Vom Brötchengeber heimgesucht werden

Die Deutschen sind bekannt für ihre Frühstückskultur. Kaffee, Aufstrich und natürlich Backwaren aller Art finden sich hierzulande auf den Frühstückstischen. Der Gang zum Bäcker ist für viele allerdings lästig.

Abhilfe schafft die Morgengold Frühstücksdienste Franchise GmbH, nach eigenen Angaben Marktführer in der Backwaren-Hausbelieferung.

Unter dem Motto „Morgengold bringt's: backfrisch und lecker“ liefert der Frühstücksdienst seit 1979 sieben Tage die Woche frische Backwaren direkt an die Haustür, und zwar zu „bäckerüblichen Preisen“. Das Sortiment aus Brötchen, süßen Teilchen und regionalen Spezialitäten umfasst 20 bis 40 Backwaren und wird von lokalen Handwerksbäckereien entsprechend der Kundenbestellung hergestellt.

Morgengold Frühstücksdienste bedienen in dieser Branche eine Marktlücke. Durch ein 1991 gegründetes Franchise-System gibt es von Morgengold inzwischen 98 Standorte in Deutschland und 5 in Österreich. Die Zahl der Morgengold-Partner, also der Franchisenehmer, hat sich im Vergleich zum Jahre 2000 mehr als vervierfacht.

Hauptzielgruppe der Morgengold Frühstücksdienste sind Familien mit Kindern. Beliefert werden vorwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser in mittleren bis gehobenen Wohnlagen. „Es ist weniger eine Frage von Groß- und Kleinstadt, sondern von der Struktur des Gebiets“, sagt Antje Kiewitt, die Medienbeauftragte des Unternehmens. Daher sei Morgengold auch in Großstädten wie Hamburg oder München eher in Stadtrandlagen mit Neubausiedlungen und familiären Wohngebieten aktiv.

Seine bundesweite Vertretung erreichte Morgengold vom Sitz der Zentrale in Stuttgart aus über eine Expansion nach Bayern und Baden-Württemberg und anschließend in angrenzende Bundesländer. „Unbesetzte Gebiete – weiße Flecken sozusagen – gibt es nur noch wenige“, sagt Kiewitt. Alle Morgengold-Betriebe zusammen beschäftigen rund 1800 Mitarbeiter.

Die Verbindung von klassischem Backhandwerk und moderner Dienstleistung kommt bei den Kunden offenbar gut an. „Dank Morgengold müssen wir auch in der Woche morgens nicht mehr auf Brötchen verzichten“, sagt Sophie Fellechner, berufstätige Mutter; sie ist seit einer kostenlosen Probelieferung von Qualität und Service des Frühstücksdienstes überzeugt. Im vergangenen Jahr lieferte Morgengold 39 Millionen Backwaren an deutsche und österreichische Haushalte. „Dabei ist der Wettbewerb national schwach, regional aber teilweise stark ausgeprägt“, erklärt Kiewitt. Konkurrierende Wettbewerber seien unter anderem einzelne Bäckereien, die einen Lieferservice anbieten, und andere Frühstücksdienste, die allerdings keine bundesweite Verbreitung haben. Insgesamt gelang Morgengold 2009 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 4,3 Millionen auf rund 28 Millionen Euro, womit das Unternehmen das Jahresziel nach eigenen Angaben um etwa 2 Millionen Euro übertraf. Dazu beigetragen habe nicht nur das Systemwachstum mit sechs neuen Partnern seit Januar 2009, sondern vor allem die Stärkung ihrer Partner im lokalen Marktausbau, erklären Franz Smeja und Jürgen Rudolph, geschäftsführende Gesellschafter von Morgengold.

Neben der Expansion des Franchise- Geschäfts ist auch das Internet inzwischen ein wesentlicher Erfolgsbaustein, werden doch im Schnitt rund 60 Prozent der Bestellaktionen von Morgengold-Kunden online abgewickelt.

Seit August des vergangenen Jahres ist Morgengold im Netz mit einem neuen Kundenportal zu finden. „Ziel war es, eine vertriebsunterstützende Welt rund um das Frühstück zu schaffen“, berichtet Kiewitt. Das Informationsangebot reicht vom Rezept über das Frühstück in anderen Ländern bis hin zu Gesundheits- und Ernährungsaspekten, darüber hinaus kann eine kostenlose Probelieferung bestellt und die eigene Bestellung verwaltet werden.

Ralf Grüne, Franchise-Partner von Morgengold Frühstücksdienste in Bonn, hat Franchise als Alternative zur nahenden Arbeitslosigkeit gewählt. Auf Empfehlung eines Freundes, Inhaber des Morgengold-Standpunktes Köln, wechselte er in die Branche. Morgengold wählt aus Zielgruppenkriterien geeignete Standorte für Lizenzbewerber aus.

Grünes Bonner Betrieb von Morgengold macht heute mit gut 2000 Kunden einen Jahresumsatz von 660000 Euro. Er arbeite auf die volle Ausschöpfung seines Gebietes hin, die mit etwa 2400 Kunden erreicht ist. „Dann wird die Arbeit ruhiger“, sagt Grüne. Franchise-Partner könne im Prinzip jeder werden, der die notwendige Finanzierung und den unternehmerischen Biss mitbringt.

Informationen zum Beitrag

Titel
Vom Brötchengeber heimgesucht werden
Autor
Julia Leschik, Kopernikus-Gymnasium, Niederkassel
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2010
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2013/2014

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