Biodiversität in der Großstadt?

Das Umweltamt in Frankfurt am Main setzt sich täglich für die Erhaltung der Biodiversität in der Stadt ein. Eine schwere Aufgabe.

Tausende von Autos, die unendlich viel CO2 in die Luft ausstoßen, fahren jeden Morgen in der Rush Hour über das Bad Homburger Kreuz. 50 Meter entfernt ist eines der größten Landschaftsschutzgebiete im Großraum Frankfurt. Wie kann das sein? Das Umweltamt in Frankfurt liefert die Antworten.

Das 1990 gegründete Umweltamt ist nicht nur für die Umweltvorsorge, sondern auch für die Überwachung der bestehenden Natur sowie für die Sauberkeit und Reinigung der Stadt Frankfurt verantwortlich. Die Aufgabenbereiche des Umweltamtes sind seit der Gründung so gut wie gleich geblieben. Das Umweltamt hat seit 2012 eine neue Auflage, die besagt, dass 1% der Landfläche naturbelassen sein muss, das heißt, der Biodiversität zugeführt werden muss. Zudem soll eine neue Gewässerverordnung, eine Wasserrahmenrichtlinie beschlossen werden, die unter anderem Umgehungsgewässer für Fische beinhaltet. Doch nicht nur in den ländlichen Umgebungen gibt es Auflagen für den Umweltschutz. Am ehemaligen Güterbahnhof in Frankfurt mussten seltene Echsenarten mit Abweisern weggedrängt und umgesiedelt werden, um diese nicht aussterben zu lassen. Solche Projekte kosten allerdings sehr viel Geld, daher ist es für das Amt wichtig, dass Freiwillige von Umweltschutzorganisationen wie des NaBu und des BUND mithelfen, damit der städtische Haushalt ausreicht.

Beim Umweltamt sind etwa 125 Mitarbeiter beschäftigt, unter anderem Informatiker, Städteplaner und sogar auch Mineralogen, die wiederum mit verschiedenen Umweltorganisationen und externen Fachleuten zusammenarbeiten. Doch auch das Umweltamt muss sich, wie jedes andere Amt, mit Bürokratie und dem Einfluss der Politik auseinandersetzen.

Zu diesem Thema wurde Herr Rainer Zimmermann, ein Vertreter vom Frankfurter Umweltamt, interviewt. Er ist ein erfahrener Diplom-Ingenieur der Landespflege und  seit  2000 im Planungsdezernat beim Umweltamt tätig und hat freundlicherweise Fragen beantwortet. Herr Zimmermann interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur und den Umweltschutz.

Aus diesem Grund ist Herr Zimmermann Partner bei Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF oder auch tropica verde. Als engagierter Umweltaktivist ermutigt er auch seine Freunde und Bekannte, sorgfältig mit der Umwelt umzugehen. Er hilft ihnen mit der Gartenplanung und Beratung bei der Pflege des Gartens.

Auf die Frage, was er vom Klimawandel hält, sagt er, dass es nie zu spät sei, darauf einzuwirken, die Erderwärmung zu verzögern, und dass es wichtig sei, nachhaltig zu handeln. Sein Lieblingszitat kommt von Martin Luther und lautet: "Wenn morgen die Welt untergeht, würd' ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." Für Herrn Zimmermann besagt das Zitat, dass man in jeder Lage an die Umwelt denken sollte. Außerdem sollte der Aspekt der Biodiversität nicht vernachlässigt werden, da die Erhaltung der Arten und der Austausch zwischen Ökosystemen ein wesentlicher Bestandteil der belebten Umwelt ist.

Das Bad Homburger Kreuz ist ein gutes Beispiel für das mögliche Leben zwischen der Natur und den menschlichen Fortschritten, denn dort fahren täglich mehrere tausend Autos entlang. Es ist ein echtes Wunder, dass dort nur, 50 Meter weiter, ein großes Biotop ist. Dies ist eine Aufgabe, um die sich das Umweltamt kümmern muss. Es muss dafür sorgen, dass im Austausch zu einem neu bebauten Großraum ein neues Biotop entsteht. Dies ist ein Ersatz, das bedeutet, wenn Waldfläche gerodet wird, muss es an einem anderen Platz wieder neuen Wald geben. So ist es möglich an Plätzen, wie dem Bad Homburger Kreuz, neben so vielen umweltschädlichen Fahrzeugen, ein Biotop zu errichten. Dies haben wir allein dem Umweltamt Frankfurts zu verdanken.

Doch die Erhaltung von Flora und Fauna ist nicht möglich, wenn die Bürger nicht auch umweltbewusst handeln. In diesem Sinne ist es wichtig, dass man sich immer wieder den Gedanken des Umweltschutzes aufruft und durch Kleinlichkeiten im umweltbewussten Handeln der Umwelt ein großes Stück weiter hilft.

Informationen zum Beitrag

Titel
Biodiversität in der Großstadt?
Autor
Paul Grimm, Maximilian Hahn, Patrick Schramm und Sandro Stein
Schule
Begemann Schule, Frankfurt am Main
Klasse
E1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

Zeitungszustellung während des Projekts

Probleme bei der projektbezogenen Zeitungslieferung?
Wenden Sie sich unter Angabe Ihrer Auftragsnummer per E-Mail oder per Fax an:vertrieb@faz.de
069-7591-2180

Jugend recherchiert ausgezeichnet!

Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr