Biodiversität

Zunächst ist es wichtig zu wissen, was man unter Biodiversität versteht um überhaupt nachvollziehen zu können warum sich so viele Organisationen und Projekte  mit diesem Thema beschäftigen. Biodiversität bedeutet auch übersetz ,,Vielfalt des Lebens" ,weiterhin wird damit in einem allgemeinen Zusammenhang der gesamte Artenreichtum auf der Erde bezeichnet. Biodiversität umfasst die verschiedenen Lebensformen (Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Bakterien), die unterschiedlichen Lebensräume, in denen Arten leben (Ökosysteme wie der Wald oder Gewässer), sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten (z.B. Unterarten, Sorten und Rassen). Als Biodiversität versteht man  das auf der Erde existierende Leben in seiner gesamten Vielfalt. Biodiversität  ist damit Grundlage und Potenzial sämtlicher Lebensprozesse und Ökosystemleistungen auf unserem Planeten. Sie ist das Ergebnis einer Millionen Jahre währenden Evolution, geprägt durch den Einfluss Jahrhunderte dauernder menschlicher Nutzungsformen, wie zum Beispiel Sammeltätigkeit, Rodungen, Landwirtschaft, Siedlung und viele mehr.

Für uns ist Biodiversität so wichtig, da sie die Voraussetzung für eine gesunde und natürliche Entwicklung aller Lebewesen und Ökosysteme ist. Sie ist das natürliche Erbe, welches wir zukünftigen Generationen als Vermächtnis hinterlassen. Dafür tragen wir als Gesellschaft eine ethische und moralische Verantwortung und müssen daher versuchen den Aspekt Biodiversität in unserem Alltag zu berücksichtigen und zu integrieren.

Wir beschäftigen uns in unserer Arbeit mit einem Projekt, welches sich "111 Artenkorb" nennt. Es ist ein Projekt, dass besonders auf die Sicherung der Biodiversität ausgelegt ist.
Im 111-Arten-Korb findet man111 Arten, die besonders auf unsere Hilfe angewiesen sind. Für viele dieser Arten haben wir in Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung, weil diese Arten schwerpunktmäßig hier vorkommen. Es sind bunte und auffällige Arten darunter wie der Eisvogel, aber auch eher unscheinbare, deren Schönheit sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Viele dieser Arten finden sich auf den "Roten Listen" der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Baden-Württembergs.

In diesem Bericht wollen wir auf drei gefährdete Tierarten speziell eingehen. Unser erstes Tier ist ein Säugetier und wird Umgangssprachlich als Wildkatze bezeichnet (Felissilvestrissilvestris). Sie lebt bei uns in Baden-Württemberg und sieht der Hauskatze sehr ähnlich, auch wenn sie meist ein bisschen größer ist und massiger wirkt. Ein dichteres Fell, einen schwarzen Strich auf dem Rücken und einen buschigen Schwanz mit schwarzen Ringeln und schwarzer Spitze hat sie darüber hinaus auch noch. Die Fellzeichnung gleicht am ehesten noch einer getigerten Hauskatze. Aber die Katzen selbst nehmen es mit den Unterschieden nicht allzu genau. Sie paaren sich offenbar immer mal wieder und haben wohl auch Nachkommen, Blendlinge genannt. Allerdings sind Wildkatzen, wie es sich für ein Wildtier gehört, ziemlich scheu und stets fluchtbereit, zudem verhalten sie sich gegenüber Eindringlingen aggressiv.

Zwar begnügt sich die Wildkatze in den allermeisten Fällen mit Mäusen und anderen Kleintieren. Doch gelegentlich (hauptsächlich bei Schnee im Winter) jagt sie auch Niederwild. Und dies war ihr Todesurteil: Nach intensiver Verfolgung galt die ehemals recht weit im Land verbreitete Wildkatze in Baden-Württemberg seit 1912 als ausgerottet. Mittlerweile gibt es immer wieder Berichte über Wildkatzen im Land. Doch erst im Frühjahr 2007 gelang der sichere genetische Nachweis, dass es sich um zwei am Kaiserstuhl überfahrene Katzen tatsächlich um eine männliche und eine weibliche Wildkatze gehandelt hatte. Dies gab den intensiven Bemühungen um die Vernetzung geeigneter Lebensräume weiter Auftrieb. Baden-Württemberg liefert mit entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen die Grundlagen, Wildkatzen ein besseres Überleben in der Kulturlandschaft zu sichern. Die Wildkatze steht zwar europaweit unter strengstem Schutz, dennoch kommt es aber immer wieder zu (Fehl-)Abschüssen – nach Untersuchungen ist dies die häufigste unnatürliche Todesart bei Wildkatzen.

Unser nächstes Tier kommt aus dem Bereich der Weichtiere. Die kleine Flussmuschel (uniocrassus), welche auch bei uns in Baden-Württemberg ihr zuhause hat. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Kleine Flussmuschel, auch Gemeine Flussmuschel oder Bachmuschel genannt, als häufigste einheimische Fließgewässermuschel. Doch heute ist Uniocrassus in vielen Regionen ausgestorben. Und wo sie noch vorkommt, sind die Populationen oft gewaltig reduziert und überaltert. Denn allerorten fehlt es dieser Art, die hierzulande bis zu 30 Jahre und in Nordeuropa gar bis zu 90 Jahre alt wird, an Nachwuchs. Das mag mit der ausgeklügelten Fortpflanzungsstrategie dieser sechs bis sieben Zentimeter langen Weichtiere zusammenhängen: Die aus den Eiern schlüpfenden Muschellarven heften sich an einen geeigneten Wirtsfisch an, und zwar bevorzugt im Kiemenbereich. Nach 20 bis 30 Tagen des Parasitentums fallen sie ab und entwickeln sich in den kommenden drei bis vier Jahren zu erwachsenen Muscheln.

Der Rückgang der Flussmuschel hat nichts mit ihren natürlichen Feinden zu tun (da sie fast keine besitzt), der Grund liegt eher bei der Verschmutzung des Wassers. Deshalb müssen Artenschutzgebiete angewandt werden, um die kleinen Muscheln zu retten.

Unser drittes und letztes gefährdetes Tier kommt aus der Art der Schmetterlinge und trägt den Namen Alexis-Bläuling (Glaucopsychealexis). Seine Kennzeichen sind der smaragdgrüne-metallische Glanz der Flügel und die markante Anordnung der Flecken. Zudem ist der Alexis-Bläuling ein ziemlich großer Schmetterling. Er lebt auf meist ungemähten Flächen, da sich die Raupen dort am wohlsten fühlen. Es findet eine Symbiose zwischen Ameise und Alexis-Bläuling statt. Der Schmetterling bekommt Schutz von den Ameisen und im Gegenzug besorgen sie den Ameisen einen süßen Sekret.

Der Lebensraum des Alexis-Bläuling sind unter anderem Waldsäume, Böschungen sowie Magerrasen und steilhängigeWeinbergsbrachen. Weil diese Biotope durch intensive Freizeitnutzung, Aufforstung und insbesondere durch eine zu frühe Mahd – nämlich dann, wenn sich der Schmetterlingsnachwuchs noch in der Entwicklungsphase befindet – bedroht sind, ist der Bestand dieses Bläulings deutlich zurückgegangen.Mittlerweile gilt er als stark gefährdete Art. Geeignete Schutzmaßnahmen bestehen daher in einer Verschiebung des Mahdzeitpunktes und in der Erhaltung trockener Säume als potenzielle Ausweichflächen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass dringend etwas gegen das Aussterben solcher besonderer Tierarten getan werden muss, um diese wunderschönen Tiere in unserer Region erhalten zu können.
 

Informationen zum Beitrag

Titel
Biodiversität
Autor
Isa Munser und Jule Stütz
Schule
Rosenstein-Gymnasium Heubach, Heubach
Klasse
10 von 2012/2013
Quelle
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Projekt
Jugend recherchiert 2012
Kategorie
Print

Beruf und Chance

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Jugend recherchiert ausgezeichnet!

Jugend recherchiert - Biodiversität ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2013 ausgezeichnet worden. Die UN-Dekade ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen, weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. › Mehr