Frankfurter Flughafen - Umweltfreund oder Co² Monster?

Der Frankfurter Flughafen umfasst drei Startbahnen und drei Landebahnen, ein Air-Rail Terminal (Bahnhof) und 2 Terminals für den Flugverkehr plus einen extra Lufthansa Flugsteig, insgesamt ist er auf einer Fläche von 2160 Hektar angelegt. Der Betreiber dieses ganzen Komplexes ist Fraport, einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Rhein-Main-Gebiet.
Doch wird dort auch auf die biodiverse Erhaltung unserer Umwelt geachtet?

Die Biodiversität ist eine der wichtigsten Grundlagen unserer Existenz. Unter ihr ist die Erhaltung der Vielfalt zu verstehen, welche sich in die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt und die Lebensraumvielfalt unterteilen lässt. Durch sie kann sich unser lebensnotwendiges Ökosystem selbst regenerieren.

Zur Veranschaulichung der Biodiversität erläutert Herr Dr. Wolfgang Scholze, Leiter des Umweltmanagements bei Fraport, folgendes Beispiel: Viele haben das Bild eines sinkenden U-Bootes im Kopf. Desto mehr Nieten aus ihm herausgezogen werden, um so näher kommt es dem Sinken. Ähnlich ist es mit der Biodiverstiät. Jede Pflanzen- und Tierart stellt eine mehr oder weniger wichtige Niete dar. Wenn diese herausgezogen bzw. zerstört werden, kann es sein, dass das ganze System der Biodiversität, wie in dem Beispiel des U-Boots, auseinanderbricht. Dies würde schwere Folgen mit sich ziehen und so wird probiert durch die Erhaltung von biodiversen Lebensräumen, eine solche Katastrophe zu verhindern. Durch weitere Umweltmaßnahmen schützt Fraport die Umwelt. Herr Dr. Scholze erläutert 7 verschiedene Beispiele, die im Programm der Fraport enthalten sind. 60 Mitarbeiter der Abteilung für Umweltschutz sorgen sich um "morgen", jedoch ist jeder Einzelne der über 70.000 Beschäftigten von Fraport Teil der Umweltschutzbemühungen.

Zur Lärmverminderung hat Fraport den Einflugwinkel der Flugzeuge erhöht von 3,0 Grad auf 3,2 Grad, was eine enorme Lärmentlastung für die Anwohner des Rhein-Main-Gebietes bewirkt. Eine weitere Maßnahme ist die Erhöhung des West-Betriebes, welcher auch zum Lärmschutz beiträgt. Flugzeuge überfliegen in der Startphase ein nicht bewohntes Waldgebiet, so wird das dicht besiedelte Frankfurt entlastet. Dies ist, Dr. Scholze nach, die Maßnahme mit den größten Auswirkungen. Durch eine zusätzliche Stromverbindung an allen Gates kann ein extra Triebwerk am Heck des Flugzeuges ausgeschaltet bleiben. Die genannte Stromverbindung übernimmt die Kühlung des Innenraums und weitere Aufgaben des Extratriebwerkes während der Abfertigungszeiten, wodurch Lärm und  Schadstoffe minimiert werden.

Mit jährlich 160 Millionen Euro, die die Fraport direkt in den Umweltschutz investiert, plus einem seit 1973 angelegten Umweltfond, der etwa 30 Millionen Euro umfasst, ist es für Fraport praktikabel Schutzmaßnahmen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus zu tätigen. Durch diese Anstrengungen ist es dem Frankfurter Flughafen möglich, jedes Jahr die EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) Zertifizierung zu erhalten, welche den  anspruchsvollsten Nachweis für nachhaltiges Umweltmanagement darstellt. Die Kriterien sind beispielsweise Emissions-, Abfall- und Energierecht. Darüber hinaus betreibt Fraport noch weitere freiwillige Umweltprojekte wie nachhaltiges Bauen und Dachbegrünungen, dies bezieht sich insbesondere auf den Bau des neuen Terminals 3.

Hierzu stellte sich die Frage, was mit den biodiversen Lebensräumen von Cargo City Süd geschehen ist, auf welchem das neue Terminal 3 entsteht. Dr. Scholze versicherte, dass viele Arten in neu angelegte Lebensräume im Rhein-Main-Gebiet umgesiedelt wurden. Außerdem garantierte der Leiter des Umweltmanagements, dass bei der Entstehung des neuen Terminals auf nachhaltiges Bauen und alternative Energien gesetzt wurde. Als Beispiel nannte er die Nutzung von Geothermik, mit welcher auf zusätzlich erzeugte Wärme verzichten werden kann, sowie Solaranlagen und Dachbegrünungen, zur Säuberung der Luft.  Nicht nur Mitarbeiter sind aufgefordert am Frankfurter Flughafen auf die Umwelt zu achten, auch Besucher werden in dieses Projekt eingebunden.

Ihnen wird nahe gelegt mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, bei dem Wegwerfen von Abfall auf Trennung zu achten und keine Gefahrenstoffe an den Flughafen zu bringen.

Diese bewundernswerten Bemühungen gleichen jedoch nicht den Energieverbrauch und CO² Ausstoß eines solchen Wirtschaftsmotors aus. Der Frankfurter Flughafen verbraucht jährlich 4.780 tJ an Energie, dies entspricht etwa dem Energieverbrauch einer mittelgroßen Stadt wie Aschaffenburg. Des Weiteren werden am Frakfurter Flughafen 1,74 Millionen Tonnen CO²  ausgestoßen und mehr als 44.000 Tonnen Abfall jährlich produziert. Solcherlei Auswirkungen sind schwerwiegende Aspekte, die selbst mit einer sehr guten Umweltarbeit drastische Folgen mit sich ziehen.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Wirtschaftsfaktor Frankfurter Flughafen eine global sehr ambitionierte Position im Umweltschutz vertritt, dank der Bemühungen von Fraport. Speziell die Umweltbemühungen hinsichtlich der biodiversen Erhaltung im Umfeld des Flughafens stechen heraus, da viele dieser über den Anforderungen getätigt werden, und so ist im weltweiten Vergleich mit der Konkurenz der Frankfurter Flughafen überdurchschnittlich, jedoch ist Umweltschutz am Flughafen auch eine kleine Kontroverse.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Frankfurter Flughafen - Umweltfreund oder Co² Monster?
Autor
Anna Loss, Hagen Trosien, Maximilian Schlue, Maximilian Hirsch, Moritz Lang
Schule
Begemann Schule, Frankfurt am Main
Klasse
E1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr