Point“ im Grüneburgweg in Frankfurt. Bei Best Worscht in Town wird zur Currywurst ein Stück Brot gereicht; und man kann aus acht verschiedenen Geschmackssorten wählen. „Hier kann ich den Schärfegrad selbst bestimmen und auch noch das Gewürz dazu“, sagt ein Kunde. Obendorfer ergänzt: „Unsere Kunden können 156 verschiedene Styles für ihre Currywurst kreieren.“ Außerdem gebe man ein Qualitätsversprechen: „Wenn es einem Kunden mal nicht schmeckt, oder die Wurst zu scharf ist, kann er diese zurückgeben und erhält eine neue.“

Weil Obendorfer der normale Currygeschmack zu wenig war, führte er 1997 neue Geschmackssorten ein, die er mit einem Sternekoch kreierte. Man kann zum Beispiel zwischen dem Jambalaya Style, einer Mischung aus 17 Gewürzen, oder dem Cheezy Style – Jambalaya Style mit Limone, Röstzwiebeln und geriebenem Mozzarella – wählen. Dazu kann man sich aus dem sogenannten Brenn-O-Meter den gewünschten Schärfegrad aussuchen. Der Brenn-O-Meter teilt sich in sieben Schärfegrade von A mit einem „Bissi Prickeln“ über B („EU-Chili“) bis F wie „Fucking Burning Injection“. Zu beachten ist, dass es ab der Schärfe B+ eine Altersfreigabe von 16 Jahren gibt und bei der Schärfe C bis F von 18 Jahren. Am meisten wird der Schärfegrad B mit dem Freestyle, der Kombi aus Jambalaya und Curry, gewählt. Zu den schärferen Würsten greifen vor allem Männer.

Als Obendorfer 2004 einen Chiliwettbewerb in der Filiale im Grüneburgweg veranstaltete, berichtete darüber auch das überregionale Fernsehen. Dadurch wurde die noch kleine Currywurstbude bekannt, und nach einer erfolgreichen Neueröffnung in der Nordweststadt in Frankfurt wurden nach und nach Filialen in und um Frankfurt eröffnet. Heute gibt es zehn Niederlassungen, und zwei weitere sind in Planung. Außerdem bietet Best Worscht in Town Catering an.

2012 hat der Geschäftsführer eine Werbeagentur gegründet, in der auch das Design für die verschiedenen Monatsstyles kreiert wird. Jeden Monat wird ein neuer Geschmack zusammengestellt, wie zum Beispiel im Weihnachtsmonat Dezember der X-Mas-Style mit einer Geschmacksmischung, die Zimt und Koriander enthält.

Die Wurst enthält keine künstlichen Geschmacksverstärker. Hergestellt wird sie von der Firma Remagen in Hürth bei Köln. Best Worscht in Town bietet die verschiedenen Geschmackssorten im Internetshop auch in Dosen an, den Ketchup produziert das Unternehmen selbst. Das Brot ist handausgehobenes Bauernbrot, es besteht aus Sauerteig und einer knusprig dunkel gebackenen Naturkruste.

Die Schärfe erzielt Best Worscht in Town mit verschiedenen Chiliextrakten von Fuchs Gewürze aus Dissen. Man verkauft jeden Tag ungefähr 3000 bis 5000 Würste. Das Unternehmen bezeichnet sich als eine der marktführenden Currywurstbuden und verzeichnet einen Umsatz von rund 4,5 Millionen Euro im Jahr.

Informationen zum Beitrag

Titel
Gäste wursteln sich durch
Autor
Marlon Jouhoff
Schule
Altkönigschule , Kronberg
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2014, Nr. 229, S. 23
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance