Die Post ist auf dem Holzweg

Kann man alles verschicken, was frankiert ist?

Alle ander’n kannst Du knicken.“ Damit wirbt die Holzpost GmbH, denn ihre Postkarten kann man nicht so einfach knicken – sie sind aus Holz. Gründer Felix Bank hatte die Idee, als er mit einem Freund in Schweden angeln war. Die beiden saßen am Lagerfeuer und überlegten, was sie nach Hause schicken könnten, was dazu noch individuell sei. Sie entschieden sich für ein altes Brett. Bank sagte: „Man kann alles verschicken, es muss nur frankiert sein.“ Damit hatte er recht, denn sein Brett kam an. Somit ist er ausgehend von einer Schnapsidee zum Gründer einer marktführenden GmbH in Deutschland geworden. Niemand verkauft nach Angaben von Bank im Einzelhandel in Deutschland mehr Karten aus Holz als die Holzpost GmbH. Nachdem Bank sich 2010 entschied, Holzpost zu gründen, holte er sich fünf weitere Mitarbeiter ins Boot. Gemeinsam arbeiten sie in Friedrichsdorf.

Für die Karten können Kunden vorgefertigte Motive und Sprüche wählen wie „Du bist nicht alt, Du bist Retro“ auf Geburtstagskarten oder „Diese Karte ist genau wie Du! Einmalig“ auf Liebesgrußkarten. Man kann seine Karte auch selbst gestalten. Doch warum verschickt man in digitalen Zeiten überhaupt noch Postkarten? Heutzutage würden auf der Welt immer noch Hunderte Millionen Postkarten im Jahr verschickt, sagt Bank.

Eine Postkarte der Holzpost GmbH kostet 4,20 bis 4,50 Euro und ist 14 mal 9 Zentimeter groß. Die Postkarten kann man bei gut 700 Einzelhändlern in Deutschland erwerben. 2015 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mit den Postkarten einen Umsatz von 440000 Euro erwirtschaftet. 2016 waren es nach Angaben von Bank 600000 Euro. Im Durchschnitt würden inzwischen jeden Monat 25000 Postkarten verkauft. Die Kunden seien zu 65 Prozent Frauen. Angefertigt werden die Karten aus Buchenholz, das nachhaltig angebaut werde. „Die Wahl des Holzes spielt eine entscheidende Rolle“, sagt Bank. Es müsse die Lesbarkeit der Motive genauso sicherstellen wie die Stabilität beim Versand.

Informationen zum Beitrag

Titel
Die Post ist auf dem Holzweg
Autor
Emma Marie Schallner
Schule
Landgraf-Ludwigs-Gymnasium , Gießen
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2017, Nr. 231, S. 21
Projekt
Jugend und Wirtschaft 2016/2017
Kategorie
Print

Beruf und Chance