Wie man Berge flach hält

Mit einem Elektrorad können Menschen steile und lange Strecken überwinden, ohne dass ihnen die Puste ausgeht. Der wichtigste Teil eines solchen Rades ist der Akku. Für die Akkutechnik sind Batterie-Management-Systeme zuständig. Bei ihrer Herstellung besteht die Herausforderung darin, eine möglichst große Akkukapazität zu erreichen. Einen vergleichsweise großen Energiespeicher haben die Batterie-Management-Systeme der FSM AG aus Kirchzarten bei Freiburg. FSM ist nach eigenen Angaben europäischer Marktführer in der Akkutechnik von Elektrorädern.

„In den Akkus befinden sich Lithium-Ionen-Zellen. Diese gilt es zu managen. Dabei werden unter anderem Sicherheitsfeatures eingebaut, und wir bringen die aktuelle Akkuladung zur Anzeige. Das ist unser Part in dem Akku“, erklärt Konrad Molz, Vorstand von FSM. Rund 60 Prozent der in Europa verkauften Elektroräder seien mit einem Batterie-Management-System von FSM ausgestattet. „Wir waren die Ersten, die erkannt haben, dass ein Akku nicht nur aus Akkuzelle, sondern auch aus Elektronik besteht“, behauptet Molz.

FSM stieg 1992 in die Akkutechnik ein. Als die Elektroräder immer populärer wurden, wuchs das Unternehmen stark. Heute hat es 105 Mitarbeiter. In Fernostländern wie Japan fährt man schon länger mit Elektrorädern, in Europa wurden sie erst vor einigen Jahren richtig entdeckt. 2007 wurden in Deutschland 70000 Elektroräder verkauft, 2013 waren es 410000.

Ein Batterie-Management-System von FSM kostet rund 25 Euro. Gekauft werden sie von Kunden, die den Akku dann fertigstellen. Ein fertiggestellter Akku kostet etwa 250 Euro. Elektroräder der Fahrradunternehmen Cube und Stevens fahren beispielsweise mit Systemen von FSM.

Die Nachfrage nach Batterie-Management-Systemen für Elektroräder macht rund 60 Prozent des Umsatzes von FSM aus. Von 3,9 Millionen Euro im Jahr 2005 steigerte FSM seinen Umsatz auf 15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Laut Molz beträgt der Gewinn rund 6 Prozent des Umsatzes. Nach seinen Angaben bestimmen Deutschland und die Niederlande die Elektrorad-Branche in Europa. Die beiden Länder machten etwa 80 Prozent des europäischen Marktes aus. Doch Frankreich hole auf. Die Exportquote von FSM liegt bei etwa 40 Prozent. FSM blickt positiv in die Zukunft. Das liegt auch am demographischen Wandel, denn vor allem ältere Personen können mit den elektrisch angetriebenen Fahrrädern mobil bleiben.

Informationen zum Beitrag

Titel
Wie man Berge flach hält
Autor
Carolin Sobiera
Schule
Marie-Curie-Gymnasium , Kirchzarten
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2014, Nr. 229, S. 23
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014
Kategorie
Print

Beruf und Chance