Die Ölpalme – Zerstörer der Regenwälder

In den 80er Jahren legten indonesische Unternehmer in West – Papua eine Ölpalmplantage an, mitten im Regenwald. Die Plantagen werden von malaiischen Immigranten betrieben. Einer davon ist der Bauer Paul Okiambe. Er sagt, dass er seit 5 Jahren einen Vertrag mit dem halbstaatlichen Landwirtschafsunternehmen FELDA hat. 5 Hektar hätten sie ihm gegeben, plus das passende Saatgut zum Pflanzen. Sie versorgen ihn mit Dünger und Pflanzenschutzmittel und somit muss er sich eigentlich nur noch um die Pflanzen kümmern. Zwei Söhne und zwei Hilfskräfte helfen ihm dabei, somit muss er auch nicht den ganzen Tag arbeiten. Er hofft, dass es so noch lange weiter geht.

Was ist das überhaupt für eine Pflanze, um die sich der Weltmarkt so ringt? Die Ölpalme. Die Ölpalme (Elaeis guineensis) gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Ursprünglich in Afrika beheimatet, wird sie inzwischen auch im tropischen Amerika und insbesondere in Südostasien kultiviert. Sie wächst größtenteils im Regenwald in Malaysia und Indonesien. Heut zu Tage ist die Ölpalme einer der wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren im Bereich der erneuerbaren Energiequellen. Seit 2001 hat sich die Anbaufläche in Indonesien verdoppelt und wird voraussichtlich weiterhin steigen.

Die Ölpalme braucht zum Wachsen ein feuchtes warmes Klima, so wie es in den Regenwäldern vorhanden ist. Aus ihr gewinnt man zwei Hauptteile. Erstens das Holz. Es wird ganz normal gefällt und weiterverarbeitet. Es steht für eine sehr hohe Qualität und ist sehr wiederstandfähig. Gerade deswegen wird es gerne für Gartenmöbel und andere robuste Möbel verwendet.
Zweitens das wirtschaftlich gesehen wichtigere Palmenöl. Das Öl wird aus dem Fruchtfleisch und den Kernen der Frucht gewonnen. Es ist stark erhitzbar und wird aus diesem Grund vor allem zum Kochen und Frittieren verwendet. Dieser vielfältige Rohstoff wird bei der Herstellung von Back- und Süßwaren verwendet.

Im Sinne des Klimawandels bietet das Palmenöl eine weitere nützliche Funktion in Form von Biokraftstoff, der mit einem geringeren CO2 -Ausstoß verbunden ist. Eine Alternative zum Benzin? Ist es überhaupt sinnvoll auf einen Biokraftstoff um zu steigen oder sollten Technik und Forschung nach anderen Alternativen suchen?

Eine solche Massenproduktion hat einen großen Aufwand zur Folge, der wiederrum mit Abbau, Transport usw. verbunden ist. Zuerst sollte also geklärt werden, ob sich die Umstellung und Einführung dieses neuen Kraftstoffes lohnt.

Was passiert wirklich in den Ländern, in denen die Wirtschaft durch Ölpalmen und Soja einen Aufschwung erlebt? Nach außen hin sieht für uns doch alles recht passabel aus, denn Länder wie Indonesien und Malaysia verdienen doch gut mit?

Die Fakten sehen anders aus, denn knapp 90% der Unternehmen der Ölpalmen Branche gehören anderen Ländern und haben durch ihren Einfluss politisch schwächere Regionen fest im Griff. Die Korruption nimmt stark zu, viele einheimische Menschen wurden von ihrem Land vertrieben, manche getötet, an ihrer Stelle werden riesige Monokulturen in Form von Plantagen geschaffen.

Diese gigantischen Plantagen zerstören nicht nur die Lebensumstände der Menschen dieser Region, sondern auch die Biodiversität des Kontinentes. Es gibt keine Chance für Pflanzenarten sich auszubreiten, da eine Vielzahl von Giften verwendet wird. Tiere werden meist zum Abschuss freigegeben und haben somit kaum noch Lebensraum für sich. Ähnlich ist es mit der einheimischen Bevölkerung der betroffenen Gebiete. Das sagt auch der aus Indonesien stammende Bauer Kohoiden Luchkiel. Seine Familie und er lebten in einem Dorf direkt im Urwald, doch eines Tages kam das Militär der Regierung um sie zu vertreiben. Sie wehrten sich, ohne Erfolg. Sie wollten ihr Land nicht aufgeben, welches seit Generationen in ihrem Besitz war.

Umringt von Plantagen lebten sie auf 100 Quadratmeter, die eigene Versorgung ist kaum noch möglich. Hinzu kommt das andauernde Besprühen der Plantagen mit Pestiziden, was zu vielen Lungenerkrankungen in diesen Gebieten führt. Die Stoffe sind giftig und auch die Arbeiter auf den Plantagen werden dieser Gefahr ahnungslos ausgesetzt.
Sind solche Umstände wirklich mit dem wirtschaftlichen Interesse vereinbar?

Es muss gehandelt werden. Westliche Länder sollten Energie sparen und die Energie-Effizienz verbessern. Vergeudete Energie in unseren Ländern bringt Ölpalmen Regionen zusätzliche Probleme.

Was kann man also tun? – Unterstützen Sie keine Unternehmen, die bevorzugt Rohstoffe aus Regenwaldgebieten benutzen. Achten Sie auf die Herkunft der Produkte und helfen Sie somit die Umstände der betroffenen Gebiete zu verbessern.

Informationen zum Beitrag

Titel
Die Ölpalme – Zerstörer der Regenwälder
Autor
Team „Boys who try“
Schule
Gymnasium Ohmoor, Hamburg
Klasse
Wir1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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