Sind Bienen es wert, geschützt zu werden?

Helena: Hi, mein Name ist Helena.

Alicia: Ich bin Alicia.

Jasmin: Und ich bin Jasmin. Wir haben uns im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts dem Thema "Biodiversität" auseinander gesetzt.

Alicia: Biodiversität beschreibt die Vielfalt des Lebens, inbegriffen sind Ökosysteme, Arten und Gene.

Helena: Biodiversität hängt stark mit der Wirtschaft zusammen, weil die Unternehmen ihre Rohstoffe aus der Natur beziehen und einige auf die Dienstleistungen der Tiere angewiesen sind.

Jasmin: Wie zum Beispiel Imker und Landwirtschaftler auf die Bienen. Darum dreht sich auch unser Projekt. Wir wollen wissen ob die Bienen es wert sind ge-schützt zu werden.

Alicia: Wir beschäftigen uns mit dem Thema, weil uns aufgefallen ist, dass man nur noch selten Bienen in den Städten sieht.

Helena: Als erstes haben wir uns über das Subjekt unseres Projektes informiert, die Biene selbst und welchen Nutzen wir Menschen von ihr haben. Die beiden Bereiche unter dem man den Nutzen der Bienen zusammenfassen kann sind einmal die Honigproduktion und ihre Funktion als Bestäuber der Pflanzen.
Als "Honigproduzenten" sind sie wichtig, weil Honig sehr gesund ist. Deshalb einmal die wichtigsten Informationen zum Honig:
Honig besteht zu 80% aus Zucker und zu 20% aus Wasser und schmeckt daher sehr gut. Er ist aber auch sehr gut zur Wundheilung und gegen Ent-zündungen, soweit er nicht über 40°C erhitzt wurde. Dies geht sogar so weit, dass der Honig gegen Antibiotika resistente Bakterien verwandt oder teilweise in der Krebsforschung genutzt wird.
Besonders wichtig sind die Bienen für uns allerdings auf einer anderen Ebene. Sie sind - zumindest zur Hälfte - dafür verantwortlich, dass wir Nahrung haben, da es wenige alternative Bestäuber gibt. Denn als Bestäuber der Nutz- aber auch Wildpflanzen sind sie ausschlaggebend für deren Verbreitung und Blüte und somit dafür, ob sie Früchte tragen und uns, sowie die Tierwelt ernähren können.

Jasmin: Die Bienen haben auch einen großen Wert in der Wirtschaft. In den USA gab es 2007 ein großes Bienensterben, daraufhin verloren Bauern 15 Milliarden Dollar.

Alicia: Der Grund für diesen hohen Verlust war, dass Bienen für 80% der Bestäu-bung verantwortlich sind und in den USA kam es durch das hohe Bienen-sterben zu weniger Bestäubung und somit zu hohen Verlusten bei den Bauern.
Dieses hohe Bienensterben kann viele verschiedene Gründe haben.
Eine natürliche Ursache ist beispielsweise die Kälte im Winter, die besonders geschwächten Völkern zu schaffen macht.
Solche Schwächungen können durch die Varroa-Milbe entstehen. Diese überträgt Krankheiten und saugt die Bienen aus.
Allerdings sind das nicht die einzigen Gefahren, Pestizide, Monokulturen, Transportstress und Zucht der Bienen führen zu einer Immunschwäche, die die Bienen anfälliger für Krankheiten machen.
Doch was wäre wenn es keine Bienen mehr gäbe?
Zuallererst würde es viel weniger Lebensmittel geben, da viel weniger Pflan-zen bestäubt werden würden. Es würden viele Wildpflanzenaussterben wodurch viele Vögel und Tiere keine Nahrung mehr hätten und ebenfalls aussterben würden.
Flora und Fauna würden sich dramatisch verändern.
Auch der allseits beliebte Honig würde von unserer Speisekarte verschwin-den. Albert Einstein: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."

Helena: In großen Teilen Chinas sind die Bienen ausgestorben. Dort befruchten Arbeiter jede Blüte per Hand. Das ist wohl in kaum einem anderen Land möglich, denn nur in wenigen Ländern sind Arbeiter so günstig.

Jasmin: Grund für das Aussterben waren Pestizide, die eigentlich gegen Schädlinge eingesetzt wurden. Diese speziellen Pestizide nennen sich Neonikotinoide. Diese sollten jetzt auch in Deutschland verboten werden. Doch Bayer und andere große Pestizidhersteller betreiben hartnäckige Lobbyarbeit. Jetzt müssen die Politiker abwägen, ob die Interessen der Unternehmen oder die Leben der Bienen wichtiger sind. Avaaz hat sich genau dafür eingesetzt und über eine E-Mail-Kette darauf aufmerksam gemacht. Sie sammeln Unterschriften auf ihrer Website www.avaaz.org. Dort gibt es auch weitere Informationen. Außerdem sind wir auf die Organisation "Berlin summt" gestoßen, die Hobbyimker in Berlin finanziell unterstützt. Es ist unmöglich freilebende Bienen in Deutschland zu schützen, deshalb sind Imkereien unerlässlich.

Helena: Trotzdem kann jeder versuchen etwas gegen das Bienensterben zu tun z.B. indem man "Berlin summt" unterstützt. Jeder Bürger sollte sich mit diesem Thema beschäftigen und auseinandersetzen. Bienen müssen unbedingt geschützt werden. Wir können auf ihre Leistung im Wirtschaftskreislauf nicht verzichten.

Alicia: Vielen Dank fürs Zuhören!
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Sind Bienen es wert, geschützt zu werden?
Autor
Radio Bee
Schule
Gymnasium Ohmoor, Hamburg
Klasse
Wir1 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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Jugend recherchiert ausgezeichnet!

Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr